Liebes Lage-Team,
ich bin selber von Endometriose betroffen und habe mich sehr darüber gefreut, dass ihr neulich einen Beitrag dazu gemacht habt. Danke!
Ich möchte dazu noch zwei für mich wichtig Sache ergänzen.
Ich finde es problematisch, wenn Endometriose so schnell und stark mit Kinderlosigkeit in Verbindung gebracht werden. Ich habe wie viele Frauen jahrelang starke Schmerzen gehabt und erst sehr spät die Diagnose bekommen (als eine große Endometriosezyste im Eierstock im Ultraschall sichtbar war). Dann wurde ich immer wieder gefragt: “Wurde das diagnostiziert wegen eines unerwünschten Kinderwunschs?” - Nein, ich hatte einfach sehr starke Schmerzen!
Aber für eine patriachal geprägte Gesellschaft wird Endometriose erst zum Problem, wenn Frauen keine Kinder bekommen können…
Als Endometriose-Patientin nehme ich nicht irgendeine Pille, sondern ein für Endometriose zugelassenes Dienogest-Medikament (Gestagen), weil Östrogen bei Endometriose nicht genommen werden soll. Außerdem nehme ich dieses Medikament ohne Pause jeden Tag, damit ich keine monatlichen Blutungen bekomme, weil das auch nicht gut wäre.
Weil da viele Frauenärzt*innen auch falsche Infos geben war es mir wichtig, das nochmal loszuwerden. ![]()
Weil ihr ja auch mal gefragt hat was Leute gegen „Weltschmerz“ machen:
Ich habe eine Endometriose-Selbsthilfegruppe gegründet, bei der sich Betroffene einmal im Monat treffen und austauschen (wir hatten auch schonmal zwei Ärztinnen eines Endometriosezentrums zu Gast, die uns viele hilfreiche Infos gegeben und Fragen beantwortet haben).
Das ist zwar keine Riesentat, aber gerade bei der Erkrankung, die oft sehr spät diagnostiziert wird und nicht ernst genommen wird, ist die Gruppe ein guter Raum zum Austausch und um uns gegenseitig zu stärken.
Viele Grüße,
Barbara