Da muss man den Blick auf ganz Europa richten. Italien setzte bereits das Schengen-Abkommen mit Spanien aus, Präsident Macron kündigte weitgehende Kontrollen an der Grenze zu Spanien an. D.h. Plan A ist wie immer: zu machen und abwehren.
Marokko hat zwar ein starkes Wirtschaftswachstum, leidet aber insgesamt unter hohen Arbeitslosigkeit (Jugendarbeitslosigkeit ca. 30%), starke soziale Ungleichheit und einem dominierenden informellen Sektor.
Der Abbau der Automobilindustrie in Deutschland hat natürlich auch Auswirkung auf Marokko.
Da Marokko bereits ein Nearshoring-Hub für Europa ist, könnte Deutschland insbesondere im Bereich erneuerbarer Energien stärker investieren und Arbeitsplätze in Marokko schaffen. Denkbar wäre auch, das Sonnen reiche Land als Energieexporteur auszubauen und Strom per Kabel statt Öl per Rohr zu importieren bzw. dort herzustellen und zu übertragen.
Die vielen jungen Arbeitslosen in Marokko könnten in wohldefinierten Prozessen vorgebildet und in Deutschland dem Ausbildungsmarkt zugeführt werden. 2 Jahre „Wie geht Deutschland“-Schule und dann in die Ausbildung. Schulen Vorort zu installieren wäre womöglich ein EU-weiter Weg. In diesen Schulen könnten die Leute 1 Jahr lang auf EU und das „Zielland“ vorbereitet werden, bevor es für das 2. Jahr in die In-Country-Schools geht. Gleichzeitig können in diesen IN-Country-Schools, nennen wir sie „EU-College“, Berufe, die die EU in Marokko braucht, ausgebildet werden, um z.B. die PV-Wirtschaft auf- und auszubauen. Da braucht es Handwerker, wie Ingenieure und IT-Fachkräfte. Die „Manager“ werden sich schon finden.
Die EU-Colleges könnten private Schools sein. Dann müsste man nicht 12 Jahre auf EU und dann noch einmal 18 Jahre auf DE warten.
Man könnte die Schule ab Tag 1 wie eine Ausbildung vergüten, anstatt das Risiko einzugehen, dass Zahlungen die an das Land gehen, um die Flüchtlinge zurückzuhalten, in den informellen Kanälen versickern. Das wäre eine Investition in die späteren Facharbeiter, Renten- und Steuerzahler, die z.B. in Deutschland fehlen,
Damit das alles richtig gut klappt, müsste eine Hürde genommen werden: Die EU müsste ihr Bedürfnis, andere und ins besondere ärmere Länder auszubeuten, etwas zügeln. Besonders die Deutsche Wirtschaft müsste rigoros davon abgehalten werden, an diesem Prozess verdienen zu können. Der Profit kommt später, aber sicher.
Vielleicht kommt dann der reiche Nordwesten der Erde auf die Idee, dass man Einfluss auch ohne Repression nehmen kann.
Sicher gibt es einige Hürden zu nehmen, sicher wird das im Hinblick auf den Klimawandel nicht ewig funktionieren. Aber vielleicht muss es das auch gar nicht.
Das wäre eine Win-Win-Situationen die zeitnah greifen könnten. Es ist erheblich wirksamer, den Wunsch im eigenen Land zu verbleiben zu stärken, als die Abwehrmechanismen hoch zu fahren. Das ist eine Spirale, die kein Ende finden kann.