Ist der Strom in Deutschland zu teuer? Was ist dran am Klagelied der Industrie?

Mein Themenvorschlag wäre folgender:
Wie steht Deutschland beim Industriestrompreis für energieintensive Industrien da.
Hintergrund:
Ich höre neben einigen anderen Podcasts auch den Podcast mit Paul Ronzheimer, und eben dieser hatte vorgestern Frau Anne-Marie Großmann (Managerin Georgsmarienhütte-Gruppe) im Interview, die sich darüber beklagte, dass einmal der Strompreis in Deutschland zu teuer für die energieintensive Industrie ist und zum Anderen durch den starken Ausbau der regenerativen Energien die Strompreise so stark schwanken, dass sie zum Teil die Öfen abschalten oder abgeschaltet bekommen, um das Netz zu entlasten und anders herum.
Das aus meiner Sicht wenig hinterfragte Interview, in dem Frau Großmann ihre Sicht der Dinge ohne größere Nachfragen teilen konnte, brachte mich zu der Recherche des Industriestrompreises.
Und das ist mittlerweile gar nicht so einfach, denn durch die Teilentlastung aufgrund der neuen Strompreisentlastung können Unternehmen maximal 50% ihres Stromverbrauches für 5ct/kWh bekommen? 5ct wären international gut konkurrenzfähig. Klar ist dass die Unternehmen diesen Preis nicht für den Gesamtstromverbrauch bekommen. Aber wo liegt er dann?
Denn eins ist auch klar, läge er bei 7-9ct/kWh, wäre er zwar teurer als in China, USA und Norwegen, aber ansonsten eigentlich kein Grund zur Klage.

Daher wäre dieses Thema mein Themenvorschlag für eine der künftigen Folgen. Was ist dran an dem Klagelied der Industrie?

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Ich denke es gibt Grund zur Klage.

Neupreise:

Ähnlich bei der Bundesnetzagentur für Durchschnittspreise:

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Also liegt der Preis unter dem Niveau von 2017 und das nach Akw-Abschaltung, Gaskrise und Irankrieg. Das find ich tatsächlich überraschend und es klingt erstmal nach einem ziemlich großen Erfolg. Ursächlich scheinen in großen Teilen Senkungen der Stromsteuer und der EEG-Umlage sowie Zuschüsse zu Netzentgelten zu sein.

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Der Industriestrompreis ist also deutlich unter der Inflationsrate gestiegen. Inwiefern gibt es nun Grund zur Klage? Leuchtet mir aktuell nicht wirklich ein. Wirkt grade so, als wäre ein seit fast 10 Jahren (unter Einbeziehung der Inflationsrate) schlimmstenfalls stagnierender Preis grade einfache eine beliebte Ausrede und die tatsächlichen Probleme bestimmter Industrien liegen vielleicht eher in anderen Bereichen, über die man aber nicht so gern so laut jammert, weil man am Ende selbst Sachen verschlafen oder falsche Prioritäten gesetzt hat?

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Ich glaube diese Industriezweige haben vorher gar keinen Strom in dem Ausmaß genutzt, sondern eben Gas, und das war vermutlich deutlich billiger (weil stärker subventioniert und günstig, weil Russland).
Aber ich kann das Gejammer aber auch nicht mehr hören. Die meisten haben riesige Renditen aus der Vergangenheit eingesteckt, und dann, wenn es mal für ein paar Jahre nicht so fette Gewinne abwirft, direkt mit Abwanderung oder mit Unterstützen von rechstextremen Parteien drohen bzw agieren.

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Der Industriestrompreis ist im Vergleich zu anderen Staaten zu sehen. In den USA liegt er bei 4-10 Cent, in China bei 5-11 Cent. Regional und industriespezifisch können sich die Preise dort unterscheiden, sind aber immer bedeutend niedriger als hier. Energieintensive Industrie kann in Deutschland nicht im internationalen Wettbewerb bestehen, da keine sonstigen großen technischen Produktivitätsvorteile mehr bestehen.

