Nachdem die DB diese Woche erstmals seit 7 Jahren Gewinne in der ersten Jahreshälfte vermeldet hat, frage ich mich, wie ich diese Gewinne zu interpretieren habe.
Klar, ich nehme Palla bzw. Dem Konzern ab, dass sie sich in der Führungsetage verschlankt haben, 700 Mio erscheinen mir dafür aber doch ein wenig viel Geld.
Ich weiß, dass große Konzerne ihr Kapital in verschiedenen Dingen angelegt haben, so würde etwa ein Verkauf von Bestandsmaterial (zB Verkauf von Flotte, Netz, Subkonzern, oder auch zB. Emissionszertifikaten) die Statistik sehr beschönigen, wenngleich mit den genannten Beständen in der Zukunft höhere Gewinne zu verzeichnen wären.
Nun meine Frage: Ist hier wirklich ein positiver Trend zu verzeichnen, oder wurde die Statistik beschönigt, um zum einen die neue Bahnchefin Palla, zum andern vielleicht das Verkehrsministerium in ein besseres Licht zu rücken?
Weiß jemand diesbezüglich mehr?
(Quelle Tagesschau: Bahn erstmals seit sieben Jahren mit Gewinn | tagesschau.de )
In der von dir verlinkten Quelle steht’s doch:
Bei den Fahrgästen gab es einen deutlichen Anstieg: Rund 960 Millionen Reisende fuhren im ersten Halbjahr mit den Zügen der DB und damit 17 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Seit April haben die Ticketverkäufe im Fernverkehr zugelegt. Mit besonderen Angeboten für Familien, junge Menschen und Kurzentschlossene kurbelt das Management seit Mai die Nachfrage an. Bereits 600.000 Fahrgäste haben demnach das Last-Minute-Angebot genutzt. Mehr als 200.000 Reisende sind mit dem Familienticket unterwegs. Die kostenlose Jugend-BahnCard wurde über 50.000 Mal bestellt
Den Hauptgrund für das kräftige Plus sieht die Bahn in den hohen Kraftstoffpreisen. Zahlreiche Pendler und Fernreisende seien vom Auto auf den Zug umgestiegen.
Der Bahn komme aber auch „ein kleiner Rechentrick“ zugute, erläutert RBB-Reporter Tom Garus auf tagesschau24. Palla ließ im vergangenen Jahr 1,4 Milliarden Euro abschreiben - verbuchte also Verluste zu einem Zeitpunkt, zu dem sie noch ganz neu im Amt war. „Und dementsprechend sieht die Bilanz dieses Jahr schon besser aus“, so Garus.
Ist zwar auch ein bisschen ein Trick zu sagen, „ich ziehe Probleme nach vorne, damit ich in der Zukuft besser aussehe“. Ist aber mMn zumindest ein sympatischerer Trick, als das was die Bahn fürher immer gemacht hat, nämlich „ich schiebe die Probleme in die Zukuft, damit ich jetzt besser aussehe“…