Beim einen geht es um die Abhängigkeit von Brennstoff und bei dem angesprochenen Beispiel zur Photovoltaik geht es nur um das Kraftwerk an für sich. Einmal gebaut wird China die Sonne nicht verdunkeln können.
Ich sage nur: SÖDER Challenge
https://youtube.com/shorts/TomA7UALHM8?is=tFccEa34tMA8WZ8u
Wenn er das hinbekommt, bin ich ganz technologieoffen dabei.
Sicher?
Ja, sicher. Es ist ein enormer Unterschied Treibstoff für quasi jeden Tag zu benötigen oder eine Anlage zu haben, die “nur” aufgestellt und dann sich selbst überlassen werden muss.
Das Problem der Fernsteuerung von Anlagen, aber auch die immer weiter voranschreitende Verbesserung ist immer auch das Risiko einer höheren Sabotagewahrscheinlichkeit. Dieses Problem könnte man aber überwinden und dann fließt wieder Strom. Kein Gas, kein Öl führt auch beim schönsten Kraftwerk zum Ausfall.
Das selbe gilt für Uran, dort ist es nur nicht so plötzlich möglich. Regelmäßiger Nachschub muss jedoch auch dort sichergestellt werden.
Und vielleicht noch ein Wort zur Renaissance der Atomkraft:
Der Zubau AKW betrug 2024 - ca. 4 GW, der Zubau erneuerbarer Energien 2024 - ca. 585 GW. Das entspricht 92,5% des Ausbaus.
Weltweit gibt es diesen Trend:
Atomkraft ist Out, ihre Renaissance eine Lüge.
Hier noch eine Einschätzung von Volker Quaschning (Ingenieurwissenschaftler und Professor für Regenerative Energiesysteme)
Uran ist nicht sauber. Es ist also gerade nicht so, als würde diese Kritik einen Vorteil für Atomkraft darstellen, weil Uranabbau so viel besser wäre:
Uran ist ein Schwermetall, das zunächst wie Blei oder Quecksilber chemotoxisch wirkt. Gleichzeitig ist Uran kein stabiles Element, sondern bereits in natürlicher Form radioaktiv und damit radiotoxisch. […] Im Uranbergbau sind deshalb Fein- und Grobstäube voll von strahlenden Partikeln und die Atemluft Radongas belastet – ein Hauptgrund für den Lungenkrebs vieler Bergarbeiter*innen. Das Trinkwasser wird mit Uran und seinen Zerfallsprodukten genauso kontaminiert wie die Nahrungskette. Selbst wenn ein Organismus nur geringer Strahlung ausgesetzt wird, kann er Schaden nehmen. […] Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Berlin bestätigt die Erkenntnisse durch eine weltweit einzigartige Untersuchung: In der sogenannten Kohorten-Studie sind 59000 Arbeiter*innen erfasst, die am Uranbergbau der Wismut
beteiligt waren. Die Ergebnisse der Studie, veröffentlicht auch im »British Journal of Cancer«, zeigten einen Anstieg der Lungenkrebsrate um 50 bis 70 Prozent sowie über 7000 strahleninduzierte Todesfälle unter den 59000 untersuchten Studienteilnehmer*innen (11,9 Prozent). Es ergab sich eine signifikante Korrelation zwischen Arbeitszeit und Krebsrisiko (21 Prozent höheres Risiko pro Arbeitsmonat). Raucher*innen
aus dem Uranatlas 2026
Es gibt im Moment keine Energiequelle, die uns vollständig unabhängig von anderen Ländern und deren Ressourcen macht und vollständig ohne giftige und schädliche Abbaumethoden auskommt. Ein sehr gute Quelle ist dafür auch die International Energy Agency (IEA), insbesondere mit deren Report „Global Critical Minerals Outlook 2025“. Das heißt aber nicht, dass es keine Unterschiede gibt. Auf den Unterschied zwischen einem konstant benötigten Treib- oder Brennstoff und einer Ressource, die nur einmal für den Aufbaue einer Infrastruktur benötigt wird, wurde ja bereits von anderen eingegangen.
Dem kann ich nur zustimmen, hier mit einer sehr interessanten Quelle zu genau dem Thema:
Auf Grundlage umfangreicher Datenanalysen zeigt der erste Teil der Arbeit, dass ambitionierte Ausbauprojektionen für die Atomkernenergie kein neues Phänomen als Antwort auf den Klimawandel darstellen, sondern seit den 1970er-Jahren ein wiederkehrendes Muster bilden. Die Arbeit bestätigt die Existenz des „Kernenergie-Paradoxons“ – die anhaltende Diskrepanz zwischen ambitionierten Ausbauszenarien und der tatsächlichen Entwicklung seit den 1970er Jahren. Sie zeigt, dass Erwartungen an einen großflächigen Ausbau der Atomkernenergie von techno-optimistischen Narrativen getragen werden können […] die im derzeitigen Stand hypothetisch bleiben. [..] Obwohl die aktuelle Debatte über die Rolle der Atomkernenergie zunehmend mit Klimazielen verknüpft wird, stützt sie sich häufig auf dieselben Reaktortechnologien und Grundannahmen der Vergangenheit. Die Dissertation zeigt, dass keine der drei Reaktortechnologien (LWRs, SMRs und SNRs) derzeit verfügbar und gleichzeitig kostengünstig genug ist, um einen raschen Ausbau bis 2050 zu ermöglichen. Ein neuer Entwicklungspfad mit klarem ökonomischem oder technologischem Vorteil ist bisher nicht erkennbar. Trotz dieser techno-ökonomischen Einschränkungen deutet die historische strategische und militärische Relevanz der Atomkernenergie darauf hin, dass staatliche Unterstützung, insbesondere in Atomwaffenstaaten wie den USA, China und Russland, weiterhin wahrscheinlich bleibt.
