Kanzlerwahl Merz

Das wäre mutig und zu wünschen, aber auch politischer Suizid. Dazu ist kein Abgeordneter verpflichtet. Mit fielen aus dem Stand ein halbes Dutzend Sachen ein, warum es völlig richtig ist, nicht für Merz zu stimmen und seit der Wahl sind eher noch mehr dazu gekommen.
Das Problem sind nicht die, die ihn nicht gewählt haben, sondern die, die ihn aufgestellt und gewählt haben. War doch oft genug deutlich, was ihm alles fehlt zum Amt.

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Ich weiß, dass ich da manchmal zu realpolitisch bin, aber was ist denn aktuell die Alternative?
Wir haben jetzt schon seit 6 Monaten keine handlungsfähige Regierung mehr. Und das in der größten geopolitischen Plattenverschiebung seit dem Fall der Sowjetunion. Die gesamte EU wartet auf uns und dann kriegen wir nicht mal ne Kanzlerwahl hin? Meine Güte!

Ich bin auch kein Fan von Merz, aber wie gesagt: Was/Wer aktuell denn sonst? nochmal Neuwahlen? :melting_face:
Wir haben uns da als Bevölkerung halt eine verdammt komplizierte Konstellation im Bundestag zusammengewählt und ich habe die Befürchtung, diese wäre bei einer erneuten Neuwahl noch schlimmer!

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Das waren nicht „wir“. Die, die Union und AfD wählen haben den Mist exklusiv zu verantworten. Den Schuh zieh ich mir nicht an.

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Vor der Abstimmung zum Koalitionsvertrag: hoffentlich stimmen die SPD Mitglieder für den Koalitionsvertrag. Wir brauchen eine stabile Regierung. Auch wenn wir Merz nicht mögen, wir müssen jetzt in den sauren Apfel beißen.

Abstimmung im Bundestag: Merz bekommt 18 Stimmen zu wenig.

Wer hätte das gedacht :tipping_hand_man:

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Markus Söder ^^ Hat massig Regierungserfahrung auf Landesebene und ist einer der reichweitenstärksten food blogger der Bundesrepublik!

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Oh Gott, falls es dich gibt, bitte bewahre uns wenigstens davor!

Natürlich, aber für Rot-Rot-Grün oder ähnliches wird es absehbar nun mal keine Mehrheit geben.
Finde ich auch dumm, aber so sind nunmal gerade die Mehrheiten in Deutschland. Das ist alles, was ich damit sagen wollte.

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Bitte genau in der Sprache bleiben:
Union und SPD bekommen es nicht hin.

Merz muss seine Mehrheit organisieren. Er hat versagt. Ansonsten stimme ich zu. Etwas anderes geht nicht, wenn es vernünftig bleiben soll. Unvernünftig wäre noch die Grünen hinzuziehen, dann gibt es eine sehr sichere Mehrheit. :grimacing:

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Das Problem ist, dass es für diese Debatte eigentlich zu spät ist.

Aber es ist wohl kein Geheimnis, dass Merz eine unterirdische Zustimmungsquote - selbst in den eigenen Reihen - hat. Die ganze Koalitionsbildung hatte m. E. das Problem, dass man beispielsweise die Grünen komplett ignoriert hat, sie in die Pfanne gehauen hat und dann doch auf sie angewiesen war.

Die „GroKo“ - wie sie mal hiess - ist in der gesamten Bevölkerung unbeliebt und offenbar auch bei den Koalitionären selbst ebenfalls. Wohin soll das denn führen?

Der Anspruch, Kanzler zu werden, wird halt durch eine Mehrheit der Bevölkerung absolut nicht gedeckt.

Also nochmal die Frage: Wohin soll die deutsche Demokratie fahren, wenn sie in sich selbst nicht mehr legitimiert ist? Schlaue Alternativen hätte es gegeben, aber leider geht es halt auch heute wieder darum, die eigenen Interessen über die des Volkes zu stellen.

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Jetzt stell dir vor Union und AfD ziehen sich den Schuh demnächst gemeinsam an und was dann los ist.

(Edit Kleine Wortänderung)

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Genau das ist das Problem von Merz. Er hält sich seit 30 Jahren für den unvermeidlichen Kanzler. Deswegen gibt er sich nicht genug Mühe, Mitglieder seiner Partei, seiner potentiellen Regierung, Wähler:innen anderer Parteien mitzunehmen. Denn „was wollen die denn noch?“ „Außer mir ist niemand mehr übrig!“ Und dieser Führungsstil, diese unbelehrbare innere Haltung ist die Wurzel seiner gesammelten politischen Niederlagen. Es war über die Maßen großmütig, wie sich die Grünen da nach der Wahl verhalten haben. Ein Kanzler, der darauf angewiesen ist, dass alle ständig über seine immer gleichen Fehler und Fouls so gnädig hinweg sehen, ist einfach fundamental ungeeignet. Das ist das eigentliche Problem.

