Erreichbarkeit von Behörden

Guten Tag an das Lage der Nation Team.

Ich habe wirklich sehr aufmerksam die Diskussion über die Möglichkeit der Kontaktaufnahme von Behörden zu den Natural Parteien und umgekehrt verfolgt.

Ich bin seit 30 Jahren als Rechtsanwältin im Ausländerrecht tätig und kann und muss darauf hinweisen, dass auch eine Kontaktaufnahme über eingerichtete Antragsmanager bei den Behörden in keinster Weise zu irgendeinem gearteten Erfolg führt. Die Behörden sind vollkommen überfordert, auch ordnungsgemäß übermittelte Dokumente in die elektronischen Akten einzupflegen. Es wird permanent behauptet, die Behörden könnten keinen Eingang verzeichnen, obwohl man den Sende- Nachweis mit einer genauen Auflistung der eingereichten Unterlagen erhalten hat. Zu guter letzt bekommt man dann als Naturalpartei einen Termin mit der Bitte um Vorsprache und alle Unterlagen noch mal im Original vorzulegen , da man im behördeninternen Netz nichts findet! Das ist die Realität …

Auch zweimal eingereichte Unterlagen im Sozialamt in Berlin werden über ein Jahr überhaupt nicht bearbeitet. Man erhält keine Eingangsbestätigung. Auch wenn man als Anwalt anmahnt , dass man endlich eine Rückmeldung erwartet und eine Untätigkeitsklage androht. Interessiert es in Berlin keinen Menschen!

Bei Einschreiben mit Rückschein erhält man auch keinen Rückschein, da im Sozialamt dann keiner den Rückschein unterzeichnet und die Postzusteller dann einfach den Rückschein wegschmeißen.

Bescheide des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge werden von der Post in Unterkünften nicht zugestellt, da die dortigen Unterkünfte und die Poststellen nur für 2 Stunden geöffnet haben und die Post Zusteller dann einfach vermerken Empfänger nicht zu ermitteln.

Das ist die wahre Realität und nicht ein kleiner Hinweis, dass man Sozialhilfeempfänger oder gegebenenfalls Asyl Antragsteller mal schulen sollte in der Verwendung von Mobiltelefon und Apps.

Vielleicht sollte man mal die desaströse Lage der Behörden hinsichtlich der Problematik mit der Digitalisierung mehr öffentlich machen.

Martina Synnott

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