Erderhitzung; neuer Begriff für Klimawandel

Hi,

zum Thema Erdeerhitzung, bzw, zur Debatte ob ein neuer Begriff für den Klimawandel benötigt wird.
Ich bin mr nicht sicher ob man einen neuen Begriff für die anthropgene Erderwärmung braucht, weil der derzeitige bereits so stark im allgemeinen Bewusstsein verankert ist. Aber was mir in den Medien immer wieder auffällt ist, dass die derzeitige ökologische Kathastrophe sehr stark, bis fast vollkommen auf das Thema Klimawandel verengt wird, was ja auch zum Teil seine berechtigung hat. Andererseits ist es so, dass wir noch andere Eingriffe in globale Kreislaufsysteme vorgenommen haben, die z.t sehr eng mit dem Klima verbunden sind, aber auch wenn wir den globalen Eintrag von CO2 seit der Industrialisierung sofort rückgängig machen könnten, so gravierend sind, dass sie uns weiterhin auf eine Katastrophe zusteuern lassen würden. Dartunter fällt z.B der immense Eingriff in den Stickstoff kreislauf seit Erfindung des Haber-Bosch Verfahrens, der globale Phosphoreintrag etc., problematische Veränderungen an Böden durch moderne Landwirtschaft und nicht zuletzt das größte Massensterben seit dem KT Ereigniss. Das alles findet in den Medien sehr wenig Aufmerksamkeit, was leider sehr schade ist, da bei vielen dieser Probleme zwar kleine Maßnahmen ergriffen worden sind oder beginne umgesetzt zu werden, aber bis jetzt bremst das lediglich das Wachstum und nicht die Gesamtentwicklung dieser Phänomene da immer Menschen auf der Welt einen Zunehmend rohstoff und energieinteniven lebenswandel führen. Deswegen wäre es auch vllt gut einen Gesamtbegriff für diese ökologische Katahstrophe zu finden, der die AUfmerksamkeit auch wieder mehr auf den Umweltschutz lenken würde und dazu Beitragen würde, dass die verringerung der Ressourcenintensivität der entscheidende Beitrag auch zur Abmilderung des Klimawandels wäre, da mir die Debatte über Lösungen zum Klimawandel sehr von der Hoffnung auf technologische Lösungen geprägt ist, weniger von der Erkentniss das die Ressourcen zu Ende sind. So ähnlich wie man, im klieneren Maßstab in den 60er Jahren glaubte die Probleme der Atomkraft irgendwann durch innovative Technologien lösen zu können, ohne zu erkennen dass dem eigenen handeln eine inhärente Inköherenz innnewohnte. In der Wisenschaft kommt es mir manchmal so vor, dass manche etwas frustriert deswegen sind, unser Professor für Ökologie spricht daher in der Uni über Lösungen für diese Probleme immer schon im Präteritum.

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Bin sehr deiner Meinung! Wenn ich nur Christian Lindner höre, der noch mehr Wachstum darin sieht, z.B. den Flugverkehr mit alternativen Antrieben ganz einfach „klimaneutral“ zu machen. Fast niemand (zu allerletzt Lindner und die Luftverkehrslobby) erwähnen auch nur die Ablagerung von Waserdampf und Verbrenungsrückständen in den hohen Luftschichten, die nochmal das Vierfache (ca) der Klimawirkung des CO2 haben. Und wenn Flugzeuge elektrisch aus erneuerbaren Energien betrieben würden, wäre das ein ökologischer Blödsinn, denn Windräder wachsen nicht einfach, sondern brauchen Ressourcen (z.B. seltene Erden) und verschleissen. Wir sollten nur so viele Windräder und Sonnendächer betreiben, wie unbedingt notwendig sind, auf keinen Fall für den Luxus einer zu 95% überflüssigen Luftfahrt, zu der nur 5% der Weltbevölkerung überhaupt einen Zugang haben. Es ist eine unglaublich beschränkte Weltsicht (Beton-Ideologie) im Gange, nur um den Status Quo nicht anzukratzen. Dabei zählt sich z.B. Lindner ziemlich zu den klügsten 0,001% der Menschheit wie es den Eindruck macht.

