Keine Sorge, keine große Aufregung, lediglich eine Anregung an Ulf und Philipp, die Lage nochmal weiterzuentwickeln. Worum geht es?
Meine grundlegende Beobachtung ist, dass erstens die Wähler in Sachsen-Anhalt gezeigt haben, dass Fakten (auf Landesebene) nicht wahlentscheidend waren, aber der Unmut mit der Bundespolitik den - so muss man es anerkennen - besseren Wahlkampf von Siegmund gegenüber den demokratischen Mitbewerbern mitgetragen hat.
Teile des Kabinetts haben sich auch schon zu den anstehenden „Reformen“ geäußert und wollen geschnürte Pakete wieder öffnen. Wir erleben also eine angstgetriebene Entscheidungsebene, die sich von ihrer eh schon ideologisch geprägten, faktenbasierten? Programmatik entfernt.
Andererseits erlebe ich hier im Forum eine Vielfalt an Meinungen, aber darüber hinaus auch immer wieder, zum Teil fertige, zum Teil im Ansatz sich entwickelnde politische und gesellschaftliche Ideen, die es eigentlich wert sind, sie einzufangen, weiterzuentwickeln und einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ulf und Philipp können das bereits, indem sie Themen in ihre Podcastfolgen aufnehmen oder in größere Projekte einweben.
Diese überwiegend guten Ideen landen nicht bei den Parteien oder Forschungsinstituten, weil dem einzelnen die Reichweite fehlt und gerade in Parteien und Behörden das Kontaktformular nicht vom Entscheidungsträger gelesen wird. Ulf und Philipp unterstelle ich diese Reichweite, die Lage der Nation hat Reichweite und beide sind gut vernetzt und kennen Hinz und Kunz.
Mein Vorschlag wäre es deshalb, dass die Lage ein LLM bekommt, welches mit Vorschlägen aus Politik und Gesellschaft, Technik und Wissenschaft lernt. Den Abgleich mit der Realität erfährt das LLM über die Schnittmenge mit bereitgestellten Gesetzen und Verordnungen sowie der Möglichkeit, über das www Quellen heranzuziehen.
Eine Sammlung an Ideen macht ja erstmal noch keine Schlagzeile, aber auf aufgemachte Problemfelder können sich Ulf und Philipp zum einen schnell einen Überblick über den kreativen Output der Lage-Community holen, zum anderen aber auch einzelne Ideen, die Eingang in das LLM gefunden haben, darin weiterentwickelt werden können und auf eine mögliche Praxistauglichkeit abgeklopft werden können.
Ulfs Technikaffinität und die gesellschaftliche Verantwortung, die beide mit ihrem Podcast übernommen haben, macht mich zuversichtlich, dass das Forum in seiner Art nur der Anfang war.
Mal ein Beispiel, was das LLM leisten könnte:
Auftrag:
- Prüfe Gesetze und Verordnungen auf Bundes- Landes- und kommunaler Ebene auf Redundanzen und Widersprüche..
- Gib eine Handlungsempfehlung zur Entflechtung von Widersprüchen und Streichung von Gesetzen, deren Redundanz nicht benötigt wird.
- Schlage Sunset-Lösungen für alle zu streichenden Gesetze vor mit einer Wiedereinführung auf Widerruf mit einer Frist von X Jahren.
Dann kommt der Jurist ins Spiel und schaut sich einzelne Ergebnisse nochmal händisch an.
Das ist jetzt sehr groß und sehr komplex, aber vermutlich ein feuchter Traum für Entbürokratisierer und Modernisierer.
Eine Nummer kleiner, Bildung war zuletzt ein Thema, auch als Podcastfolge in der Sommerpause. Einfach mal alles reinwerfen, was ergänzt sich, was widerspricht sich, prüfen, was ist best-practice in anderen Staaten, warum funktioniert das dort und bei uns vielleicht nicht 1:1? Harte Zahlen gibt es von den Statistikämtern, wo genau fehlt Personal, wo gibt es Flaschenhälse, bei der Ausbildung, beim Studium? Wie wirken Maßnahmen zeitversetzt? Also jetzt Erzieher ausbilden, die heute fehlen aber im demographischen Wandel Deutschlands morgen gar nicht mehr gebraucht werden? Braucht das Berufsfeld eine Perspektive, sich weiterzuentwickeln, wenn Fachkräfte gerade nicht gebraucht werden oder aufgrund von räumlichen Zwängen die Fachkraft nicht dem Arbeitsmarkt folgen kann?
Das kann KI ja alles, die Daten müssen passen, die Befehle ordentlich geschrieben werden, und zuguterletzt braucht es den menschlichen Verstand, um die Ergebnisse zu prüfen.
Aber alle unsere Ideen bleiben Teile in geschlossenen Themen, weil sie für den Moment nicht dringlich oder relevant waren und weil den meisten von uns die Reichweite fehlt, sie Entscheidungsträgern plausibel zugänglich zu machen.