Hi, in der aktuellen Folge wird die THG Prämie beschrieben und wie man sie bekommt. Ihr sagt bei Leasing würde es nicht funktionieren, was so nicht stimmt.
Ich selbst lease ein Fahrzeug und bekomme seit 3 Jahren die Prämie jedes Jahr.
Die Behauptung, dass das Auto auf die Bank oder generell den Leasinggeber zugelassen sei, stimmt so nicht.
Die Zulassung erfolgt durch den Halter, der auch im Besitz des Fahrzeugscheins ist, den man eben auch für die Prämie benötigt.
Ich hätte mir gewünscht, diese Prämie auch mal kritisch zu beleuchten.
Menschen ohne eigenes Auto, die zu Fuß, mit Rad, E-Scooter oder ÖPNV unterwegs sind, tun mehr für die Umwelt, als Menschen, die einen Verbrenner durch ein E-Auto ersetzen (Flächenverbrauch ist ja gleich).
Das scheint mir wieder ein typ. Beispiel einer Mittelstands-Prämie. Denen, die es bekommen kann letztlich egal sein, ob sie diese 150-300 €/Jahr auf dem Konto haben.
Wir haben ein Auto. Durch das D-Ticket seit einigen Jahren fahren wir nicht mehr 17.000-18.000 km im Jahr, sondern ca. 5.000 - 6.000. Und so was machen ja viele. Manche haben sogar ein Auto abgeschafft. Aber da gibt es keine Prämie.
Auch Leute, die Autofahrten mit dem E-Bike ersetzen, kucken in die Röhre.
Da merkt man wieder, wie autozentriert die deutsche Gesellschaft ist.
Ich gebe dir grundsätzlich in allen Punkten recht, möchte aber anmerken, dass, egal wie man Mittelstand definiert, diese 150-300 Euro durch einen Unterschied in der Überlegung ein eAuto zu kaufen machen. Wir haben binnen 18 Monaten beide Verbrenner durch eAutos ersetzt, was wirtschaftlich nicht wirklich sinnvoll gewesen ist, wir haben es für’s Klima getan und wegen unserer Kinder. Über die THG-Prämie alleine, kann der i3 meiner Frau das ganze Jahr geladen werden.
Natürlich ist das dem Fahrer eines 100.000 Euro SUV vermutlich egal, aber es gibt auch genug Fälle, in denen solche Beträge am Ende den Ausschlag geben
Ich verstehe deine Kritik, teile diese aber nicht. Diese Prämie ist keine Sozialleistung und unterliegt auch keine Sozialverträglichkeit.
Dennoch, finde ich, könnte man es für den privaten Sektor streichen und der Bund nimmt das Geld komplett ein und investiert es in ein 9€ D-Ticket.
Das ist wahr, aber nochmal ein ganz eigenes Thema.
Da auch die neue Elektromobilitäts-Prämie davon abhängt, dass Fahrzeuge auf den Prämienberechtigten zugelassen sind, hat sich da dieses Jahr auch viel verändert. Vor dieser Förderung war es tatsächlich normal, dass Leasingunternehmen die Fahrzeuge unbedingt auf sich selbst zulassen wollten, unter anderem wegen der THG-Prämie.
Durch die Förderung hat sich das nun geändert. Jetzt muss der Leasingnehmer als Halter eingetragen werden, um förderberechtigt zu sein, da die Förderung nur für Privatpersonen gilt. Deshalb ist es jetzt relativ normal, dass Leasingfahrzeuge auf den Leasingnehmer zugelassen werden. Aber wie gesagt, das ist eine neue Entwicklung.
Durchaus, hätte ich auch nichts gegen gehabt. Andererseits finde ich die 360 Euro, die mir für 2026 garantiert wurden, auch ganz angenehm. Das deckt fast schon die Kosten der KFZ-Versicherung und ist für mich persönlich auch ein starkes Argument für ein E-Auto und gegen einen Verbrenner (neben den vielen anderen starken Argumenten…).
