KE004 Plug-in-Hybride

Hallo zusammen,

da ich mich als leidenschaflticher Fahrer und Schrauber beim Verbrenner als auch mittlerweile beim E-Antrieb zuhause fühle und mich als gewissermaßen, verzeiht mir das furchtbare Buzzword, “technologieoffen” empfinde, kamen mir bei dieser Folge einige Gedanken die ich schon lange mit mir herumtrage und nicht ausschließlich Freunde und Familie damit belästigen will.

Verbrennungsmotoren sind heutzutage schon sehr effizient und haben natürlich den Vorteil von über 100 Jahren Entwicklung. Mit zunehmender Effizienz kommt aber auch die Fehleranfälligkeit bzw. fällt die Langlebigkeit hinten runter. Bei meinen Autos habe ich das allermeiste selbst gemacht, weil ich mir die Werkstatt nicht hätte leisten können und es mich gleichzeitig erfüllt hat. Als ich dann angefangen habe mich selbstständig zu machen brauchte ich allerdings etwas verlässliches für den Kundendienst. E-Autos fand ich zunehmend interessant, aber aufgrund hohem Anschaffungspreis und kaum vorhandenem Gebrauchtmarkt, war das eigentlich nie eine Option. 1 Punkt an den Verbrenner - für viele Menschen die einzige Option (Grundsätzliche Notwendigkeit, alternative Fortbewegungsmittel, Mobilitätswende stellen wir mal außen vor). Fehlt nun, wie auch den meisten, die Möglichkeit daheim zu laden und hat man keine Lust sich 10 Ladekarten von 500 verschiedenen Anbietern rauszusuchen und ratlos vor verschieden aufgebauten Ladesäulen zu stehen ist das auch ein Punkt an den Verbrenner. Auch die Einfachheit älterer Autos, die keine Datenschutzerklärung benötigen, keine Abomodelle beinhalten um zB. Fahrzeugfunktionen freizuschalten und sich einfach nicht anfühlen wie Smartphones auf Rädern schätze ich persönlich sehr.

Nun war es mir möglich einen elektrischen Van als Geschäftsauto zu leasen und was ich wirklich genieße ist, dass meine Fahrt nun nicht mehr daraus besteht, auf das neue Geräusch zu achten und angst zu haben, dass meine Steuerkette gelängt sein könnte, sich ein Lagerschaden ankündigt, oder sonst eins der 1000 beweglichen Teile irgendein Problem hat. Nicht das ein E-Auto nicht auch technische Probleme haben kann, aber die Werkstattbesuche werden sich auf lange Sicht schwer in Grenzen halten. Noch dazu gibt es keinen unnötigen Lärm und keinen furchtbar stinkenden Diesel der hinten rausgeblasen wird. Akku degradation ist dann ein Thema, aber wie sich gezeigt hat eher ab einem Km-Stand bei dem sich heutige Verbrennungsmotoren womöglich schon 2 mal verabschiedet hätten und mit dem großen Vorteil, diese ziemlich gut messen zu können um nicht die Katze im Sack zu kaufen.

Mein eigentlicher Punkt: Nie im Leben würde ich das jetzt beides verbinden wollen und am Ende eine technisch super komplexe, viel zu schwere, ineffiziente Kiste dastehen zu haben. Meiner Meinung nach, macht die Studie die Eingangs erwähnt wurde deutlich, dass Hybride einfach normal versteuert werden sollte, denn die Rechtfertigung für die 0,5 % sind ja in der Theorie, dass grob gesagt 50% weniger Emmisionen entstehen. Das würde die geschilderte Problematik sicher deutlich verbessern.

Mit zunehmend effizienteren, umweltfreundlicheren und günstigeren Batterietechnologien, macht es einfach kaum noch einen Sinn, da jetzt auch noch einen anfälligen Verbrenner mit reinzuwursten.

Das war vor 10-20 Jahren noch Sinnvoll, als die Batterien und die Ladeinfrastruktur noch nicht so weit waren und die Hersteller einfach die Effizientesten Autos bauen wollten wie zB. der Prius, oder der erste Honda Insight. Auch die 3 Liter Autos waren ein super Ansatz völlig ohne E-Antrieb, und wesentlich sinniger und effizienter als ein 2,5 Tonnen Hybrid SUV mit 500 Ps bei gleichzeitigem Luftwiederstand einer Schrankwand.

