Handball, Fußball, Basketball, Volleyball - könnte man nicht einfach Geschlechtsbarrieren aufheben und dann die Leistung entscheiden lassen? Am Ende entscheidet die Ökonomie. Wenn eine Frau X in der Lage ist sich im Feld von Mitstreiterinnen durchzusetzen, weil sie bestimmte Qualitäten besitzt, dann wird sie auch aufgestellt. Welchen Anreiz sollte ein Sportverein haben, sich einen Vorteil entgehen zu lassen? Meinethalben könnten man auch für jede Sportdisziplin Gewichts- oder Größenklassen einführen, um physische Makrounterschiede auszugleichen, wenn diese signifikanten Leistungseinfluss besitzen.
Aber doch bitte keine Zwangsquoten einführen und den Sport so überregulieren das am Ende nichts mehr von ihm übrig bleibt (eine KI-gestützte Maschine misst den gesamten Körper einer Athletin durch und ermittelt einen Koeffizienten, der alle physischen Vorteile, die zu einem mehr oder minder beträchtlichen Teil mit Training erarbeitet wurden, ausgleicht - am Ende gleicht das Ergebnis dann dem Fall einer Roulette-Kugel).
Das ist wieder eine andere Diskussion.
Ich persönlich finde es z.B. total bescheuert, dass eine Frau nicht in der Männer-Bundesliga spielen dürfte, selbst wenn sie leistungsmäßig gut genug wäre, weil die Regeln es verbieten. Insofern stimme ich dir zu, dass Ausschlussregeln von Frauen in Männermannschaften abgeschafft gehören.
Realistisch betrachtet würde das aber eben nicht zu „Gleichberechtigung“ führen, weil in der Realität eine Frau in einer Profi-Herrenmannschaft die absolute Ausnahme wäre. Daher braucht es weiter Frauen-Mannschaften und Frauen-Ligen, damit auch Frauen einen Bereich haben, in dem sie kompetitiv spielen können, mit Aussicht auf Sponsoring, Meisterschaften und allem drum und dran.
Die Frage, ob Frauenligen vor (biologischen) Männern geschützt werden müssen kann man daher ganz anders beantworten als die Frage, ob Männerligen vor (biologischen) Frauen geschützt werden müssen. In Männerligen sollte meines Erachtens jeder spielen dürfen (bei Trans-Männern im Rahmen der Angleichung müssen im Zweifel im Hinblick auf das Doping (großzügige) Grenzwerte festgelegt werden, um kein „Doping durch die Hintertür der Geschlechtsangleichung“ zu ermöglichen).
Ich wage zu behaupten, dass das erst zu richtig heftigen Reaktionen führen würde, zumal das ja quasi auf Weltverbandsebene stattfinden müsste um Wettbewerbsnachteile lokaler Vereine in Internationalen Wettbewerben zu vermeiden.
Ich frage mich aber auch, was für einen Nutzen es hätte z.B. 3 Spielerinnen auf dem Feld der Bundesliga vorzuschreiben.
Wie gesagt ist in meiner Hauptsportart eine Trennung gar nicht vorgesehen bis zum Erwachsenenalter und dennoch gibt es nur eine Hand voll Frauen die in unterklassigen Herrenligen aktiv sind (dürfen sie nämlich), und die sind jenseits der Torhüterinnen (von denen es welche bis in die dritte Liga schaffen) alle Nationalspielerinnen. Die haben im Nachwuchs aber das gleiche System durchlaufen wie ihre männlichen Mitspieler.
Wenn die am Ende dann in der fünften Liga nur als Ergänzungsspieler mitlaufen, dann sehe ich da kein Potential dafür in der ersten Liga auch nur einen einzigen Platz im Kader für diese Frauen verpflichtend freizuhalten, von verpflichtender Einsatzzeit auf dem Feld ganz zu schweigen.
Das würde auch nicht wirklich den Frauensport fördern, sondern da würden entweder dann nur Platzhalterinnen stattfinden oder die Nationalspielerinnen würden der Frauenliga entzogen werden was das dortige Niveau wieder herunterzieht und die Aushängeschilder nimmt.
Viel sinnvoller finde ich da die Entwicklung vor allem in Nordamerika wo die Top Ligen mehr und mehr proffesionaliert werden. Im Fußball findet das ja auch in Deutschland nach und nach statt.
