Erzählt Gas-Kathi wirklich ein Märchen? Ist die Lücke wirklich nur so klein?

Die Berichte sind nicht einfach zu lesen, weil immer zwischen Senario und Realen Daten gesprungen wird.

Die Bundesnetzagentur zeigt in jedem ihrer Berichte sehr klar, dass die Energiewende ohne zusätzliche steuerbare Kapazitäten nicht funktioniert. In den ersten Kapiteln wird immer die Ist-Analyse dargestellt und dort erkennt man deutlich, dass bis 2035 mehrere Gigawatt an gesicherter Leistung altersbedingt vom Netz gehen. Die Istananalyse ist eigentlich auch immer identisch.

Genau deshalb spricht die Bundesnetzagentur auch von einem Bedarf von 22 bis 35 GW neuer steuerbarer Kapazitäten. Diese Größenordnung ist kein Nettozubau, sondern ersetzt zum großen Teil konventionelle Altanlagen, die aus Altersgründen wegfallen, sowohl Kohle, Kohlegas und Gaskraftwerke. Die hat sich übrigens auch nicht verändert unter Habeck war die poltische Botschaft eine andere, der technische Bericht war nahezu identisch.

Photovoltaik trägt praktisch keine gesicherte Leistung bei. Bei Windenergie wird in manchen Modellen zwar mit einer „gesicherten Leistung“ von bis zu 5 % gerechnet – diese Annahme ist jedoch äußerst fraglich, weil statistische Extremereignisse zeigen, dass Wind über mehrere Tage nahezu vollständig ausfallen kann. Gerne bei Energy Charts und Co vergleichen.

Laufwasser und Biomasse liefern zusammen nur wenige Gigawatt (rund 5–6 GW).

Flexibilität über Smart-Grid-Peak-Shaving wird oft angeführt, bewegt sich aber selbst in optimistischen Szenarien nur im Bereich einiger Stunden und maximal im einstelligen Gigawatt-Bereich. Ein Großteil dieser Flexibilität soll aus industriellen Lasten kommen, was wirtschaftlich wie technisch sehr fragwürdig ist. Für die Versorgungssicherheit im engeren Sinne ist diese Form der Flexibilität daher nicht äquivalent zu gesicherter Leistung.

Da europaweit alle Länder in ausgeprägten Dunkelflauten gleichzeitig unter hoher Residuallast leiden, ist es ebenfalls unrealistisch, Versorgungssicherheit über den europäischen Verbundnetzbetrieb zu argumentieren. Genau deshalb betont die Bundesnetzagentur, dass nationale steuerbare Kapazitäten aufgebaut werden müssen.

3 „Gefällt mir“

Wir haben auch noch andere Nachbarn als Polen. Es würde der Diskussion echt gut tun, wenn du dich nicht nur auf kleine Aspekte fokussieren würdest.

Außerdem Gaskraftwerke zu bauen, und Leitungen zu verlegen erzeugt auch CO2. Auch ist LNG was wir aktuell immer mehr verwenden deutlich umweltschädlicher.

Man müsste nicht neue Gasheizungen bauen, sondern langsamer auslaufen lassen, um sich mehr Zeit zu verschaffen.

Nein

2 „Gefällt mir“

100% erneuerbare und im Falle einer Dunkelflaute Kohlestrom aus Polen ist günstiger und klimaschonender als ununterbrochen Gas zu verbrennen.

6 „Gefällt mir“

Nehmen wir an, dass diese Zahlen stimmen. Das eAuto ist flexibel, und die verbleibenen 10kWh lassen sich puffern.

Aktuell kosten 10kWh Heimspeicher maximal 2500€. Steckdosenfertig - einstöpseln und los. Die verbinden sich mit dem Netz und deinem Stromzähler, holen sich die Preise von Tibber und co, laden sich, wenn Strom im Tagesverlauf am günstigsten ist und bringen in der restlichen Zeit den Stromzähler auf “0”.

Hi ThomasAnderson,

es bringt aber für Klima und Energiewende nichts, wenn wir uns den Strom einfach aus Polen holen und dort Kohle verbrannt werden. Was machen wir, wenn sich diese Länder auch umstellen? Das ist doch auch unser Ziel.