Noch ist es ein Wandel und entgegen der AfD-Rhetorik darf der alte Verbrenner ja auch noch weiter gefahren werden, aber irgendwann muss das einfach aufhören. Und das sage ich als jemand dem das Herz aufging wenn der r6 in meinem alten 5er Bmw anfing zu schnurren.

Und bezüglich der Arbeitskräfte im Verbrenner Bereich - Wenn der globale Markt keine deutschen Autos kauft, weil niemand mehr Verbrenner fährt bringt uns der Binnenmarkt auch nicht mehr viel und ob irgendwer in 10 Jahren überhaupt noch einen Arbeitsplatz hat steht ja auch in den Sternen und die Auto Industrie wird auch von Menschen geführt die schon lange den Roboter, da wo er kosteneffizienter ist, dem Menschen bevorziehen und das wird unabhängig des Antriebs nur mehr werden.

Tldr; Hybridautos sind mMn. das schlechteste aus 2 Welten.

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Was mir in der Besprechung der Plug-In Hybride gefehlt hat: soweit ich gehört habe, ist die Schnellladefähigkeit sehr eingeschränkt. Stimmt das noch? Und, da es ja eher ein Verbrenner mit elektrischem Hilfsmotor ist: kann man die überhaupt in reinen Elektro-Modus schalten (wäre auch wichtig in emissionsbeschränkten Zonen, sofern man da überhaupt reingelassen wird)? Ist dafür eine Höchstgeschwindigkeit ausgewiesen, schafft man so noch Landstraße oder gar Autobahn? E-Auto-Fahrer schwärmen vom Fahrgefühl. Wieviel davon ist im PH zu spüren? Mir blieben viele Fragen offen.

Da die erschreckend hohen Verbrauchsdaten der PHEV von Fraunhofer genannt wurden, wäre auch interessant gewesen: wieviel Kraftstoff braucht denn ein Range Extender, um 100km Reichweite hinzuzufügen? (ich vermute, da er zum Laden nur im idealen Drehzahlbereich vor sich hintuckert, eher sparsamer, andererseits ist so ein “Notnagel” vielleicht nicht auf maximale Effizienz getrimmt - sondern eher auf einfach, robust, springt auch an, wenn man ihn nur einmal im Jahr benutzt.)

Ziemlich deplaziert fand ich die Diskussion über die armen notleidenden Verbrenner-Zulieferer. Das muss mich als Kunde doch nicht interessieren oder gar rechtfertigen, mir einen Bauchladen an Technik einzuhandeln, der laufende Kosten und Fehlermöglichkeiten mitbringt! Viele Zulieferer haben sich auch auf E-Mobilität eingerichtet oder sich anderweitig umorientiert/diversifiziert, wenn ihre Expertise einfach nicht im E-Auto vorkommt. Sonst: selber schuld! Dass die FDP in der Ampel entschieden hat, Batterieforschung ist unwichtig, und die Autobauer auch selber nur begrenzt Initiative gezeigt haben, muss mir als Kunde auch kein schlechtes Gewissen machen.

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Die unterschiedlichen Hybridformen nochmal kurz und verständlich erklärt.
Gibt da sehr viel unterschiedliche Versionen.

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Das ist immer eine Frage der Perspektive. Klar laden die Batterien langsamer als bei BEVs, sind aber auch kleiner. Im Verhältnis zur Größe laden sie nur geringfügig langsamer, wenn man ein aktuelles Modell mit DC Ladefunktion kauft. 20-30 min von 10-80% sind da auch machbar.

Meist gibt der Hersteller an, wie schnell man mit den Fahrzeugen rein elektrisch fahren kann, Modelle wie die aktuellen VW, Audi und Mercedes PHEVs schaffen meist 130km/h.

Ungefähr so viel wie bei einem BEV mit entsprechender Leistung. PHEVs haben meist so 70-150 „Elektro-PS“, entsprechend macht es auch Spaß. Wenn der Verbrenner anspringt, kommt natürlich mehr, wird aber laut und rumpelt. BEVs in der Preisklasse von modernen PHEVs bieten heute meist deutlich über 200PS Leistung.