Edit: Grundsätzlich sehe ich es auch so, dass Herrenligen allen offen stehen sollten sofern sie die Leistung dafür bringen. Ist in manchen Sportarten ja auch der Fall.
Die Paralympics ist ja auch furchtbar beliebt bei den Zuschauern und beim Fußball haben Leute schon wegen VAR rumgemeckert. Also ganz ehrlich. Ich glaube der Punkt Olympia ist transfeindlich kann nach der Diskussion hier eine Absage erteilt werden. Es ist einfach aktuell der Konsens in der Gesellschaft und das was das Publikum möchte. Ich glaube eine Transfrau die nicht bei den Frauen starten dürfte, dürfte dann doch bestimmt bestimmt bei den Männern starten insofern sie die Dopingrichtlinien einhält. Und wir nennen es nur nicht mehr Mann und Frau sondern Testosteron Plus und Minus oder XX und XY Klasse. Dann kann sich auch keine Transfrau beschweren bei den Männern starten zu müssen
Interessanterweise wird die Diskussion nur von außen geführt. Nachdem die FIDE sich entschieden hat, Transfrauen bei den Frauenwettbewerben zuzulassen, war das Thema durch. Danach wurde das Thema vor allem von rechten Newsseiten aufgegriffen, worauf die Zeit et al. sich nach dem Turniersieg River Transfrau genötigt fühlten, einen Artikel dazu beizusteuern.
Innerhalb der Schachcommunity ist man doch ziemlich einig: da Schach bei Jungs beliebter als bei Mädchen ist, ist die Basis aus der sich Talente herausbilden können, größer. Damit ist die Trefferquote auch größer. Dazu kommt, dass Jungs von klein auf in den taktischen und geistigen Disziplinen mehr gefördert und gefordert werden. Darum sind die Fähigkeiten bei Jungs mehr ausgeprägt.
Welchen “Nutzen” hat es, 22 Männer hinter einem Ball herlaufen zu lassen? Sport ist im Kern erstmal eine soziale Aktivität, in denen sich auch bestimmte gesellschaftliche Normen und Bedürfnisse widerspiegeln. Die Bundesliga hat auch in den 60er-Jahren Menschen begeistert und die Mannschaften von damals mit der Ausrüstung und dem Training von damals würden heute vielleicht noch in der Kreisliga kicken. Abstrakte Leistung ist also nicht das (ausschließliche) Kriterium für gesellschaftliche Relevanz beim Sport. Ich persönlich fände gemischgeschlechtliche Teams sehr viel interessanter als Unisex-Kicken.
Und in den USA sind Menschen mit schwarzer Hautfarbe auch 160 Jahre nach Ende der Sklaverei noch nicht wirtschaftlich und gesellschaftlich auf dem selben Niveau unterwegs wie andere Bevölkerungsgruppen. Die Trennung von sportlichen Aktivitäten nach Geschlechtern und die systematische Bevorzugung von Männern in dieser Domäne ist Jahrtausende alt. Ein paar Jahre gemischtgeschlechtliches Training und die Möglichkeit zum spielen in “Männerligen” wird das für Frauen nicht kompensieren.
Ja, das ist sicher ein legitimer Alternativansatz. Wenn allerdings getrennte Ligen bestehen wird immer eine davon gesellschaftlich und wirtschaftlich wichtiger bleiben. Und in den USA sind ja beispielsweise die Frauen beim Fußball auf internationaler Bühne deutlich erfolgreicher als die Männer – verdienen aber trotzdem nur einen Bruchteil der männlichen Stars.
Der “Konsens in der Gesellschaft” kann durchaus transfeindlich sein (ist er vermutlich derzeit auch). Entsprechend halte ich das erstmal für ein schlechtes Argument, um damit den IOC von Transfeindlichkeit freizusprechen.
Es ging darum, dass der direkte Vergleich sportlicher Leistungen auch bei erheblichen genetischen und/oder gesundheitlichen Abweichungen zwischen Sportlern durchaus möglich ist. Die Kategorien “Mann/Frau” sind auch im Sport weitgehend sozial konstruiert.
