Der Bericht ist öffentlich, insofern kann man die Diskussion im Original nachlesen: Link (ab Seite 404).
Knapp zusammengefasst:
- Wechsel in die PKV:
Eine Erhöhung der BBG sorgt dafür, dass freiwillig in der GKV Versicherte verstärkt in die PKV abwandern. Freiwillig Versicherte zahlen alle den Höchstbeitrag, so dass ein Wechsel die Erhöhung der BBG für mehrere andere Versicherte auffrisst. Die Kommission simuliert diesen Effekt in 100.000er-Schritten zwischen 0 Wechslern in die PKV und 1 Mio. Wechslern. - Deckungsbeitrag:
Die Kommission macht Annahmen über die Höhe des Deckungsbeitrags von Wechslern, hier werden allerdings keine unterschiedlichen Szenarien simuliert. Tendenziell haben die Wechsler so ziemlich die höchsten Deckungsbeiträge in der GKV, da sie einerseits alle den Höchstbeitrag zahlen und andererseits überdurchschnittlich gesund sind (andernfalls würde die PKV sie nicht aufnehmen oder wäre sehr teuer). - Mitversicherte Famlienmitglieder:
Bei Wechslern können bislang auch weitere Familienmitglieder beitragsfrei mitversichert sein. Durch den Wechsel würde die GKV an dieser Stelle ausgabenseitig entlastet. Die Kommission simuliert hier zwei Szenarien (1 und 0,5 Mitversicherte je Wechsler). - Lohnüberwälzung:
Aus Arbeitgebersicht sind steigende Lohnnebenkosten aufgrund steigender BBG einfach höhere Lohnkosten. Die dürften einen dämpfenden Effekt auf die Lohnentwicklung dieser Versicherten haben. (Beispiel: Wenn ich als AG ohnehin schon 10% höhere Lohnkosten wg. der BBG-Anhebung habe, zahle ich in dem Jahr vielleicht keine reguläre Lohnerhöhung oder statt 3% nur 1%). Das dämpft wiederum auch die Beitragseinnahmen der GKV.
Insgesamt hat die Kommission aufgrund der Kombination dieser Einflussfaktoren 33 Szenarien durchgerechnet, von denen 21 steigende Einnahmen und 12 sinkende Einnahmen ergeben. Das sagt allerdings noch nichts über die Wahrscheinlichkeit dieser Szenarien aus.