Könnte mal jemand eine Quelle für die Zahlen posten, über die hier Uneinigkeit besteht?
- Großstädte = dicht bebauter Raum = Fernwärme
- Vollkostenbetrachtung (TCO) statt bei Heizungsentscheidung nur auf Investitionskosten zu schauen (TOTEX statt CAPEX).
- GEG: 65% erneuerbar: glücklicherweise dürfen sich solche WEGs dann ja nicht mehr für Gasheizungen entscheiden.
- Eigentum verpflichtet. Da sich die Heizkostenersparnisse, die die Wärmepumpe mit sich bringt, gut berechnen lassen, sollte das wirtschaftliche Risiko eines Kredits hierfür eingegangen werden und werden können. Hier auch der Punkt aus der Lage anzuführen: Verdoppelung der Gaspreise bis 2030. Dies bringt also Planungssicherheit. Das Cashflowargument (keine Liquidität) finde ich schwierig, wenn man doch auch vom Wertzuwachs der Immobilie fröhlich partizipiert und sich sehr wohl beim Kauf über die zukünftig anstehenden Modernisierungen / Investitionen Gedanken gemacht haben sollte.
- “Die Wärmepumpen-Option hätte es aber trotz der erheblichen Mehrkosten nicht geschafft den aktuellen Wärmebedarf auch nur annähernd zu decken” bitte mehr Details: man kann Wärmepumpen kaskadieren, also in Reihe schalten. Ergo kann die Heizlast de facto nicht zu groß sein. Ein anderer Punkt ist die Wärmeabgabe: ggf. müssen Heizkörper vergrößert werden, damit die Raumtemperatur mit geringeren Vorlauftemperatur erreicht wird. Auch dies ist möglich und sinnvoll.
Welche?
Förderung: BMWE | Richtlinien zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
GEG: §71 (8) https://www.gesetze-im-internet.de/geg/\__71.html
Ich kann mir aktuell absolut nicht vorstellen, dass es die Bundesregierung, und auch Landesregierungen, zulassen werden, dass die Preise massiv steigen.
Aktuell wird in Deutschland in 75% der Wohnungen mit Öl oder Gas geheizt. Das ist so eine große Mehrheit, dass es politisch mMn nicht durchsetzbar ist. Nicht nach den Kaufraftverlusten der letzten Jahre.
Inlation kills governments. Gibt genügend Beispiele dafür.
ich orientiere mich an den Förderbedingungen für Heizungstausch bei der KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458) | KfW
Die Förderung setzt sich zusammen aus:
- Grundförderung 30%
- Geschwindigkeitsbonus derzeit 20% ah Mist, auch dafür gilt: “Sie erhalten den Klimageschwindigkeitsbonus für Ihre selbstgenutzte Wohneinheit” - Vermieter sind da also benachteiligt!
- Effizienzbonus: 5% bei LWWP mit R290, SWWP oder WWWP immer
Der Knackpunkt war, dass ich die Einschränkung beim Geschwindigkeitsbonus nicht mehr im Kopf hatte! Dann ist es für Fremdgenutzte in der Tat 35% maximal, nicht 55%.
Schade, dass Vermieter nicht ebenfalls für schnelle Umstellung belohnt werden. Gerade im Umfeld der COP wurde ja von der Wissenschaft betont, dass eine möglichst schnelle Reduktion der Emissionen für unser aller Zukunft entscheidend ist/wäre. Das ist ohne die Mietwohnungen kaum denkbar. ..
Wenn vereinbart wird, dass die Anlage mit Mietende an den Eigentümer übergeht (sinnvollerweise, da der Rückbau im Vergleich zum Restwert der Anlage teuer ist), gegen eine über z.B. 5 Jahre sinkend gestaffelte Ablöse des Restwerts, dann sollte der Vermieter für diese wertsteigernde Maßnahme eigentlich dankbar sein. Sie erhöht ja auch den Wohnkomfort bei sommerlicher Hitze.
Ich kann mir vorstellen, die Vorbehalte sind weniger grundsätzlicher Natur sondern je nach Objekt und Umgebung die Sorge, dass Nachbarn Einreden wegen Lärmschutz geltend machen könnten. Oder Angst vor Schäden an der Bausubstanz durch den Mauerdurchbruch, besonders wenn bereits eine Außendämmung vorliegt.
Vielleicht könnten sich Mieterbund und Haus&Grund da zusammensetzen und eine Mustervereinbarung ausbaldowern. Man muss ja nicht alles gesetzlich regeln.
Da kommt schon die erste Planungsunsicherheit. Wer weiß denn obb der Gaspreis sich wirklich bis 2030 verdoppelt. Dazwischen sind EU- und Bundestagswahlen mit ungewissen Ausgang.
Siehe Verbrenner-Aus, Siehe GEG, siehe Rente, siehe Verschiebung ETS 2…
Sollte der Gaspreis wirklich bis 2028 dermaßen steigen und die Mieter und Hausbesitzer so viel Geld in Gas investieren, dann behaupte ich, dass die Politik das verhindert. Wahrscheinlich zum Schaden des Klimaschutzes.