Ich persönlich bin zweifelsohne biologisch ein Mann, genetisch habe ich aber keinerlei Chance, im Marathon eine Goldmedaille bei Olympia zu gewinnen, egal wie viel ich trainiere und egal ob ich gegen Frauen oder Männer antrete. Aktuell ist der gesellschaftliche Konsens, dass ich da halt Pech gehabt habe. Ich bekomme eben keine Goldmedaille. Finde ich persönlich jetzt auch nicht tragisch, aber es wäre genauso “rational”, wenn wir uns gesellschaftlich dazu entscheiden würden, nicht die abstrakte Bestleistung, sondern die persönliche Potenzialmaximierung zu honorieren. Auch dann würde ich dann keine Medaille gewinnen, aber theoretisch hätte ich die Möglichkeit dazu .
Es gibt doch schon jede Menge Zwangsquoten im Profisport. Nur mal aus der Fußball-Bundesliga:
Mindestens 12 deutsche Lizenzspieler müssen spielberechtigt sein
8 “lokal ausgebildete” Spieler müssen im Kader stehen
Maximal 6 Spieler dürfen von anderen Vereinen ausgeliehen sein
Es gibt keinen objektiven Grund, warum in der Bundesliga nicht auch eine maximale Anzahl männlicher Spieler auf dem Feld stehen dürfen sollten. Jede Regel beim Sport ist vollständig arbiträr und dient sozialen oder wirtschaftlichen Zielen. Und in dem Moment, in dem irgendjemand ausrechnet, dass sich mit vier Frauen auf dem Feld mehr Geld verdienen lässt, dann wird es im Falle der Bundesliga auch eine entsprechende Regeländerung geben
Woher nimmst du die Kenntnis der Community? Also ich bin aktiver Spieler und auch recht brauchbar vernetzt. Da ich von klein auf dabei bin und auch einige Jahre in einem Landesverband engagiert war, bin ich auch mit einigen Funktionären, Landestrainern und Vereinen noch gut im Kontakt.
Ob da die Community einen Haken dran machen würde, dass nur Förderung taktischer und geistiger Fähigkeiten und die Gesamtpopulation die Unterschiede erklären, halte ich für sehr gewagt, höflich ausgedrückt.
Besonders die These mit der unterschiedlichen Förderung dürfte bei den angehenden SpitzensportlerInnen völlig abwegig sein. Die meisten der guten Schachspieler (Jungen wie Mädchen) beginnen ihre Ausbildung mit 5-7 Jahren und es zeigt sich schon nach einigen Monaten wer mal ein richtiges Talent werden könnte. Bei der echten Spitze ist spätestens nach 2-3 Jahren der Kaderplatz fix*
Danach ist 2 mal pro Woche Vereinstraining Pflicht + 1 mal pro Woche Kadertraining digital oder am Stützpunkt + Training Zuhause erwünscht + 2-3 mal 1 wöchige Kadertrainingslager + 6-7 mehrtägige Turnierteilnahmen jährlich. Viele junge Leistungsträger trainieren sogar noch mehr.
Was ich oben beschreibe gilt für Jungs wie Mädchen gleichermaßen (bzw. bei Mädchen finden eher noch 1-2 Fördermaßnahmen zusätzlich statt). Ich frage mich an welcher Stelle du noch nennenswert weniger Förderung von Mädchen siehst? Willst du mit 4 jährigen Mädchen Stratego oder Axis & Allies spielen und wieviele Jungs werden das wohl mit 5 dagegen tun?
* Klar kann man auch später dazustoßen, aber das sind dann nie die heißen Eisen, sondern eher on-off Kandidaten. Mein Sieg im altersunbeschränkten Sichtungsturnier mit 14 Jahren war völlig unbedeutend. Es ging eher darum zu sichten welches Kind <11 Jahren sich gegen die deutlich Älteren behaupten kann. Und das ist auch im Sinne der Bestenförderung richtig so.
Wie schön ist es da, dass es 2026 ist und viel mehr Eltern auch ihre Töchter dazu ermuntern und dabei unterstützen, sich für “Jungs-Sachen” zu interessieren, wenn sie denn mögen.
Verdrehe doch bitte nicht seine Aussage. Sein Punkt war, dass die Mädchen trotz des gleichen Trainings ab einem gewissen Punkt so weit hinter die Leistungen der Jungs zurückfallen, dass es im Sinne des Wettbewerbs keinen Sinn mehr macht sie gegeneinander antreten zu lassen. Das tun die Kids wohl nicht aufgrund transgenerationaler Traumata infolge Jahrtausende alter Diskriminierung, sondern weil ihnen die Gene systematisch einen Strich durch die Rechnung machen.
