Hier aus dem o.g. WDR-Artikel:
„Der iranische Sicherheitsapparat … hatte die Bevölkerung weitgehend vom globalen Internet abgeschnitten. Die Technik dort ist so zentralistisch organisiert, dass … [iranische IP-Adressen für ] Verbindung mit der Außenwelt gekappt [sind]. „In Deutschland oder anderen europäischen Ländern wäre das nicht möglich“, sagt WDR-Digitalexperte Jörg Schieb.
…es gibt Möglichkeiten - quasi für jedermann - die Menschen im Iran zu unterstützen. Wer einen Rechner zuhause hat, kann Bandbreite spenden. … „Snowflake“.
„… eine kostenlose Erweiterung, die sich jeder auf den PC oder aufs Handy laden kann“, erklärt WDR-Netzexperte Jörg Schieb. „Das Plugin als Erweiterung läuft in allen gängigen Chromium‑Browsern wie Chrome, Edge, Brave oder Opera und als Add-on auch in Firefox.“
„Snowflake“ ist ein Projekt vom Tor-Netzwerk. Der Tor-Browser ist ein Browser, der anonymes Surfen über das Darknet ermöglicht. …ist in Ländern wie dem Iran aber auch in Russland oder China wichtig, um Kommunikation aufrecht zu erhalten.
…
Wenn „Snowflake“ auf dem Rechner aktiv ist, [wird die eigene IP-]Adresse … vom Tor-Browser [des Iraners] verwendet. Damit wird also das eigene Internet über das Tor-Netzwerk anderen Menschen zur Verfügung gestellt. … Für ein Regime ist es zwar möglich einzelne IP-Adressen auch im Tor-Netzwerk zu blockieren, aber eben nicht alle [ständig wechselnde]. …
In Deutschland ist es legal, einen Teil seines Datenvolumens also seiner Bandbreite zu teilen. Auch ist es hier erlaubt, das Darknet zu benutzen.
„Das Plugin wird im Browser installiert. Darüber ist kein Zugriff auf persönliche Dokumente und andere Daten auf der Festplatte oder im Speicher möglich“, erklärt WDR-Digitalexperte Jörg Schieb. … Das Tor‑Projekt gelte seit vielen Jahren als eines der wichtigsten Werkzeuge für anonyme, zensurresistente Kommunikation und werde weltweit von Journalistinnen, Aktivisten und Oppositionellen genutzt.
… die Menschen … können [statt dessen] versuchen, über Starlink ins Netz zu kommen. Der Satelliten-Internetanbieter bietet im Iran seinen Dienst mittlerweile kostenlos an. Um Starlink zu nutzen, braucht man spezielle Antennen und Empfangsgeräte. Sie sind im Iran verboten, wurden aber ins Land geschmuggelt.