Atomkraft ist keine wirtschaftlich sinnvolle Alternative für die Energieversorgung. Die hohen Kosten, von der Errichtung über den Betrieb bis zur Entsorgung, machen Kernenergie zu einer der teuersten Formen der Stromerzeugung. Ein Wiedereinstieg ist unrentabel und ginge langfristig zulasten der Steuerzahler*innen. Auch hilft Atomenergie mittelfristig nicht, die deutschen Klimaziele zu erreichen.
Ich fühle gerade, dass die Wette von Marc-Uwe Kling und anderen wieder an Fahrt gewinnt, also diese hier:
Weswegen? Weil ich das hier gelesen habe:
Ich bin doch auch ein Fan der Erneuerbaren, habe nur manchmal das Gefühl, dass in der Debatte zu sehr dichotomisiert wird. Gemein ist nämlich allen bisherigen Formen der Energiegewinnung, dass sich die reichen Industrieländer - wie immer in der Geschichte - eher die Rosinen herauspicken, während die Kollateralschäden ärmere Regionen tragen.
Seltene Erden sind u.a. aufgrund der Kalzium-mimetischen Verstoffwechslung organ- und genotoxisch, der Abbau ist - wie oben schon besprochen - mit erheblichen Verheerungen der Umwelt verbunden und aufgrund des anfallenden Thoriums auch mit einer radioaktiven Belastung.
Every tonne of rare earth mined generates up to 2,000 tonnes of toxic waste, including radioactive waste. It also generates millions of tonnes of wastewater annually. Exposure to rare earth elements has been linked to severe health impacts, including lung diseases, neurological damage, cardiovascular dysfunction, reproductive harm, and increased risks of cancer and genetic damage.
Analoge Überlegungen gelten dem Lithium-Bergbau. Und nachdem auch Solarmodule und Windkraftwerke einer Alterung unterliegen, eine begrenzte Lebensdauer von 20-35 Jahren aufweisen, stellt sich hier die Frage nach einem sozial- und umweltsensiblen Recycling - auch hier zeichnet sich eine Belastung des globalen Südens, u.a. durch die günstige Entsorgung von blei- und cadmiumbelasteten Solarmodulen in diese Regionen, ab (siehe: The dark side of the sun: solar e-waste and environmental upgrading in the off-grid solar PV value chain)
Vergleicht man verschiedene Publikationen, gehört die Kernkraft (~0,052 Tote/TWh für Europa unter Einbezug der Effekte des Uranbergbaus) zusammen mit den Erneuerbaren (0,02 - 0,15 Tote/TWh) zu den sichersten Energiequellen, so das prominent im Lancet veröffentlichte Paper aus 2007. Öl und vor allem Kohle liegt hier mit einem Faktor von bis zu 1000 abgeschlagen dahinter. OurWorldinData bietet hier auch noch ein paar schön aufbereitete Tabellen und Grafiken.
Der Zug für die Atomkraft ist für Deutschland abgefahren, sehe ich auch so. Mir scheint aber manchmal, dass die Debatte oft sehr emotionsgeladen und ideologisch geführt wird. Zu sagen, dass Kernenergie im Vergleich zu anderen Energieformen unsicher sei, spielt bewusst oder unbewusst mit der fehlenden Fähigkeit des Menschen, Risiken intuitiv gemäß der tatsächlichen statistischen Wahrscheinlichkeit einzuschätzen (ähnlich wie beim Thema Sinusvenenthrombosen bei den Corona-Impfungen).
Das hat vielleicht was damit zu tun, dass ein bestimmter Teil des politischen Spektrums unermüdlich immer wieder damit ankommt, gern als Hilfsmittel, um die tatsächliche Energiewende auszubremsen.
Da gebe ich dir vollkommen recht. Den Müll, den wir produzieren, müssen auch wir verantworten (am besten recyclen natürlich). Das darf nicht in den globalen Süden ausgelagert werden. Hier wären ähnliche Mechanismen wie bei Elektrogeräten möglich (Scond Hand Export ist erlaubt - Schrott wird als angeblich funktionsfähig exportiert). Sowas muss unterbunden werden, aber da brauchen wir generell wirkende Mechanismen, die dann auch Solarmodule betreffen.
Ich finde, der Unterschied zu anderen Technologien, wie Uranabbau ist, dass es im Bereich der EE oft auch Technologien gibt, die ohne diese Schadstoffe auskommen würden. Blei kann man ersetzen. Lithium ist nicht perse umweltschädlich im Abbau, siehe vulcan energy, Natriumbatterien als Alternative. Es gibt eine EU Richtlinie zum Bleiverbot. Hier müsste man PV Module mit aufnehmen. Dennoch: Wenn man richtig entsorgt, gelangen die Stoffe nicht in die Natur.
Und ein weiterer Unterschied aus meiner Sicht. Die Branche selbst weist auf die Umweltrisiken hin und zeigt die Alternativen auf. Wohingegen bei anderen Technologien immer alles rosa ist.
Schadstoffe in Solarmodulen
photovoltaik.sh
Umweltrisiken durch Solarmodule?
Schädliches Blei in der Photovoltaik – Gibt es nachhaltige Alternativen? – pv magazine Deutschland
Als Ergänzung etwas zum Brennstoff:
Hab vor Jahren mal die Doku geschaut, die sich vor allem mit dem Abbau in Australien beschäftigt, was zu S.30 aus deinem Dokument passt.
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