Es ist richtig: Das Problem ist komplex – und sicher wäre unendlicher Straßenraum wünschenswert… – wenn dieser unendliche Raum nicht für den motorisierten Individualverkehr genutzt wird.
Hier wird vom grünen Verkehrssenator maximaler Straßenraum gefordert: Es wird für diesen Raum aber kein Verkehrskonzept vorgelegt. Die Raumanforderung sollte dem Konzept folgen.
An ganz entscheidenden anderen Stellen der Stresemannstraße wird der Straßenraum für Fussgehende, Radfahrende, Busse und Autos noch enger, als an der Sternbrücke. Was nützt es bitte, wenn unter der Brücke ein Radweg ist, der 30 Meter später wieder weg ist?
Ein Lösung gab es Anfang der 90er Jahre: eine zweispurige Stresemannstraße mit Busspuren, die auch für Radfahrende freigegeben waren. Diese Lösung ist fast ohne Kosten umsetzbar und löst die Probleme nicht nur unter der Sternbrücke, sondern auch davor und dahinter! (((Die Grüne Partei (Eva Botzenhart) sagt zu diesem Vorschlag (frei zitiert): „Das wäre prima, aber Verkehrsschilder werden von der Polizei aufgestellt und nicht vom Verkehrssenator. Daher ist Andy Grote zuständig. Das entzieht sich also der Zuständigkeit der Grünen Partei, der hier die Hände gebunden sind.“ )))
Die bespielhafte vorgelegten Alternative zur Monsterbrücke beschränkt übrigens den Straßenraum lange nicht so stark, wie die aktuelle (denkmalgeschützte) Brücke. Sie gibt mehr Raum… aber selbst das ist dem grünen Verkehrssenator nicht genug!
Es ist ziemlich absehbar: Die Stresemannstraße sollte (und wird sehr wahrscheinlich) zweispurig für den motorisierten Individualverkehr werden. Durch die Konzentration auf Busse werden Fahrradfahrende und Fussgänger*innen aber auch in Zukunft tendenziell immer erst mit dritter und vierter Priorität beachtet.
Eine Mobilitätswende sollte auch eine Wende sein. Statt dessen sollen Autos weiterhin ihren Raum behalten. Sinnvoll wäre es, den Autos endlich Raum zu nehmen und diesen den Fahrrädern und dem Fussverkehr zurück zu geben.
Das, was Du auf den Fotos dokumentierst war dort auch schon 1925. Damals fuhren Fahrräder auf der Straße. Wenn wir den Klimawandel aufhalten wollen kann es nicht darum gehen große, ressourcenverschwendende Bauwerke zu errichten und zu behaupten, dass diese Bauwerke unser Klima retten. Insbesondere, wenn für den Bau und Transport auch noch Stadtbäume gefällt werden.