Maurice Höfgen macht mit seinem Pdcast und seinem Informationsangebot im Internet (Youtube / Spotify / etc) ein wirklich guten Job.
Er ist ein Volkswirt und dies merkt man, denn er kann die Argumente von Wahlkampfreden sehr gut analysieren mit Logik und Volkswirtschaftlichen Wissen:
Ihr solltet Euch wirklich überlegen, den mit in Euer Team zu nehmen um einige Politische Themen mit seiner Hilfe zu beleuchten.
Falls Ihr nicht von ihm begeistert sein solltet, würde ich mich über konstruktive Stellungnahmen zu seinem Fachwissen freuen.
Wenn es um Faktencheck geht, dann bin ich der Meinung, dass dieser nicht nach und auch nicht während einer Wahlkampfrede gemacht werden sollte, sondern vorher. Ich gehe davon aus, dass jeder der im Wahlkampf was zu sagen hat, schon so viel gesagt hat, dass sich daraus ein Profil erstellen lässt. Faktenfremde Personen können dann zu Beginn der jeweiligen Sendung bereits eingeordnet werden.
Wird sich nur keiner trauen, da man dann auch z. B. einen Herrn Merz entsprechend weit entfernt von der Faktenseite einordnen müsste.
Maurice Höfgen ist Anhänger der Modern Monetary Theorie (MMT). Die „Theorie“ schafft das Fundament für das Argument „Staatsschulden machen nix“. Sie ist auch innerhalb der Volkswirtschaftslehre hochumstritten.
Ob Herr Höfgen der Richtige ist, um allgemeine wirtschaftliche Themen einzuordnen, habe ich Zweifel.
Das ist sehr pauschal gesagt. Höfgen meint meinem Verständnis nach, dass die Auswirkungen von Schulden sehr überschätzt werden und im Prinzip unsere marode Infrastruktur eine andere Form von Schulden sind, die aber eben direkt schädlicher für alle sind.
Damit hat er auch einen Punkt, aber dennoch hielte auch ich ihn mit seiner sehr spezifischen Position zwar für einen interessanten Gesprächspartner, aber nicht für eine geeignete Person für einen Faktencheck.
Vor allem weil es bei einem komplexen und sehr von Abwägungen und Annahmen geprägten Thema wie der Wirtschaft auch nicht um harte Fakten handelt. Hier wird also immer auch die persönliche Position deutlich mit reinspielen.
Das ist mal eine maximale Verkürzung der MMT, wird auch so von Herrn Höfgen nicht vertreten.
Ich halte aber auch nicht soviel davon Herrn Höfgen einzuladen, das macht nur Sinn wenn man ein bestimmtes Thema anders bzw tiefer beleuchten will (wie z.B. beim Interview mit Rüdiger Bachmann).
Wenn es ohnehin so ist, dass die persönliche Position deutlich mit reinspielt, was spricht dann aus deiner Sicht gegen Höfgen, dessen Position man ja kennt?
(Ich selbst kann überhaupt nicht beurteilen, ob er, wie @TilRq schreibt, „der Richtige ist, um allgemein wirtschaftliche Themen einzuordnen“, aber die Argumentation an sich leuchtet mir nicht ein.)
Ich stelle schonmal generell in Frage, dass es bei einem solchen Thema einen echten Faktencheck geben kann. Es kann in erster Linie eine fachliche Einordnung geben und die sieht je nach Experten sehr unterschiedlich aus. Die Einordnung eines Experten aus der Mitte der möglichen Positionen dürfte noch am ehesten Aussagekräftig sein. Besser vielleicht noch eine Diskussion von Vertretern unterschiedlicher Positionen.
Irgendwie ist es für mich noch ziemlich unklar was die Parteien nun wirklich im Wahlprogramm haben und wie stark man darauf vertrauen kann.
Habeck hat sich wohl mal wieder etwas unausgegorenes in die Runde geworfen. Er möchte auf Gewinne aus Kapitalanlagen ebenfalls Sozialversicherungsbeiträge insbesondere der Krankenversicherung unterwerfen.
Einerseits charmant wenn man man darüber nachdenkt wie ungerecht unterschiedliche Besteuerung von Kapitaleinkünften gegenüber Einkünften aus unselbstständiger Arbeit ist. Andererseits hilft es niemandem wenn nur eine Idee in die Runde geworfen wird die bei einer genaueren Bertrachtung keine 5 Minuten standhält.
Ich weiß im Moment echt nicht welcher Partei ich meine Stimme anvertrauen soll.