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Wo lag das Niveau denn da?

Ich fand deinen Einwand verblüffend und habe mich bei Destatis umgesehen und dort die “Strompreise für Nicht-Haushalte ink. Steuern, Abgaben und Umlagen” von 2019 und 2025 verglichen (mehr Backdata gabs leider nicht). Dabei stellt sich raus das der Preis ingesamt von ca. 17,5 auf 24 Ct gestiegen ist, es im Einzelnen aber stark vom Verbrauch abhängt. Je kleiner der Verbraucher, desto größer die Teuerung. So ist der Preis für Verbraucher der 3 kleinsten Klassen bis 2000 MWh um 37-42% gestiegen.

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Ja so wird es sein, Unternehmer sind alles überreiche Sklaventreiber.

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Auch der Stundenlohn ist im Vergleich zu anderen Staaten zu sehen. Und da zahlt Tesla in den USA bis zu 50% mehr als in Grünheide. Deine Grafik zeigt eigentlich nur, dass bei unserem Strompreis kein Spielraum mehr ist, da der Staat sowieso schon Steuern gekürzt hat, um ihn auf dem Niveau der vergangenen Jahre zu halten.

Zusatzfrage: Vergleichst Du gerade „durchschnittlicher Strompreis für Neuabschlüsse“ mit „rabattierter Sonderpreis für energieintensive Industrien“?

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Nein, der Lichtbogen in der Stahlschmelze wird mit Strom erzeugt, das geht nicht mit Gas. Andere Prozesse nutzen Gas, aber gerade die Prozesse, von denen Frau Großmann sprach, benötigen Strom.
Die Strompreise, die hier teilweise angegeben werden, sind nicht die, die ein Großverbraucher zahlt. Das sind die Preise, die ein normales Industrieunternehmen zahlt.
Laut dem, was ich gefunden habe, zahlt die energieintensive Industrie für 50% ihres Strombedarfs 5ct/kWh.

Ohne diese seit 2026 gültige Entlastung (für Unternehmen, die nicht genug verbrauchen), habe ich Preise von 10-11ct/kWh gefunden. Nicht entlastete Unternehmen lagen dagegen bei 16-25ct/kWh.

Das ist eben mein Problem bei der Recherche, es gibt viele Ausnahmen, Regelungen etc. Eine wirkliche Angabe, was ein Unternehmen wie die Georgsmarienhütte für Stom zahlt, habe ich nicht finden können, lediglich dass es keinesfalls zweistellig ist.

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Die Stromsteuerentlastungen sind zb in §§ 9a, 9b StromStG geregelt. Dort gibt es für diverse Unternehmen und bestimmte Verfahren/Prozesse des produzierenden Gewerbes Stromsteuerentlastungstatbestände. Hier kann die Stromsteuer rückwirkend auf Antrag für 20 Euro die Megawattstunde erstattet werden, sodass lediglich 50 Cent pro MW/h übrig bleiben. Das entspräche nur noch 0,05 cent pro kw/h für alle, die diese Entlastungstatbestände erfüllen. Hier ein Auszug:

§ 9a Steuerentlastung für bestimmte Prozesse und Verfahren

(1) Eine Steuerentlastung wird auf Antrag gewährt für nachweislich nach § 3 versteuerten Strom, den ein Unternehmen des Produzierenden Gewerbes

