Der Fonds sexueller Missbrauch bietet seit 2013 Hilfen für Menschen, die in der Kindheit sexuelle Gewalt in der Familie oder im institutionellen Rahmen erfahren haben.
Warum war dieses Programm so wichtig? Opfer sexueller Gewalt in der Kindheit stehen häufig vor vielen Problemen. Die Taten hinterlassen häufig schwere Schäden und es kommt selten überhaupt zur Anzeige der Taten. Deshalb greift der „klassiche“ Opferschutz hier auch nicht. Der Fonds bot eine niederschwellige Möglichkeit, Hilfen für Betroffene zu finanzieren. Beispielsweise Therapien, die nicht von der KK übernommen werden. Oder berufliche Qualifikationen, Assistenzhunde, Massagen und vieles weiteres.
Im März gab es die Info, dass der Fonds v.a. wegen fehlender Gelder im Haushalt eingestellt wird und Erstanträge nur noch bis 31.08.2025 eingereicht werden können. Siehe hier
Gestern kam nun eine Nachricht, die viele Betroffene und die Beratungsstellen hart trifft: Es wurden sehr viele neue Anträge eingereicht (welch eine Überraschung nach der Ankündigung) und die im Haushalt bereitgestellten Mittel reichen nicht einmal für die bis jetzt eingereichten Anträge. Die Mittel im Haushalt werden nicht ausreichen und Anträge nach dem 19.03. werden voraussichtlich nicht mehr bewilligt. Siehehttps://www.fonds-missbrauch.de/aktuelles/aktuell/aenderungen-beim-ehs
Dieser Facebook-Post von Notruf Köln fasst die Dramatik der Situation gut zusammen.
Als selbst betroffener, der vor 2 Wochen endlich den Mut hatte, einen Antrag zu stellen, fühle ich mich nun genau so hilflos, wie früher, als mir dieses Unrecht angetan wurde. Es würde hier nicht einmal um viel Geld gehen, wenn man sich den gesamten Haushaltsplan so anschaut. Dennoch wurde hier politisch entschieden, dass dafür kein Geld da sei.