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Hallo,

die Transformationsforscherin Maja Göpel hat mal in einem Interview in Bezug auf Umweltprobleme den schönen Satz gesagt: „Die Welt hat kein Problem, wir haben ein gesellschaftliches Problem“.

Ich finde das trifft es ganz gut. Wir können uns für alles versuchen passendere Namen aus zu denken aber am Ende ist eines der aktuellen Probleme, was übrigens auch diese Coronakrise gut zeigt, ich nenne es mal Verlustangst. Alles müssen Alles zu jederzeit tun dürfen oder zumindest die Möglichkeit haben es zu tun. Sobald einem nur die Möglichkeit genommen wird ist es Böse, egal ob derjenige das verbotene oder Eingeschränkte jemals getan hat oder tun wird.
Jedes Neue Wort für diese großen Probleme unserer Zeit, wird es nicht verhindern das ein Großteil der Leute es automatisch mit Einschränkung und Limitierung assoziiert.
Klimawandel heißt u.a. geändertes Konsumverhalten, also wollen mit die Veganer das Fleisch wegnehmen.

Dagegen ein Mittel zu finden, das die Leute diese Themen nicht mehr automatisch als Einschnitte wahrnehmen, ist eine Riesen Herausforderung.

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Lebensstil ist viel zu wenig ein Thema in der öffentlichen Diskussion. Dazu müssten die wahren Preise (errechnet sich aus dem verursachten und also wieder gutzumachenden Schaden, ungefähr) für jeglichen Konsum mehr in das Bewusstsein der Leute kommen. Man kann die Berechnung anzweifeln oder den Schaden ganz leugnen, aber Letzteres ist schon waghalsig heutzutage, wo es an allen Ecken brennt. Ich würde mit dem Fliegen anfangen: 1 Jahr die wahren Preise ankündigen, dann verlangen. Wer meckert, muss seine Kalkulation darlegen, also sich aus dem Fenster lehnen und ggf. lächerlich machen - falls nicht Betonkopffraktion. Aber die ist nicht so gross. Das Problem ist das schlampige Denken der Wohlstandsmenschen…

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Guter Gedankenanstoß von Simon Sinek zum Thema, denn „naming is framing“ …

Dem schließe ich mich an!
Besonders deutlich wird der Egoismus der Menschen, wenn sie die Ausnahmen für besondere Fälle zur neuen Regel machen wollen. Wenn Plastikstrohhalme verboten werden, gibt es natürlich Menschen, die aus medizinischen Gründen trotzdem welche brauchen, also möchten auch alle sie benutzen, die halt einfach lieber damit trinken.
Wenn ein Förster einen Geländewagen braucht, um in den Wald zu fahren, müssen alle mit Egodefiziten auch so dicke Karren fahren dürfen.
Diese wohlstandsverwahrlosten Egoisten wissen gar nicht, was Armut und Not bedeuten. Sie mussten nie wirklich verzichten, waren von klein auf gut mit allem versorgt und haben jetzt eine Anspruchshaltung, die ich einfach nur ekelhaft finde!

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Ich pack mal hier in den Thread ein paar Kommentare und Anmerkungen, die ich zum größeren Themenkomplex hatte:

  1. Zur Frage ob wir ein Wissensproblem haben, würde ich gerne differenzieren: nach Bereichen: 2 spannende: Politik, d.h. Regierung: hier könnte euer Argument tragen, dass die es jetzt eigentlich wissen sollten. Wenn ich ihnen dann so zuhöre, bin ich mir nicht mehr so sicher.

