Danke für eure Einschätzung zur Aufweichung des Verbrennerverbots. Die Mieter einer Wohnung haben seit rund zwanzig Jahren die Solarpanele der Hausbesitzenden über den Strompreis subventioniert. Nun sind sie massiv dazu gezwungen sich an zu wenigen Ladesäulen anzustellen und müssen den Strom für ihre Mobilität am Markt kaufen, anstatt mit dem Strom vom eigenen Dach. Diese soziale Ungerechtigkeit bei der Energie- und Klimapolitik fördert aus meiner Sicht das weitere Auseinanderbrechen der Gesellschaft und vermindert die Akzeptanz der Klimapolitik. Vielleicht könnt ihr einmal ausrechnen wie groß die Umverteilung von Arbeitenden ohne Vermögen zu Besitzenden in den letzten und kommenden 20 Jahren allein über den Strompreis war/sein wird. Das Dilemma findet sich ja in jeder Förderung, vorallem, wenn man ein Hausbesitz Voraussetzung ist.
Abgemindert gibt es ein Problem bei Eigetümergemeinschaften bei der Klimaanpassung. In Wohnhäusern mit Eigentumswohnungen ist es oft extrem schwierig ärmere Miteigentümer zur Investition in Photovoltaik/Wärmepumpe zu überzeugen. Hier wäre eine gezielte KfW-Förderung von solchen bremsenden Miteigenümern kombiniert mit einer Moderation vielleicht ein Schmierstoff, der den Klimaschutz ins Rollen bringen könnte. LG Jörg
Vorsichtig mit solchen Rechnungen. Wer ehrlich ist, rechnet hier nicht einfach die ausgezahlte EEG-Umlage und legt sie auf alle Haushalte um. Berücksichtigt werden müsste außerdem:
Das den Ausgaben für die EEG-Umlage auch Einnahmen aus dem so erzeugten Strom gegenüberstehen.
Dass Menschen mit PV-Anlage auf dem Eigenheim im Durchschnitt vermutlich mehr Steuern zahlen als Menschen, die zur Miete wohnen.
Ich bezweifle, dass man so eine Rechnung überhaupt seriös machen kann und in jedem Falle sagt sie wenig über die tatsächlichen Effekte auf “arme” Mieter aus, die ja wiederum von anderen staatlichen Transferleistungen und Services profitieren.
Es gibt eben seit (sehr) langem eine politische Entscheidung, die meiner Ansicht nach auch von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen wird, dass der Staat den Besitz von Wohnungseigentum finanziell fördern soll. Diese Förderung (z.B. KfW-Kredite, PV-Pauschalen) sind wiederum auch einer recht breiten gesellschaftlichen Gruppe zugänglich.
Ich persönlich finde die Fixierung auf das Eigenheim sowohl als Ziel vieler Menschen, als auch als staatliche Aufgabe fragwürdig. Ein Eigenheim ist selbst mit staatlicher Förderung wenig effizient beim Vermögensaufbau und volkswirtschaftlich ebenfalls Blödsinn (weil Eigenheimbesitzer lieber einer wirtschaftlich weniger einträglichen Tätigkeit nachgehen, als umzuziehen). Aber aktuell wollen das auch viele Menschen/Wähler so, die davon nicht direkt profitieren werden, weil das Eigenheim einen so hohen ideellen Wert hat.
Ich habe weder auf der Autobahn, noch im kommunalen Bereich jemals das Problem gehabt, keine freie Ladesäule zu finden. Problematisch ist meiner Erfahrung nach nicht das Verhältnis zwischen Ladesäule und E-Auto, sondern in erster Linie idiotische Verbrenner-Fahrer, die auf den E-Auto-Flächen parken und den Zugang blockieren.
Und z.B. bei ENBW gibt es einen Ladetarif für 39 Cent/kwh zzgl. 12 Euro/Monat Grundgebühr. Das ist ein klein wenig teurer als der Hausstrom (bei uns derzeit ca. 30 Cent/kwh zzgl. Grundgebühr), aber dafür muss man dann keine Wallbox installieren lassen (kostet aktuell vermutlich ca. 500 bis 2.000 Euro plus Installateur, je nach konkreter benötigter Technik und Ausgangssituation der Elektrik im Haus).
Der Vorteil beim E-Auto laden entsteht Eigenheimbesitzern gegenüber dem Fremdladen eigentlich erst durch die Nutzung des eigenen PV-Stroms. Und dafür muss man auch mit Förderung erstmal ca. 20.000 Euro in Vorleistung gehen. Die Rechnung geht am Ende für den Eigenheimbesitzer natürlich auf, aber ich finde es kurzsichtig, an dieser Frage den Klassenkampf auszurufen. Dafür eignen sich Themen wie Erbschaftssteuer doch viel besser ;-).
Ich vermute, dass man mit klaren gesetzlichen Anforderungen und Fristen auf der einen Seite (Peitsche) und großzügigen und billigen KfW-Krediten auf der anderen Seite (Zuckerbrot) besser fahren würde.
Natürlich wäre es Schwachsinn, Menschen zum Verkauf ihrer Eigentumswohnung zu zwingen, weil sie sich die Finanzierung einer Energiesparmaßnahme nicht leisten können. Aber Eigentum verpflichtet und jeder Immobilienbesitzer hat per Definition ein nicht unerhebliches Vermögen.