Auch das ist so faktisch nicht richtig. Ulrich Stock ist kein klassischer Zeit-Journalist, sondern als Schachexperte und Kolumnist seit vielen Jahren für die ZEIT im Einsatz. Nicht die Zeit fühlt sich genötigt einen Artikel zu veröffentlichen, sondern Ulrich entscheidet sich darüber zu schreiben.
Und wenn man den Artikel liest erkenne ich auch eher die nüchterne Auseinandersetzung mit der sehr vielschichtigen Thematik und nicht pauschal einen Widerspruch gegen rechte Newsseiten. Das interpretierst du rein. Es war einfach ein bemerkenswertes Thema in der Schachwelt (wobei wohl kaum jmd. Hard Feelings dazu hat), ebenso wie der Hans Niemann Skandal oder das Carlsen am Brett Jeans statt Anzughose durchsetzen wollte.
Also wenn ich als Trainer der mit den Spielern und Spielerinnen in diesen Altersklassen tagtäglich arbeitet sehe, wie die Spielerinnen die im einen Jahr noch zu den besten des Teams gehörten binnen 1-2 Jahren von ihren Männlichen Mitspielern die gerade die Pubertät durchlaufen abgehängt werden, dann soll ich glauben, dass hierfür ein paar Jahrtausende getrennte Aktivität die Ursache sind und nicht die Körperliche Entwicklung?
Oder möchtest du mir als Trainer vorwerfen hier die Mädels gezielt oder zumindest fahrlässig derart zu sabotieren, dass aus aus guten Spielerinnen plötzlich Mitläuferinnen werden? Und warum ausgerechnet zu dem Zeitpunkt wo die Jungs die Pubertät durchlaufen und vorher nicht? Und warum ist das nicht nur bei mir so, sondern in allen Vereinen? Warum spielt in den ersten Jahren diese jahrtausendelange Prägung keine Rolle, dann aber plötzlich schon?
Ich finde es gewagt, in einem Sport (ich nehme an es geht um Fußball) in dem Lionel Messi mit imposanten 1,7 Meter Körpergröße und einem sehr wenig körperorientiertem Spielstil als einer der besten Spieler aller Zeiten gehandelt wird, Mädchen/Frauen grundsätzlich die körperliche Eignung für Spitzenleistungen abzusprechen.
Und mein Punkt war, dass die Gründe für dieses Leistungsgefälle vielfältig sein können. Selbst wenn man “gleiches Training” voraussetzt (wobei der Anspruch – u.U. auch unabsichtlich – noch nicht zwingend die Wirklichkeit repräsentiert), gibt es da ja noch viele andere Faktoren: Ein wirksamer Einsatz von (durchschnittlich) weniger kräftigen Frauen benötigt vielleicht taktische Innovationen; Es spielen sehr viel weniger Mädchen als Jungen Fußball, entsprechend ist der Talentpool bei Mädchen um einige Größenordnungen kleiner; Mädchen erfahren in den ersten Jahren ihrer “Karriere” weniger sozialen Zuspruch für ihre Leistungen, etc. etc.
Wo genau ließt du hier einen persönlichen Vorwurf? Eine Gesellschaft kann z.B. rassistische Ergebnisse produzieren, ohne dass eine Mehrheit der Mitglieder der Gesellschaft Rassisten sind. Es gibt sowas wie systemische Faktoren und in anderen Bereichen (z.B. Politik, Wirtschaft) sind diese gegenüber Frauen sehr gut dokumentiert. Ich fände es extrem erstaunlich, wenn gerade im Sport (der historisch und auch aktuell noch in vielen Bereichen ein von einem traditionellen Geschlechterbild geprägt ist) diese Effekte nicht zutage treten würden.
Wenn in einer Breitensportart mit stark taktischer Prägung Frauen zwar grundsätzlich in Männermannschaften mitspielen können, aber selbst Nationalspielerinnen es nur bis in die unteren Herrenliegen schaffen, dann drängt sich bei mir der starke Verdacht auf, dass das nicht ausschließlich mit Genetik zu erklären ist. Dazu ist die genetische Vielfalt auch innerhalb eines Geschlechts zu extrem. Bei rund 1.000 Spielern in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga würde ich bei gleichen Ausgangsbedingungen schon statistisch erwarten, dass da auch einige Frauen zu finden sind, weil bei dem Sport eben nicht nur körperliche Leistungen zu den Erfolgskriterien gehören.