Grundsätzlich mal eine Frage, da ja auch private Vermieter hier im Forum sind:
Kann man davon ausgehen, das Vermieter primär das Wohl ihrer Mieter im Sinn haben, dazu alle den Klimaschutz als oberstes Ziel sehen, und Motive wie Gewinn-/Renditeerzielung nur als ungewollten Nebeneffekt hinnehmen? ![]()
Frage nur weil ich da wohl ungewöhnliche Ausnahmen kennengelernt habe …![]()
CO2-Preis und Netzkosten hängen ja zusammen. Wenn die Erhöhung der CO2-Preise verschoben wird - was ich für nicht unwahrscheinlich halte - dann werden weniger Leute von Gas zu Wärmepumpe wechseln. Dann steigt aber auch die Umlage für die Netzkosten viel weniger und vor allem viel langsamer an.
Je nach Einkommen holen die sich bis zu 45% über die Einkommensteuer wieder. Benachteiligt sind also Vermieter die sonst kein Einkommen haben oder bereits durch Sonder-AfA ihre Einkünfte stark reduzieren. Außerdem: Alles, was man dem privaten Vermieter anbietet, können durch den Gleichheitsgrundsatz auch Vonovia usw. nutzen.
Den CO2 Preis kann man natürlich politisch wieder abschaffen. Gasnetzkosten kannst du aber nicht politisch abschaffen. Die sind real und müssen aufgebracht werden.
Eine Anmerkung zum ETS2: die beschriebene Preiswirkung ist .. übertrieben dargestellt worden.
- In Deutschland gibt es bereits den nationalen Emissionshandel, mit dem derzeit schon 55 Euro/t CO2 gezahlt wird.
- 55 Euro/t CO2 bedeutet gut einen Cent pro kWh bei Erdgas. Hier gibt es eine offizielle Grafik dazu von der DEHSt:
https://www.dehst.de/DE/Themen/nEHS/nEHS-verstehen/nehs-verstehen_node.html#doc284546bodyText7
Zu den dargestellten Preisen kommt aber noch die Mehrwertsteuer, die muss man noch dranmultiplizieren.
Der Start des ETS2 - nun wohl erst 2028- wird damit hier in Deutschland sicher keinen so großen Preissprung bewirken wie beschrieben, auch weil er den nationalen Emissionshandel ersetzen wird.
Wenn ihr Interesse habt an mehr Informationen zum ETS 1 und 2 und den weiteren Instrumenten auf EU-Ebene (z.B. EU-Klimaschutz-Verordnung - ESR): das Öko-Institut informiert gerne.
Bei uns ging es auch im Schwerpunkt um die Folgen der auf immer weniger Gas(kunden) umgelegten Netzentgelte und sonstigen Fixkosten.
Fände ich prinzipiell sinnvoll. Die Erfahrungen rund um Balkonkraftwerke lassen mich aber daran zweifeln, dass es soweit kommen wird. Selbst jetzt, wo es ein entsprechendes Gesetz gibt, versuchen viele Vermietende mit Rückendeckung durch Haus&Grund Balkonsolar zu verhindern.
Kaum - weil er in Kürze auf europäischem Recht beruhen wird und weil es inzwischen sehr viele Marktteilnehmende gibt, die auf den Ausstieg setzen, nicht zuletzt die Heizungs- und Installations-Wirtschaft. Das geht nicht mehr weg, darauf kann man sich nur einstellen - je schneller, desto günstiger wird’s.
Nischenthema aus meiner Sicht. Klar muss man sich drum kümmern und gibt es Lösungen wie Innendämmung, Fenstertausch, Dachdämmung, PV, Kellerdämmung, Dämmung der nicht einsehbaren Fassaden etc., aber ist kein Show Stopper.
Insgesamt stehen 3 % aller Gebäude in Deutschland unter Denkmalschutz. Das GEG gilt hierfür nicht. Umlage- und Absetzmöglichkeiten sind hier viel höher. Eher weniger sind Wohngebäude, wenn man sich z.B. die Liste des https://denkmalatlas.niedersachsen.de/ für Hannover anschaut.
Die Abneigung für neue Gasheizungen wird schon sinken, wenn die Gaspreise steigen. Denke das wird viele umstimmen. Leider gilt wie du sagst oft Kurzfristigkeit und keine Rechnung über 20 Jahre als Entscheidungsgrudnlage.
Wird jetzt nicht mehr gehen, da die neue VDE Richtlinie dazu raus ist. Selbst, wenn sie sich darauf berufen, ist danach alles unter 960W zulässig. Kann man sich drüber aufregen, aber verhindern kann man damit Balkonsolar auch nicht mehr.
Wieso kann das in der EU nicht auch geändert werden? Da sind ja dieselben Parteien am Ruder, und der rat und Frau Von der Leyen rudern ja auch sonst was Klimaschutz angeht deutlich zurück.
Ja, und auf EU-Ebene arbeitet CDU/CSU nun ohne Hemmungen mit Rechtsextremen zusammen.
Ich habe da nicht den Optimismus.
Folgende deutsche Parteien wollen keinen CO2 Preis:
DIE LINKE, BSW , AFD
Die CDU will ihn verschieben und hat mit „Heizungsgesetz abschaffen!“ die Wahl gewonnen.
In derzeitigen Umfragen geben 62% der Deutschen diesen Parteien ihr Stimme.