Edit: Mal ganz was verrücktes denken: Die Union räumt öffentlich ihren Irrtum in Personal und Programm aus dem Wahlkampf ein und schlägt Habeck als ihren Kanzler vor. Wenn man nach der Wahl eh schon macht, was der wollte, dann kann man es auch durchziehen😉

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Wenn die Union lieber mit der AfD als mit den Grünen regieren möchte, hat sie sich selbst enttarnt (was sie m. E. ohnehin schon lange haben, siehe Spahn und Klöckner).

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Ich verstehe nicht, warum das aktuell jeder so darstellt. Hätte der selbstgesalbte Gottkanzler Merz mal die Grünen vorher gefragt, statt sie vor den Bus zu werfen und danach zu betteln, wäre es doch gar nicht so weit gekommen. Aber naja.

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Als schwarze Ampel Koalition? Bin mir nicht sicher ob das wesentlich stabiler geworden wäre.
War damals doch relativ erleichtert, dass es für ein 2-Partein Bündnis reichen würde auch wenn es kaum jemand gibt der sich die GroKo oder Merz als Kanzler gewünscht hat.

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Spannend ist tatsächlich die Frage, was ist Plan B?

Sollte Merz im zweiten Wahlgang wieder durchfallen, wäre auch denkbar er schmeißt die Brocken hin und die CDU/CSU kündigt den Koalitionsvertrag mangels Vertrauensbasis wieder auf?
Wird Spahn dann Kanzlerkandidat? Und verhandelt mit der AfD?

Aber mal ehrlich: was ist das Ziel? Was soll damit erreicht werden?

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Haben wir vielleicht die Möglichkeit bedacht, dass es sich hier um einen Unfall handeln könnte?
Persönlich glaube ich nicht, dass die Abweichler hauptsächlich von der SPD kommen. 1-2 Verirrte hat man fast immer dabei, aber insgesamt war man doch sehr zufrieden mit den Verhandlungen. Viele und teils große Ministerien, wichtige Forderungen in den Vertrag, Mitgliedervotum von 85% - die waren und sind einfach froh, nach der Ampel regieren zu dürfen und haben viel rausgeholt.

Glaube eher, dass es hier einige Unzufriedene in der Union gab. Aber zum Thema Unfall: Ich bin mir nicht sicher, ob sich gerade bei einer geheimen Wahl vorher derart abgesprochen wird. Viel realistischer finde ich, dass einige aus der Union ihrem ungeliebten Merz einen Denkzettel verpassen wollten. Also dass er gewählt wird, aber nicht mit allen Stimmen und dadurch klar wird, dass es Unzufriedene gibt. Und genau diesen Gedanken hatten eben ein paar zu viele.

Anders kann ich mir den Vorgang nicht erklären, da ein schwacher Kanzler oder gar Neuwahlen keiner der Parteien etwas bringt.

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Naja, die SPD und die Grünen mögen sich ja bekanntlich eigentlich recht gerne und die zusätzlichen 11% hätten eine Entscheidung jedenfalls gesichert.

Wir werden in dieser Legislaturperiode immer wieder sehen, dass Schwarz-Rot eben nicht ohne fremde Stimmen regieren kann, weil halt im Zweifel auch nicht immer alle anwesend sind.

Ich frage mich daher, ob man sich das nicht hätte vorher überlegen sollen und ob man nicht jetzt viel teurer die Zustimmung der Opposition erkaufen muss, um eine gesicherte Mehrheit zu bekommen.

Aus demokratietheoretischer Sicht hinsichtlich Glaubwürdigkeit wäre die Koalition Schwarz-Rot-Grün zwar unattraktiv für alle, aber vielleicht weniger schmerzhaft, als eine Regierung, die im Zweifel nur sehr knappe Mehrheiten hat oder sogar ihre eigenen Beschlüsse nicht durchkriegt, weil die Mehrheiten eben zu knapp sind.

Es werden sich immer mal Abgeordnete enthalten oder entgegen der eigenen Koalitionsempfehlung abstimmen, dann ist’s schon passiert.

Ich gehe auch mehr von einer Mehrheit der Abweichler von der Union aus. Arbeitnehmerflügel , große Landesverbände und komplette Osten unberücksichtigt.

Wenn die AfD jetzt für Merz stimmt, dann ist er deutlich mehr beschädigt als wenn er es im 2. Durchgang schafft mit einer SPD/CxU Mehrheit.

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Eine schwarz-blaue Koalition unter Bundeskanzler Spahn? Vielleicht ist das die letzte Gelegenheit dafür, bevor die AfD bei den nächsten Wahlen stärkste Partei wird?

Da machst du mir zumindest grad etwas Angst…

Was bedeutet die Nichtwahl von Friedrich Merz? | tagesschau.de

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Ich stimme dir zu, dass eine Koalition auf breiteren Füßen einige Vorteile hätte - aber ich glaube die schwarze Ampel wäre der wahrscheinlichste Weg zu einer Regierung mit AfD Beteiligung.