Es geht nicht um Fußball, aber Lionel Messi war zwar klein, aber athletisch sicher nicht unbedarft.
Wenn Mädels zusammen mit Jungs die gleichen Trainings mit gleicher Kabine, gleichem Training, gleicher Trainer, gleichen Anweisungen, etc. gemeinsam besuchen und zusammen die gleichen Wettkämpfe bestreiten, wo soll da der signifikante Unterschied herkommen? Und noch dazu bei allen, und zwar ausnahmslos allen Vereinen zum gleichen Zeitpunkt. Mit der Folge, dass der Verband sogar eingeführt hat in bestimmten Altersklassen ein, später sogar zwei Jahrgänge nach unten spielen zu dürfen.
Das kann weder Zufall sein, noch irgendwelche unbewussten Gründe haben, da letzteres auch nicht an allen Standorten so wäre.
Um es in die erste oder zweite Bundesliga zu bringen darfst du dir auf der Liste der Fähigkeiten die du brauchst nicht wirklich große Ausrutscher erlauben. Es gibt tausende Fußballer, die zwar die technischen und athletischen Fähigkeiten dazu haben, aber nicht die taktischen. Oder die zwar taktisch top sind und technisch ebenso, die aber athletisch nicht zu dem Niveau passen.
Selbst wenn eine von 10.000 Spielerinnen genetisch so ein Ausrutscher wäre, dass sie athletisch im Profibereich mithalten könnte, dann müsste genau sie auch noch auch taktisch und technisch auf diesem Niveau sein. Und dann gehört auch noch viel Glück dazu, auch bei den Männern. Zur Falschen Zeit bei einem Verein zu sein, bei dem gerade die Stimmung nicht auf Integration von Talenten liegt hat schon manchem Top-Talent die Karriere gekostet.
Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass die ein oder andere Frau der Weltelite auch heute schon auf diesem Niveau spielen könnte, dann vielleicht nicht als Star der Liga sondern als Ergänzung eines schwächeren Vereins, aber das wird ja auch nicht probiert.
In der Sportart von der ich rede geht es aber ganz einfach draum, dass die Frauen ihr Limit selbst kennen, weil wir hier auch gar nicht im Profibereich sind bei den Männern. Wie gesagt gibt es dort auch Torhüterinnen bis in die dritte Liga, Feldspielerinnen aber mir bekannt nur in der 5. Liga, vielleicht in anderen Landesverbänden auch in der 4. (die ist teils mit der 5. in Bayern vergleichbar).
Der politische Diskurs belegt m.E. vielmehr, dass wir in einer hochgradig transfeindlichen und wieder zunehmenden misogynen Gesellschaft leben.
Lass mal einen kleinen, zierlichen Mann mit schmalem Körperbau gegen eine kräftig gebaute, große Frau im Gewichtheben antreten und schau, ob das Geschlecht der determinierende Faktor ist.
Schau dir mal an, was im Boxen innerhalb eines Geschlechts und einer Gewichtsklasse so für Varianz möglich ist. Schönes Beispiel: Nikolai Valuev
Im Kampf Valuev vs Haye hat der deutlich kleinere, schwächere Kämpfer übrigens gewonnen, weil Technik eben auch noch ein entscheidender Faktor ist.
Der Punkt ist, dass Geschlecht selbst ist keine Erklärung ist. Es ist ein grober Sammelbegriff für Faktoren wie Körpergröße, Muskelmasse oder Sauerstofftransport, die Leistung beeinflussen. Diese Faktoren sind statistisch mit Geschlecht korreliert, aber nicht exklusiv daran gebunden – sie überlappen zwischen Individuen erheblich. Und wie oben ausgiebig diskutiert, ist eben auch die Kategorie Geschlecht nicht ganz so einfach.
Wenn du also „Männer sind überlegen" sagst, springst du über den entscheidenden Schritt: Die Ursache für Leistungsunterschiede liegt in konkreten physiologischen Variablen, die sich statistisch unterschiedlich verteilen und je nach Sportart sehr unterschiedliche Bedeutung haben.