Dazu unbedingt das von @Mike verlinkte Video ansehen, wird da gut erklärt. Die Hersteller versuchen aktuell die elektrischen reichweiten weitestgehend zu erhöhen, weil eine mindestreichweite per Euro7 gefordert wird. Später werden in den rein elektrischen Umweltzonen auch keine Verbrenner mehr reinkommen und PHEVs geolocked in den E-Mode gewechselt. Batterie in der Zone leer ist dann ein Liegenbleiber.

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Hier wird auch noch der Voll-Hybrid erwähnt, welcher im Podcast leider vergessen wurde.

Da ging es nur kurz um den Mild-Hybrid. Der Vollhybrid ist meiner Meinung nach noch das sinnvollste Auto mit Verbrennungsmotor an Bord, wenn es mit dem rein elektrischen (noch) nicht klappt.

Danke, dann hat sich da anscheinend viel getan. Sehr erfreulich! Vor einigen Jahren hatte ein Bekannter einen PH-Golf, und meinte, der kann gar nicht schnellladen. Immerhin ist es ihm gelungen, weitgehend elektrisch damit zu fahren, aber das waren nur einige zig km, und bei mir durfte er sich dann während seines Besuchs an die Schukosteckdose in der Garage hängen.

Die Schnellladefähigkeit eines PHEV ist auch nicht immer besonders relevant. Kann man sein Auto an der Wallbox zuhause laden, dann ist es egal wie schnell die Kiste lädt. Lädt man hingegen öffentlich und hat keinen privaten Ladepunkt, dann spielt es schon eine Rolle, wie lange es z.B. beim Supermarkt dauert. Es ist also immer vom UseCase abhängig.

Generell gilt aber, dass wenn man einen PHEV, ob zuhause oder öffentlich laden kann, weil man ihn großteils elektrisch fahren will, dann sollte man direkt ein BEV erwägen, denn dass kann man dann ja scheinbar auch laden.

In welchen UseCases macht ein Hybrid halbwegs Sinn?

Gehen wir mal von einem PlugIn-Hybrid aus, der so 70-100 km rein elektrisch fahren kann.

  • Wenig erreichbare Lademöglichkeiten - der Verbrenner im Auto als Sicherheitsaspekt
  • Jemand fährt täglich weitere Strecken, zum Beispiel beruflich, hat aber wenig Zeit zum Laden unterwegs.
  • einfach Reichweitenangst (ob rational oder nicht, Ängste gibt es ja immer.)

Dann gehen mir langsam die Ideen aus…

Bei uns in der Firma sind mittlerweile neben ein paar BEV auch PHEV vorhanden und laden tagsüber an der Wallbox. Dabei ist es ein Unterschied, ob z.B. ein Jeep PHEV mit gerade einmal 2,8kW seinen kleinen Speicher in 4h auflädt und solange die Wallbox blockiert oder ein Mercedes E300e seinen Speicher mit 11kW in knapp über einer Stunde.
Das Problem hat sich zum Glück bald erledigt, da die Person, die den Jeep fährt bald auf BEV umsteigt (E-fahren ist ja so geil…).

Ich höre hier am Meisten das Argument, sich auf Reisen nicht mit dem Laden beschäftigen zu wollen. Dabei gehen viele davon aus, dass sie wie beim Verbrenner manuell eine „Tankstelle“ suchen müssen. Dass einem das Auto die Arbeit abnimmt, ist vielen nicht bewusst.

Lese grad einen Autotest vom neuen Toyota Aygo X Hybrid.

Kleinstwagen mit 116 PS und Vollhybrid.

Dank Elektrounterstützung schaft der Dreizylinder rund 3,6-3,9 Liter Super auf 100 km im Drittelmix, was dem WLTP-Wert entspricht. Im Stadtverkehr hat man dank häufiger Rekuperation auch 2,4 l gemessen.

Wenn es mit dem Laden alltagstauglich gar nicht klappt, wäre das zumindest eine sehr sparsame Option im Stadtverkehr.

Natürlich nix für die Autobahn, wäre ein Dacia Spring aber auch nicht.

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Genau, gerade für diesen Anwendungsfall ist ein Vollhybrid echt klug und das geringste Übel. (Wobei gerade im Stadtverkehr ein vergleichbar teurer E-Auto-Kleinwagen auch prima ist; fehlt halt nur die bessere Ladeinfrastruktur dafür. Da sind die Kommunen jetzt gefragt!)