  2. allgemeine Bevölkerung: hier sehe ich klar bei vielen Leuten ein Wissensproblem. Das wäre nicht schlimm, wenn die Politik einfach alles umgestalten würde. Aber die haben Angst vor der nächsten Wahl. Und ja, es kann sein, dass von den ganzen „ich-will-meinen-Lebensstil-behalten-Leuten“ und „jede-Veränderung-ist-schlimm-und-Verzicht-Leuten“ wirklich nur Widerstand kommt. Wo man wieder beim Wissens- oder Erkenntnis- oder Einseh-Problem in der Bevölkerung ist.
    Hier scheinen schon viele zu glauben, wenn wir jetzt nichts machen, bleibt alles wie es ist. Das ist aber nicht so. Alles wird sich ändern. Vielleicht können wir noch gestalten, in welche Richtung. Sonst geht einfach nur alles um uns rum kaputt (oder wie Greta sagt: „Change is coming, whether you like it or not“).
    Wenn man aber das Gegenteil hätte, d.h. ein Wissen und eine Einsicht in der breiten Bevölkerung gäbe es mehr Druck auf die Politik, die müssten auch keine Angst mehr haben und das könnte sich entwickeln.

  3. zu den Begriffen: soweit ich weiß, ist aus der Forschung bekannt, dass Sprache das Mittel ist, mit dem wir unser Weltbild bauen: Im deutschen gibt es viel Passiv-Konstruktionen und die Leute agieren eher passiv. Die gleichen Leute verändern ihr Verhalten, wenn sie länger eine weniger passive Sprache sprechen. Auch aus der Gender-Forschung weiß man, dass man Begriffe sorgfältig wählen sollten. Im Klima-Kontext fand ich das oben geteilte Video von Simon Sinek gut, das erklärt doch gut, wie man es anders machen könnte.

  4. Die vielen anderen Krisen im Zusammenhang mit der Industrialisierung: Imho sollten wir den Leuten jetzt erstmal langsam verklickern, dass ein „Immer-Weiter-So“ nicht funktioniert. Vielleicht setzt irgendwann die Erkenntnis ein, dass wir von unserem Planeten abhängig sind und vielleicht lässt sich dann der Blick für weitere Baustellen weiten.

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Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu, nur wie verhindert man, dass die, die sich ohnehin kaum etwas leisten können, dann noch mehr verarmen weil alles teurer wird. Klar, unabhängig von Ihrem Beseispiel mit dem Fliegen, aber wenn man ehrlich ist müsste dann eben auch jegliche Form des Transports teurer werden. Und alle Lebensmittel. Und der Strom.

Die „Reichen“ wird es dann eben wieder als allerletzte Treffen, oder meinen Sie dass es den Vorstandsvorsitzenden juckt, ob seine Firma ab dann mehr für seine Flüge bezahlt?

Indem die Arbeit von Friseusen z.B. genauso bezahlt wird wie die von zufällig an einem langen Hebel sitzenden Berufsgruppen. Richtig, jede Form des Transportes müsste teuerer werden. Dann würden sämtliche Produktion wieder näher bei den Abnehmern der Waren stattfinden. Die armen Länder würden nicht durch die Knebelverträge mit den reichen Ländern ausgebeutet. Die „Entwicklungsländer“ könnten die notwendigen Maschinen und Computer selber bauen, das Wissen und die Pläne sind doch überall verfügbar. Das wäre eine ganz andere, viel schönere Welt!

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Ich denke da immer gern an Dänemark, wo es hohe Steuern auf alles gibt, alles irgendwie besser funktioniert: Krankenhäuser, Straßen, Schulen,… und die Menschen deutlich zufriedener sind.

Ganz interessant in dem Zusammenhang: Coronavirus wächst exponentiell: Die Zukunft kommt schneller, als Sie denken - DER SPIEGEL

Ich bevorzuge den Begriff Ökozid,
da er klar macht,
dass es sich um die,
in verbrecherischer Weise menschlich verursachte, völlige Vernichtung unserer Lebensgrundlage handelt und in die Ausrottung unserer und der meisten anderen Lebensformen mündet!

@ChristianE: Ja, stimmt!
Eine Verteuerung der alltäglich notwendigen Produkte verschärft das ohnehin immer weiter ausufernde Verteilungsproblem.
Es gibt einige Ansätze wie Umverteilung realisiert werden kann, billiger Treibstoff gehört nicht dazu! Sie sprechen hier ein Problem an, dass zwar durch den Ökozid verschärft wird (ganz gleich ob wir politische Maßnahmen ergreifen oder nicht) aber dennoch ein eigenes Problem darstellt für das es eigene Lösungen bedarf!