Im Ultramarathon liegen Frauen z.B. statistisch aktuell vorne, da ist u.a. die statistisch geringere Körpergröße und das geringere Gewicht tendenziell von Vorteil.
Auch gibt es für einige Unterschiede, die scheinbar mit Geschlecht korrelieren, durchaus Erklärungen, die rein gar nichts nichts mit Biologie zu tun haben, so zum Beispiel beim Schach.
Dennoch ist eine Erklärung, die besonders bei Männern beliebt zu sein scheint: Männer sind halt einfach von Natur aus überlegen.
Ich leite aus der Frage ob Männer in bestimmten Sportarten im direkten Wettkampf Weltelite vs Weltelite gewinnen würden keine generelle Überlegenheit ab. Dafür ist Sport dann doch eine zu spezifische Geschichte.
Und 99,x Prozent der Sportler in den jeweiligen Sportarten sind selbst so weit von der Weltelite entfernt, dass am Ende ohnehin das verschieben der eigenen Leistung der Hauptaspekt sein dürfte und weniger der Vergleich mit der Weltelite.
Edit:
Ich sehe es dennoch so, dass die Leistungen von Frauen sich denen der Männer noch annähern könnten, und glaube nicht, dass es insbesondere beim Spitzensport wirklich gleiche Bedingungen gibt, aber gerade die Erfahrungen aus dem Breitensport bzw. dem Nachwuchssport zeigen mir, dass die Studienlage die eben sehr wohl Unterschiede in Muskelmasse, Schnellkraft etc. Aufzeigt eher nicht in Frage gestellt werden muss.
*Axis & Allies
Und warum denn nicht, dabei lernt man neben strategischem Denken auch Ökonomie, Geographie und Geschichte. Allerdings kollidiert das zeitlich mit dem Schachtraining.
So und nun trete ich wieder in den Hintergrund und freue mich weiter, dass Sie hier die Verhältnisse im Schachhochleistungssport kommentieren.
Nur das wir uns nicht missverstehen. Mir fallen zig Sportarten ein bei denen ich unterstelle das das Geschlecht keinen Unterschied macht. Ich würde denken Turnen, Schach, Schießen, Marathon, Biathlon, Triathlon - ich würde denken potenziell alles, wo Ausdauer und das eigene Körpergewicht den Rahmen bilden, abzüglich vermutlich Weit- und Hochsprung. In allen solchen Disziplinen könnte man die Trennung aufheben.
Um auf das oben genannte Scatterplot zurückzukommen, könnte man die Disziplinen sogar damit identifizieren, indem mein die Punktwolken beider Geschlechter einfach übereinanderlegt. Wo ein kritisches Maß an Leistungsüberschneidung gegeben ist, kann man zusammenlegen, wo die Wolken zu stark auseinanderliegen kann man sich das Diskutieren und Philosophieren sparen.
Es spielt doch keine Rolle wie du es nennst, auch du weißt was gemeint ist. Nur weil es hinsichtlich der Faktoren Grenzgänger gibt (Standardabweichung, Varianz, Glockenkurve), heißt das nicht das ein binäres System sinnlos ist. Irgendwo ran muss man dann letztlich unterscheiden wenn jemand ein “Xir” ist und da eignet sich das Chromosom doch wunderbar. Wenn eine Sarah eine Statur wie Fabian Hambüchen hat und eine Hormontherapie gegen Brustbehaarung beansprucht, dann sollte sie vielleicht beim Zehnkampf im Zweifel nicht gegen XX-Menschen antreten. Ich denke man kann damit einfach pragmatisch umgehen.
Das glaube ich dir sofort! Das ist ein schleichender Prozess der sich organisch durchsetzen wird und du bist eine vieler Millionen Wegebnerinnen. Sei stolz drauf.
Worüber diskutieren wir denn hier? Sportarten sind unterschiedlich, es gibt welche da spielt der Geschlechter-Unterschied keine Rolle, es gibt aber auch welche da spielt eine entscheidende. Fußball gehört vermutlich dazu, da körperliche Stärke im Zweikampf als auch Geschwindigkeit im Schnitt zentral sind und daher jede randomisierte Männerkohorte eine stärkere Leistungsglockenkurve aufweisen wird. Das ist auch bei Kraftsportarten so. Ist das Konzept denn wirklich so outlandish fragwürdig?