Das würde ich mal stark anzweifeln, ich glaube nämlich dass viele Leute mit dem Auto was sie sich leisten können dann auch lange Strecken fahren. Klar ist ein Mercedes EQS für Langstrecken cooler als ein E-up, aber wenn man nur den E-Up bezahlen kann spielt das eben keine Rolle.
Heißt also bei Kleinwagen fällt das Wechselsystem aus, bleiben die großen Fahrzeuge. Was wäre der Anreiz für jemanden der sich einen großen Akku kauft einen kleinen zu verwenden?
Du wirfst hier zwei Sachen zusammen: Beim tanken ist der Mensch das Problem, hier würde anwenden des Poka Yoke Verfahrens helfen, warum das keiner richtig durchgezogen hat verstehe ich auch nicht. Am Ende ist es die Form eines Metallrohrs
Hier bei den Akkus gehts ja aber nicht darum ob eine Station den Akku aus Versehen falsch einbaut, sondern wie man weltweit Akkus über alle Fahrzeugklassen standardisiert. Das sind dann doch zwei unterschiedlich dicke Bretter.
Das würde ich gerne mal sehen, hast du einen Link dazu?
Naja, aber das ist doch genau das Problem. Warum sollte jemand jetzt diese Summen investieren, wenn nicht mal klar ist dass die Infrastruktur überhaupt benutzt wird?
Ganz abseits davon, nochmal eine andere Frage: Warum sollte ich an eine Wechselstation fahren und nicht an einen Schnelllader? Es gibt da nur einen Vorteil, nämlich Zeitersparnis wenn ich als einziger dort bin. Nehmen wir die aktuellen Systeme von NIO. Eine Bühne zum wechseln, kommt ein zweites Auto muss man warten.
Bin schon recht viel Langstrecke mit den Elektroautos gefahren, an den Ladern trifft man hierzulande meist so 2-6 andere Fahrzeuge, zu Peakzeiten mehr. Beim Schnelllader klemme ich mich an und warte 15-20 min, dann habe ich 80% geladen, meist ist eine Säule frei, bei den Tesla Ladeparks sowieso, die haben meist über 20 Ladepunkte, EnBW baut auch stark aus.
Bei der Wechselstation stehen jetzt 2-4 Autos vor mir, also muss ich erstmal 10-40 Minuten warten bis ich überhaupt dran bin. Dazu kommt, dass ich ja in die Station reinfahren muss, ich muss also am Fahrzeug bleiben und warten während ich am Schnelllader anschließe und gehen kann.
NIO hält 10 Akkus vor, 70kWh und 100kWh gemischt, keine feste Anzahl. Heißt nach 10 wechseln wartet man sehr lange bis die Akkus voll sind oder man muss auch diese Akkus Schnellladen.
Das ist ein bisschen wie mit den hochgelobten Wasserstoff-Autos, die ja auch in 5 Minuten tanken können, wenn sie als erstes an die Zapfstelle fahren. Mag sein dass es dann schnell geht, kommt man aber als sechstes oder zehntes an die Säule und die Verdichter müssen arbeiten, dann steht man schnell man eine Stunde herum.
Akkuwechselstationen bieten also nur einen Vorteil, wenn sie wenig benutzt werden, sonst nicht. Das ist mMn. eine echt schlechte Basis für ein Geschäftsmodell.
Die Investitionskosten sind zu hoch um viele Infrastrukturen und Akkus vorzuhalten die dann oft leer stehen und nicht benutzt werden.
Wichtiger Punkt, NIO hat eine Person pro Station. Warum ist das wichtig? Weil wir hier von Hochvolt-Komponenten und schweren Fahrzeugen sprechen. Geht etwas schief oder ein Roboter macht einen Fehler, so kann man keinesfalls zulassen dass der Kunde versucht da selbst etwas zu „lösen“.
Ein ausgebauter Akku mit offenen Kontakten falsch angefasst und man ist sofort tot. Da sind mir kontaktsichere Stecker in einer gesicherten und verriegelten Ladedose dann doch lieber.
Wichtig: Ein technischer Zwischenfall bedeutet die Wechselstation ist unbenutzbar. Im Ladepark wird dann halt eine von zig Säulen abgeschaltet, vernachlässigbar.