Wir brauchen doch ein autarkes System …

Super Idee, aber ganz so einfach ist es nicht? Speicher muss ja auch angemeldet werden und bei ein Steckerfertigen Speicher kann dieser doch max. 800 Watt übernehmen. Reicht dann nur teilweise für Backofen, Trockner, Kochfeld, Waschmaschine, ggf. Durchlauferhitzer …

1 „Gefällt mir“

Wenn wir hier alles abschalten und stattdessen 100% Kohlestrom aus Polen importieren, dann bringt das nichts.

Wenn wir versuchen 100% mit Erneuerbaren zu decken und die Lücken importieren, dann bringt das ne Menge. Zumal wir ja auch nicht nur Kohlestrom importieren würden, sondern auch Hydro aus dem Norden, Atom aus Frankreich usw.

Wieso brauchen wir bitte ein autarkes System?

3 „Gefällt mir“

Wollte ich auch gerade fragen. Wir brauchen das komplette Gegenteil, nämlich die europäische Vernetzung.

1 „Gefällt mir“

Dem würde ich massiv widersprechen. Ja, Polen sollte auch EE ausbauen und Kohle abschalten. Aber der billigste und beste Weg zur Energiesicherheit für alle ist ein sehr gut ausgebautes europäisches Stromnetz (das auch für EE-Erzeugung vorteilhafte Nachbarregionen wie Nordafrika umfasst).

Ich kann da nur für meine Erfahrung sprechen, aber bei uns war das (bei 14kwh) trivial einfach und wird bei Bedarf auch vom Elektriker gemacht.

1 „Gefällt mir“

Autark ist vielleicht ein extremer Begriff, aber wenn wir viel Strom im Winter, dann haben unsere angrenzenden Nachbarn doch den gleichen Bedarf, weil es dort auch kalt ist und geheizt werden muss. Während Österreich durch die Bergseen, Höheunterschiede den Strom lagern kann, zu günstigen Zeiten einkauft und zu teureren Zeiten an uns zurück verkauft, haben wir doch solche Möglichkeiten nicht. Der europäische Strom dient doch nur dazu Spitzen auszugleichen …

Und was spricht gegen eine Unabhängigkeit?

1 „Gefällt mir“

Dagegen spricht etwas, wenn es ein Vorwand ist, um den Ausbau von Erneuerbaren Energien zu verzögern.

Setzt du dieses Ziel auch für Gas? Nur betreiben, wenn das Gas in Deutschland gefördert wurde? Oder sind Energieimporte dann okay?

2 „Gefällt mir“

Das europäische Stromnetz ist doch vernetzt. Als in Spanien der Blackout war, hat doch genau das europäische Stromnetz und die Vernetzung geholfen den Blackout zu lösen.

Oder wie soll das Stromnetz deiner Meinung nach vernetzt werden?

Finde die Zahlen zu 22-35 GW im Monitoringbericht nicht. Kannst du mir die Stelle mal schicken?

Ansonsten sind das die aktuellen Installationszahlen. Auf Leistung, die auch in der Dunkelflaute ansteht komme ich auf 26 GW

Wasser 5,5
Pumpspeicher 9,9
Biomasse 9
Sonstige (verm. Abfallverbrennung) 2,3. Öl lasse ich weg, weil perspektivisch denke ich nicht mehr da

Kohle fällt bis 2038 weg in Höhe von 30 GW.
Gas haben wir 35 GW. Mit den anderen verfügbaren oben 61 GW.
Die maximale Last war 2024 75 GW, sagen wir 80
Dann haben wir eine Lücke von 19 GW im Jahr 2038. Ohne Lastverschiebung, ohne Importe, ohne andere Speicher. Somit erschließt sich mir nicht, wieso wir bis 2030 20 GW Gas benötigen sollen. Es ist halt alles immer sehr oberflächlich kommuniziert von Reiche. Soll sie halt sagen mit 10 GW zusätzlich Gas will ich den Kohleausstieg von 2030 vorziehen. Top. Macht sie aber nicht. Sie will Gas, um Strompreise zu drücken. Damit argumentiert sie am Thema vorbei. Zu viel Ausbau macht das ganze System nur teurer, ist ihr eigenes Argument bei EE, nur dass es bei Gas irgendwie nicht gilt.