In der Folge wurde ja auch stark das Thema Versicherungsprämie bzw. Versicherungsleistung und Reparaturkosten angesprochen.
Ich arbeite in einer großen deutschen Versicherung in der Kraftfahrtschaden Abteilung und möchte gerne einige Punkte ergänzen.
Es ist nicht die Versicherung die vorgibt, dass der Akku getauscht werden muss, das sind oft die Hersteller der Fahrzeuge bzw. die Werkstätten die vorgeben, dass der Akku komplett zu tauschen ist bei einer Beschädigung. Wir als Versicherer haben ja ein Interesse daran die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, eine Reparatur des Akkus wäre uns auch lieber. Wir können dabei aber kaum Vorgaben machen, wenn der Hersteller sagt, das Beschädigungen am Akku immer einen Kompletttausch nötig machen.
Auch ein Punkt der gerne unterschätzt wird, ist das eine Werkstatt für Elektrofahrzeuge einen Mitarbeiter mit Zusatzqualifikation für Hochvolt nötig ist für Reparaturen am Fahrzeug die die Elektronik betrifft. Dies lassen sich viele Werkstätten sehr hoch bezahlen. Es gibt da z.T. 50% Zuschläge auf die „normalen“ Stundenverrechnungssätze. Bei manchen Werkstätten reden wir da von 120-150€ Aufschlag pro Arbeitsstunde. Das läppert sich.
Ein gewaltiger Punkt ist auch das bei einer Beschädigung des Akkus, das Fahrzeug erstmal in Quarantäne muss, um die Brandgefahr auszuschließen. Bei einer Fahrzeugquarantäne wird das Fahrzeug auf einen Stellplatz gestellt der komplett frei steht, d.h. in einigem Abstand zu allem. i.d.R bedeutet das das ein einziges Fahrzeug in Quarantäne 3-9 Stellplätze auf dem Hof der Werkstatt/Abschleppdienstes belegt. Es muss ebenfalls die Temperatur des Akkus überwacht und gemessen werden, ebenfalls wieder von einem Hochvolt-Spezialisten. Diese Quarantäne kann zwischen 2 Tagen und mehreren Wochen dauern. Jeder Standtag kann dabei mehrere hundert Euro pro Tag zu buche schlagen. Zum Vergleich ein Verbrenner der au einem Standplatz beim Abschlepper steht, kosten zwischen 10-15€ pro Tag. Eine Entsprechende Rechnung kann gerne mal 2000-6000€ betragen und da wurde noch nicht am Fahrzeug repariert, sondern nur um das Fahrzeug wieder zugänglich zu machen. Problematisch ist bei der Quarantäne ist vor allem, dass es keine Erfahrungswerte bzw. kaum Herstellervorgaben gibt, wie lange diese tatsächlich nötig ist oder wann diese überhaupt erforderlich ist. Mir ist ein Fall bekannt in dem das Fahrzeug für 3 Wochen in Quarantäne gestellt wurde für knapp 3000€ und sich gezeigt hat, es lag keine Beschädigung der Batterie vor.
Als Faustregel kann man sagen, dass die meisten Schäden an Elektrofahrzeugen sich die Werkstätten sehr gut bezahlen lassen. Reparaturkosten die 20-30% höher liegen im Vergleich zu einem Verbrenner sind nichts ungewöhnliches.
Hallo, dann ist das leider nicht korrekt rübergekommen bzw. wir haben es nicht deutlich genug rübergebracht. Es geht drum zu schauen, wer im Fahrzeugschein als Halter eingetragen ist. Und das kann beim Leasing eben auch der Hersteller bzw. die Bank sein. Kommt auf den Leasingvertrag an. Also das war der entscheidende Punkt, den wir machen wollten.