Entsprechend sollte der Gesetzgeber klare Vorgaben zum Umfang und Zeitplan energetischer Sanierungen im Bestand machen. Und die KfW sollte Eigentümern, denen eine Finanzierung dieser Maßnahmen nicht zumutbar ist, einen Kredit im nötigen Umfang mit sehr langer Laufzeit und sehr niedrigem Zins anbieten.
Dann kommt auch ein wenig Bewegung in die Diskussionen in der WEG. Staatliche Vorgaben müssen nämlich erfüllt werden, da kann dann auch ein unwilliges WEG-Mitglied nicht mehr blockieren.
Ich verstehe nicht weshalb man sich nicht einfach mal anschaut, wie es in anderen Ländern gelöst wird. Z.B. in den Niederlanden sind Ladepunkte so häufig, dass man sich keinerlei Gedanken darum machen muss, ob man als Mieter eine eigene Wallbox hat oder nicht.
Jeder größere Supermarkt verfügt über AC-Lader, viele auch über Schnellader. Nahezu in jeder Ecke finden sich in Städten AC-Ladestationen, selbst in den kleinsten Dörfern am Meer.
Ich fahre einkaufen, lade dabei nebenbei, verliere keine Zeit und muss nicht tanken fahren. Wenn dann die Ladepreise noch stimmen …
Sorry, diese Logik verstehe ich nicht. Wenn Sie eine eigene PV auf dem Dach haben - Glückwunsch. Dann können sie eine eigene Wallbox anschliessen und mit “eigenem” Strom kostenlos ihr E-Auto betanken.
HPC-Laden ist kein „teurer Strom“, sondern teure Infrastruktur mit oft geringer Auslastung.
Wer dauerhaft Preise deutlich unter 60 ct/kWh anbietet, verdient daran nicht. Infrastruktur, Trafos, Ladesäule und Wartung müssen eben bezahlt werden.
Die Nutzung von eigenem PV-Strom ist eine private Investitionsentscheidung. Wie viel Kapital jemand einsetzt, rechtfertigt kein steuerliches oder regulatorisches Privileg. Durch Eigenverbrauch wird das Stromnetz nicht automatisch entlastet, die Fixkosten des Netzes bleiben bestehen und verteilen sich auf weniger Restnutzer, was die Netzentgelte für diese erhöht. Damit entsteht eine Kostenverlagerung statt eines Effizienzgewinns.
Wenn auf diese private Entscheidung zusätzlich Vorteile beim Laden von E-Autos gewährt werden, ist das ein doppeltes Privileg.
Einmal durch Förderung und Eigenverbrauch, und ein zweites Mal durch reduzierte Abgaben und Steuern.
Eigenverbrauch kann ein Privileg sein, wenn er messbar netzdienlich ist. In der aktuellen Ausgestaltung ist dieses Privileg jedoch zu groß und ökonomisch nicht gerechtfertigt
Die Aussage ist falsch. Beim EEG waren Einnahmen und Ausgaben keine direkt gekoppelten Größen, sondern zwei getrennte Töpfe. Die EEG-Umlage diente nur zur Finanzierung der Differenzkosten, sie war keine Einnahme im marktwirtschaftlichen Sinn. Seit 2022 Steuer finaziert andere Geschichte.
Steuern sind nicht Ausgaben gebunden daher verstehe eine solche Aussage nicht.
zum Ausgangspost: Ich stimme an einigen Stellen zu, an anderen nicht
ja, jeder der keine PV hat, zahlt die einspeisevergütung der anderen mit im Strompreis. Leider ist das Modell so. Genauso zahlen aber auch alle, egal ob Pv oder nicht, die Kosten des netzausbaus der ganze Windräder und solarparks mit.
Eine PV hilft dir beim Laden des E Autos nicht viel. Der Effekt ist natürlich größer Null, aber nicht so groß. Erstens weil das Auto meist nicht vor 15:00 zuhause ist und da ist PV schon deutlich weniger, selbst an Sommertagen mit viel Sonne. Und ein Akku, der vielleicht 10kwh hat, hilft dir beim Laden auch nicht viel.
Der eigentliche Effekt ist das Zuhause laden. Wenn man 25cent für die kWh bezahlt ist das eben besser als 50 Cent unterwegs, oder vielleicht mal 45 Cent…
Daher haben Mieter ohne wallbox das eigentl. Problem, ob Pv oder nicht ist nicht der große Hebel
Soweit ich aus 8 Jahren BEV Erfahrung sagen kann, wachsen die Ladepunkte schön mit der Zunahme der BEV mit. Die meisten Säulen langweilen sich den ganzen Tag. Es gibt ein paar Hotspots, wo die Leute primär Parkgebühren sparen und deshalb laden, aber sonst ist tote Hose.
Das ändert sich dann nur für die Spots auf der Autobahn wenn Ferienbeginn/ende ist. Hier sollte man einfach nach Ladeparks mit min 6 Ladepunkten filtern und kommt damit auch ganz gut hin.
Angestanden habe ich in den 8 Jahren noch nie. 40 tkm pro Jahr sind es. Keine Wallbox daheim.