  1. für die Elektrolyse,
  2. für die Herstellung von Glas und Glaswaren, keramischen Erzeugnissen, keramischen Wand- und Bodenfliesen und -platten, Ziegeln und sonstiger Baukeramik, Zement, Kalk und gebranntem Gips, Erzeugnissen aus Be-ton, Zement und Gips, keramisch gebundenen Schleifkörpern, minerali-schen Isoliermaterialien und Erzeugnissen daraus, Katalysatorenträgern aus mineralischen Stoffen, Waren aus Asphalt und bituminösen Erzeug-nissen, Waren aus Graphit oder anderen Kohlenstoffen, Erzeugnissen aus Porenbetonerzeugnissen zum Trocknen, Kalzinieren, Brennen, Schmelzen, Erwärmen, Warmhalten, Entspannen, Tempern oder Sintern der vorgenannten Erzeugnisse oder der zu ihrer Herstellung verwendeten Vorprodukte,
  3. für die Metallerzeugung und -bearbeitung sowie im Rahmen der Herstel-lung von Metallerzeugnissen für die Herstellung von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen, gewalzten Ringen und pulvermetallurgischen Er-zeugnissen und zur Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung je-weils zum Schmelzen, Erwärmen, Warmhalten, Entspannen oder sonstigen Wärmebehandlung oder
  4. für chemische Reduktionsverfahren
    entnommen hat.
    (2) Entlastungsberechtigt ist derjenige, der den Strom entnommen hat.
    § 9b Steuerentlastung für Unternehmen
    (1) 1Eine Steuerentlastung wird auf Antrag gewährt für nachweislich nach § 3 versteuerten Strom, den ein Unternehmen des Produzierenden Gewerbes oder ein Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft für betriebliche Zwecke entnom-men hat. 2Die Steuerentlastung wird jedoch für die Entnahme von Strom zur Erzeugung von Licht, Wärme, Kälte, Druckluft und mechanischer Energie nur gewährt, soweit die vorgenannten Erzeugnisse nachweislich durch ein Unter-nehmen des Produzierenden Gewerbes oder ein Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft genutzt worden sind. 3Abweichend von Satz 2 wird die Steu-erentlastung auch für Strom zur Erzeugung von Druckluft gewährt, soweit diese in Druckflaschen oder anderen Behältern abgegeben wird. 4Die Steuerentlas-tung wird nicht für Strom gewährt, der für Elektromobilität entnommen wird.
    (1a) 1Die Entnahme von Strom zur Zwischenspeicherung in Stromspeichern stellt keine Entnahme zu betrieblichen Zwecken im Sinne von Absatz 1 dar, so-weit der rückumgewandelte Strom anschließend an Dritte geleistet oder zu an-deren als betrieblichen Zwecken entnommen wird. 2Der Anspruch nach Absatz 1 entsteht in den Fällen des Satzes 1 mit der Entnahme des rückumge-wandelten Stroms zu betrieblichen Zwecken.
    (1b) Absatz 1 gilt für Umwandlungs- oder Verteilverluste nur, soweit die Nut-zenergie durch Unternehmen des Produzierenden Gewerbes oder Unterneh-men der Land- und Forstwirtschaft genutzt worden ist.
    (2) 1Die Steuerentlastung beträgt 20 Euro für eine Megawattstunde. 2Eine Steu-erentlastung wird nur gewährt, soweit der Entlastungsbetrag nach Satz 1 im Ka-lenderjahr den Betrag von 250 Euro übersteigt.
    (2a) (weggefallen)
    (3) Entlastungsberechtigt ist derjenige, der den Strom entnommen hat.
    (4) 1Die Steuerentlastung wird gewährt nach Maßgabe und bis zum Auslaufen der hierfür erforderlichen Freistellungsanzeige bei der Europäischen Kommis-sion nach der Verordnung (EU) Nr. 651/2014. 2Das Auslaufen der Freistellungs-anzeige ist vom Bundesministerium der Finanzen im Bundesgesetzblatt gesondert bekannt zu geben.
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Meine Übersichten zeigen Standardpreis plus rabattierte Preise. Liefer gerne bessere Zahlen.

Die Grafiken zeigen, dass die Stromgestehungskosten einschließlich Distribution in Deutschland nicht wettbewerbsfähig sind.