Sehe ich anders. Den Menschen im Mittelstand ist es definitiv nicht egal. E Autos sind auch in der Breite der Gesellschaft angekommen und nicht jede Förderung muss immer nur den bedürftigen der bedürftigen zugute kommen. Aber ja, es ist natürlich mit der Gießkanne und nicht bedarfsgerecht. - von der halte ich aber generell nichts.
Halte eine andere Alternative für sehr viel sinnvoller, die ja auch schon vorhanden ist aber nicht aktiv geschaltet: co2 zertifikate, die verkauft werden + Klimageld. Da war mal was oder?
Und ja, das sollten mMn auch die reichsten der reichen bekommen.
Ich würde gerne mal wissen, was die Prämie denn eigentlich überhaupt bewirken soll. Ich halte sie, gemessen am Ziel für extrem schlecht Designed. Insbesondere, weil nicht verkaufte Zertifikate quasi an den Staat gehen, statt zu „verfallen“
Die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor senken.
Die Inverkehrbringer müssen mehr EEG einsetzten. Entweder über E10, Biomethan, Strom (Ladesäule von Shell bspw.) oder eben THG-Zertifikate kaufen. Das macht fossile Energien am Ende teurer und subventioniert u.a. Die E-Mobilität
Das ist mir schon klar, aber was hat das mit E-Autos zu tun?
Grundsätzlich halte ich das aber auch bei den anderen Dingen nicht für zielgerichtet. Beispiel E10. Durch die vermeidung von 10% fossilen sollte man doch keine THG Zertifikate bekommen. Ich meine man stößt nur keine THG dabei aus und fängt sie nicht ein.
Letzteres würde mir eventuell das Recht dazu geben im Gegenzug wieder welche auszustoßen.
Sinnvoller wäre es Carbon Capture, bzw. THG-Senken Zertifikate auszuhändigen, die gekauft werden können. Sei es durch (langfristige) Moorflächen, Paludikultur, sowie Wälder, Bau von Holzhäusern, usw.
Ich verstehe einfach nicht, wie der Nicht- oder weniger Ausstoß dazu führen soll, dass jemand anderes das Recht bekommt mehr auszustoßen.
Wie hier ja auch schon angemerkt ist es ja noch absurder, dass Leute die wirklich gar nichts ausstoßen, weil sie auf andere Mobilitätswege setzen als E-Autos, welche nicht komplett unbelastet sind, leer ausgehen. Da wäre aus meiner Sicht ein Klimageld deutlich besser, welches aus einem staatlichen Verkauf solceher Zertifikate stammen könnte.
Klimageld wäre natürlich das allerbeste, aber das kriegen die ja irgendwie gar nicht auf die Kette. Ich denke dennoch, dass man eAutos aktuell noch fördern muss, die THG Prämie ist ja nur eine der Maßnahmen. Irgendwann ist der Punkt dann erreicht, an dem man die Förderungen zurückfahren kann, hat ja in Skandinavien super geklappt, und China macht es (meines Wissens nach) auch gerade. Wäre es schöner, wenn man es nicht bräuchte, und die Leute ihr Hirn einschalten? Klar! Aber allein ein Blick auf die Sonntagsfrage zeigt, wie viele ausgeschaltete Hirne wir in Deutschland haben.
Also der THG-Handel ist ja eine weitere Maßnahme neben dem nationalen CO2-Preis bzw. künftig ETS2 und dem ETS1.
THG Quoten werden durch mehre Arten generiert: Auch das Betreiben einer Ladesäule generiert welche. Oder Biomethan für den Verkehrssektor aus Gülle bringt mehr handelbare Zertifikate als Biomethan aus Energiepflanzen.
Wenn man das Konzept als zusätzliche ergänzende Maßnahme zu den anderen genannten Maßnahmen betrachtet, macht es schon wieder etwas mehr Sinn.
CCS findet sich zum Beispiel dann im ETS 1 oder 2 wieder. Schau mal im Internet nach einer Gegenüberstellung/Vergleich zwischen den drei beziehungsweise vier Methoden
Danach habe ich es etwas besser verstanden