Erwerbspersonenpotenzial

Im Neue Zwanziger Podcast wird nicht nur die Lage der Nation (etwa Minute 44 ff) zitiert, sondern auch (bei ca. Minute 53 ff) Frau Nahles, Chefin der Bundesagentur für Arbeit, die die Zahlen darlegt insofern, dass ausschließlich die Erwerbsquote unter Drittstaatangehörigen gewachsen ist und darunter im größten Anteil bei Menschen mit Fluchtgeschichte.
Allerdings hat es ohne Bevölkerungswachstum nie Wirtschaftswachstum gegeben.
Was bedeutet: Wenn Merz Wirtschaftskompetenz hätte, müsste er dafür sein, Geflüchtete großzügig aufzunehmen.

1 „Gefällt mir“

Erstmal müssten Probleme der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt behoben werden. Insbesondere wenn es darum geht junge Geflüchtete auch in entsprechende Ausbildungen zu bringen und diese auch erfolgreich zu absolvieren um sie zu Fachkräften zu machen gibt es da schon noch erhebliches Nachholpotential.

Viele Kräfte sind heute doch nur als angelernte Kräfte tätig und man muss sich drüber im klaren sein, dass diese im Falle einer Krise auch die ersten sind die ihre Jobs verlieren.

Ich bin sehr dafür großzügige Angebote zum „Spurwechsel“ zu bieten und direkt nach Ankunft schulische wie berufliche Bildungsangebote zugänglich zu machen um die Menschen bestmöglich vorzubereiten, ich glaube aber nicht, dass im aktuellen Umfeld ein Vorgehen nach dem Motto „viel hilft viel“ zielführend wäre.

Es zeigt aber, dass die Forderungen nach „Grenzen dicht“ so einfach überzogen sind, weil auch Geflüchtete natürlich nicht nur negative Effekte auf die hiesige Gesellschaft haben.

4 „Gefällt mir“

Natürlich. Investieren, Investieren, investieren
statt Steuererleichterungen für Reiche.

Zum Thema Erwerbspersonen, speziell Ältere und Lebensarbeitszeit:

https://arbeit.uni-wuppertal.de/de/

Die LidA-Studie ist interessant.

Magst Du die wesentlichen Ergebnisse der Studie zusammenfassen?

Gern, gib mir etwas Zeit, hab da einige Folien einer ypräsentation

Bergische Universität Wuppertal; Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft

• Geburtskohorten 1959, 1965 und 1971
• Wiederholte Befragung 2011, 2014, 2018, 2022/3
	○ 1959=  63 Jahre alt
	○ 1965 = 57 Jahre alt
	○ 1971 = 51 Jahre alt

Gesetzliches Rentenalter vs. Vorruhestand vs. Erwerbsminderungsrente

Fragestellung 1:

Unabhängig von den gesetzlichen Regelungen zur Rente: bis zu welchem Alter würden Sie gerne arbeiten?

Ergebnis: 58% möchten gerne früher aussteigen, 23% würden gerne länger (teils bis 70) arbeiten.

Motiv auch Wahl „etablierter Grenzen“ ; Rente mit 63 oder 65 noch gedanklich verankert; mit zunehmenden Alter (und entsprechender Gesundheit Korrektur nach oben

Schlecht bezahlte Berufe wie Reinigungskräfte müssen eher länger arbeiten, gesundheitlich fordernde Berufe wie Pflegeberufe wollen eher früher aussteigen.

Fragestellung 2:

Bis maximal 64 Jahre arbeiten. Warum?

  • um mehr freie Zeit zu haben (83%)
  • irgendwann muss Schluss sein (71%)
  • ohne Abschläge in Rente gehen können (52%)
  • finanzielle Absicherung ausreichend (49%)
  • ……
    Fragestellung 3:

Was könnte ein Grund für Sie sein, länger zu arbeiten?

  • wenn ich frei bestimmen könnte, wie viel ich arbeite (77%)
  • wenn ich frei bestimmen könnte, wann ich arbeite (65%)
  • wenn die Arbeit gut bezahlt wird (61%)
  • wenn die Arbeit nicht zu anstrengend wäre (56%)
  • ……

Fazit zu der Befragung zur Erwerbsperspektive:

  • die meisten Babyboomer in Deutschland wollen so früh wie möglich in Rente.
  • Viele - aber nicht alle- Ältere Babyboomer könnten nach eigener Einschätzung länger arbeiten.
  • sie wollen es aber nicht.
  • dominierende Gründe für den Wunsch nach einem frühzeitigem Ausstieg sind der Wunsch nach Selbstbestimmung, das gefühlte Anrecht auf eine frühe Rente, und eine ausreichende finanzielle Alterssicherung. Für einige ist auch eine schlechte Gesundheit ausschlaggebend.
  • wenn die Arbeitsqualität besser wäre, dann würden mglw viele ältere Arbeitnehmer länger arbeiten.
  • viele können sich den Frühausstieg leisten, andere müssen trotz schlechter Arbeitsbedingungen und/oder schlechter Gesundheit länger arbeiten.

= wenn Betriebe und Politik mehr Beschäftigte 63+ in Beschäftigung halten wollen, dann muss es ihnen gelingen, das diese dies auch möchten. Ein Ansatzpunkt wäre die Zusicherung einer besseren Arbeitsqualität für alle.

Dazu noch Fragestellungen zur Wechselwilligkeit der älteren Arbeitnehmer (Fazit: berufliche Wechsel wirken sich positiv auf Gesundheit und Arbeitssituation älterer Arbeitnehmer aus. Viele scheuen den Wechsel aus u.a. finanziellen Gründen. Leichtere Wechsel würden mehr ältere Arbeitnehmer länger in Arbeit halten)
Und zum Betrueblichen Eingliederungsmanagement. Hier bezeichnend, das rund 50% der Befragten kein Angebot für ein BEM vom Arbeitgeber erhalten haben, trotz gesetzlicher Vorgaben.

Soweit in aller Kürze. @TilRq