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Das waren sie aber, so ehrlich muss man sein, noch nie. Und gilt auch für andere Bereiche, wie Telefon und Internet. Österreich hatte schon längst Handyflat zu bezahlbaren Preisen als in Deutschland noch am Festnetz telefoniert wurde, weil alles andere Luxus war.

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Naja, wenn der Preis aber über eine Dekade kaum gestiegen, bzw. relativ zur allgemeinen Preisentwicklung sogar deutlich gesunken ist, frage ich mich, warum das dann jetzt ein Problem sein sollte, wenn es das vor 10 Jahren nicht war? Zumindest nicht in gleicher Weise existenzbedrohend. Sind in der Zwischenzeit die Preise international so krass gefallen, nur nicht in Deutschland? Nach oberflächlicher Recherche scheint das zumindest in den USA nicht der Fall zu sein. Im Gegenteil steigen die Preise dort wegen stark steigender Nachfrage durch Rechenzentren eher deutlich an.

Deswegen vermute ich eher, dass die Unternehmen, die heute so klagen, eher nicht durch Veränderungen (“Explosionen”, wenn man Reiche und ihren Lobby-Freunden glauben würde) beim Strompreis bedroht sind, sondern durch andere Entwicklungen Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt haben.

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Vielleicht ist es überlesen worden, aber ich verstehe eure Diskussion überhaupt nicht. Die Zahlen sind eindeutig. Die Strompreise sind für Unternehmen „all-in“ von 2019 bis 2025 rund 37% gestiegen.

habe mich bei Destatis umgesehen und dort die "Strompreise für Nicht-Haushalte ink. Steuern, Abgaben und Umlagen” von 2019 und 2025 verglichen (mehr Backdata gabs leider nicht). Dabei stellt sich raus das der Preis ingesamt von ca. 17,5 auf 24 Ct gestiegen ist, es im Einzelnen aber stark vom Verbrauch abhängt. Je kleiner der Verbraucher, desto größer die Teuerung. So ist der Preis für Verbraucher der 3 kleinsten Klassen bis 2000 MWh um 37-42% gestiegen.

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Die von Dir angegebenen Preise werden aber nicht von energieintensiven Unternehmen gezahlt.
Für Elektrolyse, chemische Reduktionsverfahren, Glas- Keramik oder Zementherstellung sowie Metallherstellung und Bearbeitung gelten spezielle Ausnahmen.

Zum Beispiel die nahezu vollständige Befreiung von der Stromsteuer, die Begrenzung der Netzumlagen, die extreme Reduzierung des Aufschlags für besondere Netznutzung, Wegfall der EEG-Umlage, Strompreiskompensation und ab 2026 der Industriestrompreis.

Leider sind nur Zahlen zu den „normalen“ Industrieverbrauchern zu finden, aber eben keine, die in den Bereich der energieintensiven Unternehmen gehören.
Durch den Industriestrompreis ist zumindest ab 2026 für 50% des Stromverbrauchs der Preis auf 5ct/kWh gedeckelt.

Der Referenzstrompreis für 2026 wird mit 87,44€/MWh angegeben. Dieser liegt somit höher als der im Industriestrompreis angegebene Preis von 50€/MWh.
Oder anders gesagt: Ein energieintensives Unternehmen zahlte bis Ende 2025 den Refernzstrompreis von 8,744ct/kWh, vorausgesetzt es erfüllt die Vorgaben.
Seit 2026 zahlt das Unternehmen für 50% seines Strombedarfs 5ct/kWh.
Gehen wir von einem Jahresverbrauch von 1TWh aus, so komme ich dann auf einen Durchschnittspreis von 6,872ct/kWh. In diesem Preis fehlen noch die Netzentgelte.
Aber auch hier greift eine Fördermaßnahme, denn Großverbraucher zahlen nur 10% der ortsüblichen Netzentgelte. Beispielhaft kommen dann nochmal 0,1-0,4ct/kWh drauf, sodass wir bei einem Strompreis von irgendwas zwischen ca. 7ct/kWh und 7,3ct/kWh liegen.

