Hätte die Lage mehr Reichweite, wenn ihr weicher formulieren würdet?

„[…] wo teilweise Nazis schon auf der Straße quasi die Befehlsgewalt innehaben“
LdN365 Minute 45:50

„[…] mit vielleicht sogar Linksextremen, also ich finde es einfach schön wie bunt es da ist“
LdN365 Minute 48:20

Bei solchen Aussagen fand ich es in den Folgen mit Sandra Schulz sehr angenehm, dass sie @vieuxrenard gebremst, bzw. seine Aussagen in einen breiteren Kontext gesetzt, bzw. seine Aussagen entkräftet hat, wenn diese z. B. „ein wenig übers Ziel hinausschießen“ oder fragwürdig formuliert sind.

Ich würde mir wünschen, dass @philipbanse solche und so ähnliche Aussagen nicht unkommentiert stehen lässt, sondern auf Sandra-Schulz-Art „eingreift“ und bremst.

Auf der Sachebene stimme ich den Ausführungen im Podcast meist zu, vor allem wenn es um die „großen Probleme unserer Zeit“ geht (siehe Baustellen der Nation). Tendenziell sind die Leute, die zu diesen Problemen bzw. den im Podcast (oder auch Buch) präsentierten Lösungsansätzen eine andere Meinung haben, eher „rechts“ (zumindest „rechter“ als @philipbanse und @vieuxrenard und auch ich), bzw. „Linken“ gegenüber nicht besonders aufgeschlossen. Wenn ich solche „mehr rechts stehende“ Freunde und Bekannte mit den Sachargumenten aus dem Podcast von den Lösungsansätzen zu angesprochenen Problemen überzeugen möchte, dann kann ich leider nicht einfach sagen „hör dir einfach mal LdN365 an, da wird sehr gut erklärt, warum das die beste Lösung ist“. Denn wenn dann unter anderem solche Aussagen wie oben zitiert fallen, dann sind solche „eher rechts stehenden“ Menschen nicht mehr offen für Sachargumente, weil sie von einem „Linken“ vorgetragen werden. Also: mMn wäre der Einfluss der LdN NOCH größer, wenn man z.B. dem „alten Freund vom Dorf, der etwas ‚schwierige‘ Ansichten hat“ eine Folge der Lage schicken könnte und dieser antwortet „die vorgebrachten Argumente zur Digitalisierung / Energiewende / Verkehrswende / you name it sind überzeugend, du hast mich zum Umdenken angeregt“, satt „was hörst du denn da, ich konnte mir nicht mehr als 5 Minuten von diesem linken Gelaber anhören“. Natürlich sehr plakativ und überspitzt, aber ich hoffe, mein Punkt wird klar.

Edit: Philip, nicht Philipp
Edit2: Man kann Personen ja taggen, das ist ja wunderbar!

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Du sprichst mir so aus der Seele. Inhaltlich stimme ich der Lage meist innerlich zu. Aber wie hart und vor allem die Gegenseite oft wegstoßend formuliert, da hätte ich als Gegenüber gar keine Lust auf Diskussion (und überzeugt werden), denn ich hätte gar nicht das Gefühl überhaupt ernst genommen zu werden.

So überzeugt man niemanden, der nicht ohnehin schon die Meinung teilt, sondern beweist sich eher in seiner Peer Group. Für die eigene Bubble ist das toll, aber es ist halt gänzlich ungeeignet um Brücken zu bauen und damit echt etwas zu bewirken.

Von daher würde auch ich mir manchmal weichere, auch mal selbstkritische (und damit meine ich nicht die Korrekturen-Rubrik, die ich als journalistische Selbstverständlichkeit ansehe) und auch die eigene Position in Frage stellende Positionen wünschen, damit ich euch auch mal in bubbleübergreifenden Diskussionen anführen kann.

7 „Gefällt mir“

Das kann ich alles gar nicht mitgehen. Ich finde es gut, dass es hier eines der wenigen Formate ist, welches auf Grund von Fakten eben Bullshit, Lügen und Populismus benennt. Wir haben mehr als genug relativierende Journalismus, der dafür sorgt das die Halbwahrheiten und teils auch Lügen von Politikern, Verbänden und anderen relevanten Subjekten plötzlich als legitime Meinung wahr genommen werden. Außerdem gegen die beiden immer auf die Gegenseite ein und geben dieser auch legitimen Raum, sofern es eben wissenschaftlich und rechtlich einwandfrei ist.

Von daher bitte weiter so und lasst euch nicht beirren @vieuxrenard und @philipbanse

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@Tris ich gebe dir absolut recht! Ich glaube, mein Punkt ist eventuell nicht ganz klar geworden. Mir geht es keineswegs um das „was“, sondern fast ausschließlich um das „wie“. Es ist doch so: Wenn ich in einer Diskussion meinen Gegenüber beleidige, dann kann ich ab dem Punkt die Diskussion auch direkt abbrechen, weil der/die Gegenüber sich nicht von jemandem umstimmen lassen wird, der ihn/sie beleidigt hat. Das „wie“ ist also mindestens genauso wichtig wie das „was“.

Bullshit, Lügen und Populismus benennen, alles super und DAFÜR liebe ich die Lage!
Reproduktion von Halbwahrheiten und Lügen, false balance, etc., alles problematisch, stimme ich absolut zu.

Das „wie“ finde ich vor allem so wichtig, weil wir in einer Demokratie ja nur weiterkommen, wenn wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen und einen Kompromiss finden. Das mag oft enttäuschend sein, so ist es aber nun einmal.
Habeck hat da letztens etwas Gutes zu gesagt: „Gemeinsam Lösungen finden, den halben Meter aufeinander zugehen, trotz unterschiedlicher Überzeugungen. Das nennt man Politik.“ https://www.youtube.com/watch?v=19utvf-wTco
Die Gegenseite wird nur einen halben Meter auf mich zugehen, wenn sie sich ernst genommen fühlt und nicht verächtlich gemacht wird.
Das gilt offensichtlich NICHT für verfassungsfeindliche oder aus anderem Grund offensichtlich falsche Positionen!

Zum Thema „auf die Gegenseite eingehen“: Ja, das machen Ulf und Philip meist, das „was“ ist also gegeben und da sind wir einer Meinung, das „wie“ finde ich aber manchmal problematisch. Meinem Empfinden nach wird die Gegenseite bzw. werden die Argumente der Gegenseite auf eine Art und Weise („wie“) angeführt, sodass im Subtext etwas mitschwingt wie „diese (andere) Position einzunehmen ist lächerlich und dumm“.

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