1 „Gefällt mir“

Ich meine eine höhere Vernetzung mit höherer Leistungsfähigkeit. Ist ja auch innerhalb Deutschlands zu wenig (Windstrom kommt nicht nach Bayern).

Stromhandel über Landesgrenzen hinweg ist ja kein Bug, sondern Feature. Irgendwo weht immer Wind oder scheint die Sonne.

1 „Gefällt mir“

Achso. Ja absolut und es braucht auch intelligente Messysteme/Smartmeter. Die Verbindung nach Bayern kommt ja, aber kostet uns halt viel Geld, weil jahrelang einfach Windkraft nach MV gebaut wurde, obwohl sie dort niemand in dem Umfang verwenden kann.

Also was wegfällt sind nicht nur die Kohlekraftwerke sonder auch die KWKs, Öl, und Gaskraftwerke.

Das findest du im Montoring Bericht zwischen Seite 70 und 72.

Das sind in Summe knapp 20 bis 25 Gw.

Detaillierte sind dazu die folgenden Reports zur Versorgungssicherheit.

Der ist von 2023. Netto zubau sind 21.6 Gw. Wobei das optimistisch mit 10 Gw zusätzlicher ersparnis berechnet ist. Findest du alles ab Seite 50.

Hier die akutelle Publikationen. Inhaltlich ähnlich nur weniger optimistisch, weil wir bei Speichern und Netzausbau weit hinten dran sind.

Wohl eher weil Jahrelang NIMBYs sich versucht haben gegen die Leitung zu wehren. Und Bayern war da mit ganz vorne.

2 „Gefällt mir“

Das ist nicht richtig. Der „finale“ Blackout in Spanien wurde durch den Lastabwurf an der Franzöischen Grenze verursacht. Das war auch richtig so, damit keine „fortentwicklung“ des Fehlers das fanzösische Netz zum abschalten bringt.
Das wieder hochfahren, ist erst lokal erfolgt und dann hat in der Tat das EU Netz geholfen.

1 „Gefällt mir“

Das stimmt leider nicht, die wetterlagen betreffen meist große teile europas. Wenn in deutschland nacht und windstille herrscht gibts bei den nachbarn sicher nicht viel wind und schon gar keine sonne.

Öl: Macht keinen Unterschied in meiner Aufstellung, weil ich nicht den Wegfall ersetze, sondern die Lücke ausrechne, ohne Öl auf der Haben Seite aufzuführen

KWK sind sicher nicht mehr als 1 GWel zusätzlich. Das was im Monitoringbericht mit 29 GW aufgeführt ist beinhaltet sicherlich Kohle, Biomasse, Biogasanlagen, Gaskraftwerke.

Gas: Das ist halt etwas, was man in der Diskussion unterscheiden müsste. Neue Gaskraftwerke brutto oder netto. Aktuell klang es immer als “Nettozubau”, sonst hätte Reiche das ja präzisieren können.

Im Monitoringbericht finde ich folgende Angabe

Bis zum Betrachtungsjahr 2031 werden im Vergleich zu 2026 alle Kohlekraftwerke stillgelegt, gleichbedeutend mit einem Rückgang an Erzeugungskapazitäten im Umfang von 16 GW. Demgegenüber steht ein weiterer Zu bau von Gaskraftwerken von knapp 18 GW verglichen mit 2026, vgl. Abbildung 30.

Also 18 GW, wenn der Kohleausstieg 7 Jahre früher vollzogen ist. Das erklärt nicht Reiches 20 GW bis 2030 und das ist der Punkt. Es geht mir nicht darum, dass wir kein Backup brauchen, sondern die Menge und den Zeitrahmen. Wieso das ganze nicht flexibel gestalten. Jährliche Analyse, und bei Bedarf Anpassung um 1-2 GW Ausbau. Die Dinger lassen sich sicher in 2-3 Jahren errichten. Kohle bleibt ja in der Reserve nach der Abschaltung, wenns netzkritisch ist. Wenn Reiche den Blackout schon kommen sehen würde, hätte sie den ausgehandelten Entwurf vom BMWK asap umgesetzt und dann über Zusatzleistung verhandelt. So hat sie 1 Jahr verschenkt.

1 „Gefällt mir“