vorab, ich habe die 22 Kommentare bisher nur lose überflogen
will jetzt aber meinen neues Thema aufmachen.
Ich ärgere mich, dass der Leistungsbezug in Barsüberweisung gar nicht diskutiert wird. Oder anders gesagt, anstatt einer Kürzung, gerade im Bereich Terminpflichtverletzung, erscheint mir die Forderung, dass man persönlich einen Barcheck oder eine Barüberweisung abholen muss, persönlich, doch weit geeigneter als einfach eine Kürzung des ohnehin schon Minimums.
Ja. die Agentur braucht dafür vlt einen Mitarbeiter mehr an der Kasse, der Rest sollte sich in der EDV leicht abbilden lassen.
wohl bemerkt! Das soll lediglich als Strafe bei z.B. unbegründete Terminversäumnissen eine Möglichkeit sein. Und gern auch wirklich nur das abholen, kein versteckter Zwangstermin o.Ä.
Aber allein schon einen wichtigen Grund… zu erzwingen, dass man dort hingehen muss, sonst hat man kein Geld, kann positiv gesehen auch dafur sorgen, dass man auch zum Termin eher hingeht, weil der erste Schritt wortwörtlich schon gemacht ist. Das erscheint mir allemal besser als eine Kürzung, schlimmstenfalls ohne Ansage.
Vlt gibt’s sogar eine Pauschale für die Anreise,die den Äquivalenzkosten der Öffies entspricht und man muss halt die Barüberweisung persönlich quittieren.
Das erfordert das Minimum an Mitwirkungspflicht ohne das Minimum an Überleben einzuschränken und öffnet oder normalisiert den Gang zur Agentur, eben auch für die Termine.
andere Sache:
gehst du nach der Schule studieren, baust du keinen keinen Anspruch auf ALG 1 auf, du warst ja nie Sozialversicherungspflichtig angestellt. Findet man nicht sofort einen Job, ist man direkt im Hartz VI, Bürgergeld Grusi what ever… ich habe diese Erwähnung noch nirgendwo gefunden, finde es aber umso wichtiger einzubringen, weil es zeigt, dass Bürgergeld eben nicht nur eine Debatte für die immer vorgezeigten unteren sozioökonomischen Milieus ist. Und dass man nicht von der Uni weg direkt einen Job findet oder annehmen kann, kann ja verschiedenste Ursachen haben.
…nebst dem in der letzten Lage gebrachten Argument, es hemmt auch das Risiko einer Gründung, weil man, gerade durch die nun fehlende Vermögensschonung, unendlich hart fällt, sollte das junge Unternehmen doch scheitern, es senkt also die Risikobereitschaft und damit auch die Innovation und Investition und/oder erhöht die Bereitschaft zur Insolvenzverschleppung. Wenn deine Gründung scheitert, bräuchte ja vlt auch erstmal einen Moment um das zu verarbeiten und da siehste alle deine Felle weg schwimmen, die du noch als Reserve hast.
Und ein Vorstellungsgespräch für einen nahtlosen Übergang stelle ich mir schwieg vor. “und warum bewerben sie sich bei uns?” “mein vor einem Jahr gegründetes Unternehmen fährt leider gerade gegen die Wand und da wollte ich mich bei Ihnen im Controlling bewerben, für einen möglichst nahtlosen Übergang.” “ahh ja… sie wirken unkonzentriert, ist was"?” “nee nee, alles gut *schnief*” “ also geht gerade pleite, Controller… hmmm… wir melden uns”
2 wichtige Argumente und ich verstehe nicht, warum die im öffentlichen Diskurs, zumindest in meiner Wahrnehmung, nicht eingebracht werden