Im Wahlkampf auf Fakten zu hoffen ist leider utopisch. Wie die Programme finanziert werden und was davon wirklich umgesetzt wird kann heute keiner sagen.
Bei welchen Fakten hat Habeck denn gelogen? Unausgegorene Ideen sind das eine, Lügen etwas anderes.
Übrigens ist es bei freiwillig gesetzlich versicherten Beamten jetzt bereits so, dass Kapitalerträge oder Mieteinnahmen zur Berechnung herangezogen werden.
selbstverständlich geht es um Faktencheck auch für Polittalks im Fernsehen und Radio oder sonst öffentlichen Diskussionen…das Thema dieses CHats gehört entsprechend erweitert… weiß aber nicht wie dies geht…
Vielen Dank für Eure Meinungen zu dem Thema.
Es geht auch nicht speziell um die Person Höfgen.
Es geht darum daß Leute, die Ahnung haben ( z.b. Volkswirtschaftler Hintergrund ist vor allem für monetäre Themen der politik ein muss) zumindest die unverückbaren Falschbehauptungen entlarven.
Ja genau, das wäre die ideale Lösung. Wenn es sowas gäbe, würden sich Politiker vielleicht zurückhalten mit ihren leichtfertigen Behauptungen.
Ich denke ein LIVE Faktencheck wäre ein Marktlücke … da würde sogar etwas monatlich spenden dafür… es geht ja nicht nur um die AFD sondern auch alle vorschnell rausgepusteten behauptungen von Politikern aller coleur.
Das sehe ich nicht so. Es gibt da einige Ungerechtigkeiten, an die man ran könnte.
Wie @mifr schreibt, ist das bereits bei Beamten - und ich füge hinzu, Selbständigen und freiwillig Versicherten ohne geregeltes Arbeitnehmerverhältnis so. Und da kommen wir in eine interessante Krux, die in dem Artikel durchaus mal beleuchtet werden hätte können: wenn ich von den Zinsen/Dividenden meiner Anlage lebe, bin ich schnell in der Beitragsbemessungsgrenze. Wenn ich für 530€ im Monat jemand Unterlagen sortiere oder Regale einräume endet die Prüfung an diesem Punkt und ich bin mit 80€ für KV, PV, RV, AV dabei. Und die Kinder sind natürlich auch kostenlos mitversichert.
Was ich dem Artikel entnommen habe ist, dass Kapitalerträge sozialversicherungspflichtig werden sollen. Das trifft dann vor allem diejenigen die unter der Beitragsbemessungsgrenze verdienen und versuchen sich einen Kapitalstock fürs Alter, die eigenen 4 Wande etc. aufzubauen.
Ich möchte nicht immer mehr Staat der mich an allen Ecken und Enden abzieht, bevormundet und gleichzeitig nicht im geringsten in der Lage dazu ist die Infrastruktur aufrecht z erhalten geschweige denn auszubauen egal ob Schilen, Verkehr, Telekommunikation oder Energie.
Keiner spielt mit offenen Karten. Jeder der die Grundrechenarten beherrscht, kann sich ausrechnen, dass z.B. das Rentensystem nicht zukunftsfähig ist. Keine der Parteien traut sich das offen zu sagen und die harten Fakten auf den Tisch zu legen. So lange ich diese Ehrlichkeit vermisse möchte ich am liebsten gar nicht wählen gehen.
Was schon beim Heizungsgesetz verschwiegen wurde ist, dass es da immer auch eine Sozialkomponente gibt, in dem Fall Freibeträge. Die könnten zum Beispiel für jedes Jahr, in dem der Einzahler arbeitet 4% der Beitragsbemessungsgrenze betragen, die er sv-und steuerfrei anlegen kann (vorausgesetzt, das Vermögen wird bis 67 nicht angetastet).
Aber der Reflex, der hier zuschlägt, ist das erhalten von aktuellen Privilegien.
Vielfach werden Ausschnitte von Talkshows nachträglich in YouTube oder in den Mediatheken in Ausschnitten oder ganz zur Verfügung gestellt.
Für die öffentlich-rechtlichen in Zukunft folgende Vorgaben:
In YouTube oder in den eigenen Mediatheken zur Verfügung gestellte Ausschnitte von Interviews/Sendungen sind mit einem Faktencheck per Untertitel zu versehen. Nur dann dürfen sie eingestellt werden.
Leider sind die Moderatoren dazu während der Sendung nicht in der Lage, fährt dieser Weg.