Auch die neuen Voll-Hybride von Dacia sind für den Stadtverkehr bestimmt nicht schlecht. Würde mir aber dennoch angesichts der aktuellen und künftigen Spritpreise keinen neuen Verbrenner mehr kaufen

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Da muss man schon genau schauen, denn gerade bei der effizienten Auslegung von Hybrid-Systemen ist ne Menge Know-how gefragt. Toyota hat da schon eine Menge Erfahrung und auch Vorsprung (der ihnen bei BEVs wiederum fehlt).

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ich sehe im Hybrid auch keinen Vorteil, aber mein Bezug ist der Verbrenner. Mal ehrlich, wer einen BEV fahren kann, fährt einen. das ist effizient.
Ein Hybrid ist teurer als ein Benziner, warum sollte ich mir sowas kaufen? Wenn ich bspw. der Meinung bin, dass mein Wunschauto nicht als BEV verfügbar ist oder vielleicht technologisch alt und unpassend, dann bleibe ich eben beim Verbrenner..

Klassisches Beispiel: Der große Familienvan, bspw V Klasse oder T6… da gibts als BEV einfach keine guten Antworten.. der ID Buzz hat eine echte Reichweite zum Weinen, der EQV auch. Der neue Tourneo als BEV auch… aber als Hybrid macht es das ja nicht besser. außer für die, die das steuerlich als Firmenwagen haben… aber privat, warum? Daher einfach abwarten, in kürze kommt die neue Vision V Klasse, also der Nachfolger, mit brandneuer technologie…

Die Ladegeschwindigkeit eines Hybrids ist aus 2 Gründen egal:

  1. er wird eh statistisch nie geladen.. die Leute nutzen das zum Steuern sparen.. daher auch die brutalen Abweichungen zum „Pseudo-Normverbrauch“
  2. Wenn man sie lädt, dann zuhause.. da ist 11kw angesagt… Wenn ich eine Langstrecke mit einem Hybrid fahre, dann fahre ich verbrenner und gut.. ich fahr doch nicht zum Laden raus, wenn ich einen Hybrid hab.. genau deswegen hab ich ja einen Hybrid, um auf Langstrecke nicht den Ladezeitverlust zu haben
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Kia EV9?

Kia EV9: ADAC Test von Kias Riesen-Elektro-SUV

Naja :slight_smile: die Rückbank hat auch keine 3 echten Sitze… aber ja, es wird langsam… in Sachen Cabrios auch noch dünn, aber auch das wird langsam

Habe gestern noch ein interessantes Video gesehen, welches sich mit dem Thema Reparatur von E-Autos und PHEVs befasst. Hier wird auch über großteils elektrisch betriebene PHEVs gesprochen und warum das ein Problem ist.

Kurzform: Kleine Akkus haben kleine Reichweiten und müssen für das elektrische Fahrprofil deutlich mehr belastet werden, um komfortabel fahren zu können und altern daher besonders schnell. Generell sehr sehr gutes Video!

Ich muss sagen, ich liebe meinen PHEV. Ich lade den jeden Tag über Nacht aus dem Akku unserer PV-Anlage und fahre ihn im Schnitt (seit Anschaffung vor sechs Jahren) mit 3,7 l/100km. Das finde ich bestens.

Für mich war der Plug-in halt ein sanfter Einstieg in die Elektromobilität. Damals wurde der sogar so gut gefördert, dass er nicht wirklich teurer war als ein Verbrenner.

Der nächste wird entweder wieder ein PHEV oder ein Vollelektro. Mit den 80 bis 100 Kilometern elektrischem Fahren gehe ich davon aus, dass ich den täglichen Arbeitsweg elektrisch schaffe und trotzdem noch genug auf Benzin fahre, damit der Motor nicht verrußt.

Ich finde definitiv, wenn man den PHEV regelmäßig lädt, lohnt er sich schon (welchen Kombi fährt man so günstig?)

Ja, da bist du einer der wenigen, die den hybrid so nutzen. Ob heute die Anschaffung eines BEVs immernoch teuer als ein PHEV, ist eine andere Frage.. die Frage is ja, ob heute die steuerlichen Anreize noch zeitgemäß sind.. ob sich jemand einen PHEV kauft oder nicht, kann ja jeder selbst entscheiden. Aber wenn ich mir die vielen PHEVs anschaue, die fast nie geladen werden, ist eine Förderung ein Witz… und der Umwelt bringt es auch nichts.