Das liegt von den Stromkosten in den USA oder China immer noch ein Stück weg (die liegen laut Internet bei ca. 5ct/kWh). Aber extrem ist der Unterschied nicht, zumal wir damit um einiges unter dem EU-Durchschnitt liegen. Da sind dann nämlich nur noch Norwegen günstiger und Frankreich ungefähr gleich teuer wie Deutschland. Alle andere EU-Länder liegen darüber.
Das würde bedeuten, dass Deutschland innerhalb Europas zu den günstigsten Anbietern für energieintensive Unternehmen gehört, ganz im Gegensatz zu dem, was oft angegeben wird.

Aber wie gesagt, nirgends ist das Thema zusammengefasst zu finden oder eine Beispielrechnung dazu. Die Tabellen, die hier im Thread gezeigt wurden, passen nicht zu den Strompreisen für energieintensive Unternehmen. Und das war meine Ausgangsfrage.
Ob meine Rechnung oben richtig ist? Keine Ahnung.

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Glaube die passen schon ganz gut.

Wichtig ist aus meiner Sicht auch der Anteil der Energie an den Gesamtkosten. Kenne da Werte von rd 15%. Personal und Material sind eher in der Größenordnung von 40%. Bei Chemie und Stahl ist der Anteil vielleicht höher. Im Maschinenbau oder Automobil liegt er zwischen 2 und 4%. Zusammen gefasst: bis auf wirklich wenige Stromintensive Branchen juckt der Strompreis kein Schwein und wird lediglich als politisches Instrument genutzt

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So richtig kann ich dir nicht folgen…was ist denn bitte „Energieintensiv“ nach deiner Definition und wieviel % der deutschen Wirtschaftsleistung entfallen denn auf Unternehmen nach dieser Definition? Deutschland ist das Land der KMUs und darunter findet sich v.a. auch (Metall-) verarbeitende Industrie. Ist das „energieintensiv“? Ich kann aus deinen Beispielen und Rechenexempeln jedenfalls nicht ableiten, dass die Strompreise für die deutsche Wirtschaft unproblematisch sind.

Um auf die zuvor zitierte Destatis Statistik zurückzukommen: die größte Verbraucherklasse dort sind Unternehmen mit 150.000+ MWh p.a. Und auch für diese ist der Durchschnittspreis um 54% auf 17,14 Cent p.a. gestiegen (nochmal: „inkl. Steuern, Abgaben und Umlagen“).

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Deutschland gehört aktuell durch Entlastungen und Subventionen zeitweise zu den günstigeren Industriestandorten. Das Problem ist weniger der heutige Preis, sondern die Planbarkeit. Jeder weiß, dass solche Maßnahmen keine langfristige Lösung darstellen. Wird auch offnen so gesagt.

Industrie investiert auf Jahrzehnte. BASF investiert Milliarden in China, nicht nur wegen niedriger Preise, sondern weil langfristige Preis- und Mengenabsicherungen bestehen. Auch in den USA werden Projekte mit sehr langfristigen Stromverträgen und Garantien abgesichert. Solche Zusagen sind oft entscheidend für Investitionen.

Ein kurzfristiger Vergleich einzelner Jahre greift deshalb zu kurz. Für energieintensive Betriebe gibt es international Regionen mit deutlich günstigeren Stromangeboten. Teils weit unter deutschem Niveau. Das sind Ausnahmen, aber sie existieren und beeinflussen Standortentscheidungen.

Industrie braucht planbare und wettbewerbsfähige Energiepreise. Genau diese langfristige Perspektive fehlt derzeit vielen Unternehmen in Deutschland. Gleichzeitig erwarten wir eine klimaneutrale Transformation in wenigen Jahren, ohne dass viele Betriebe heute wissen, wie sie wirtschaftlich dorthin kommen sollen.

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