Hier mal ein Beispiel für ein erfolgreiches Projekt, an dessen Beispiel gezeigt werden kann, wie man auch als Einzelperson aktiv werden kann:
mein Name ist Hannah Bruckmann und ich schreibe stellvertretend für den von mir gegründeten Verein „Steam the Light for African Communities e.V.“ (SLAC), der in Zusammenarbeit mit seiner gleichnamigen ugandischen Partnerorganisation Entwicklungsprojekte umsetzt - vielleicht könnte das bei euch ja auf Interesse stoßen.
Unsere Projekte konzentrieren sich auf die Bereiche Klimaschutz durch Agroforstwirtschaft, Klimabildung durch Schulpartnerschaften, Emanzipation durch die Ausbildung von Frauen und Armutsreduktion durch die Wertsteigerung von Agrarprodukten. Dabei ist unser Anspruch, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und Menschen langfristig dazu zu befähigen, ihr Leben eigenständig und autark zu verbessern. Wir zeigen den Subsistenzfarmerinnen in unserer Region durch Ausbildungen in Agroforstwirtschaft und durch die Produktion ätherischer Öle Wege auf, mit Wäldern ein stabiles Einkommen zu sichern; fördern damit ihre Selbstständigkeit und geben ihnen gleichzeitig Anreiz, selbst Klimaschützerinnen zu werden.
Im vergangenen Jahr konnten wir dank großzügiger Spenden von 50.000 Euro bedeutende Fortschritte erzielen, darunter die Pflanzung von 7400 Bäumen zu einem Demonstrationswald, den Bau einer Produktionsstätte für fairtrade ätherische Öle und die Durchführung von Community-Workshops mit über 600 Farmerinnen.
Als nächstes Projekt haben wir in Uganda ein großes Ausbildungszentrum für Frauen in landwirtschaftlichen Bereichen geplant. Hier sollen Bäuerinnen die Möglichkeit haben, verschiedene Möglichkeiten für nachhaltiges Kleinunternehmerinnentum kennenzulernen, etwa die Herstellung von Briketts aus Maisabfällen, das Destillieren von Ölen, Aquaponik, Seifen- und Kerzenmanufaktur, und vieles mehr.
Gäbe es für dieses Thema Interesse? Gerade in unserer Generation (ich bin 23) ist das Gefühl von Hilflosigkeit ja groß. Vielleicht kann das bei manchen Hoffnung oder Eigeninitiative auslösen!
Für mehr Infos: www.slacuganda.org oder slac_uganda auf Instagram
Liebe Grüße!
Fände das Thema Entwicklungszusammenarbeit in der Lage grundsätzlich nochmal spannend. Wie funktioniert die EZ auf staatlicher Ebene? Wieso machen wir das? Wer profitiert davon?
An den grundsätzlichen Problemen im Bereich staatlicher Entwicklungszusammenarbeit hat sich leider seit der letzten Diskussion dazu nicht viel geändert:
Der letzte Absatz in Bezug auf private Organisationen scheint auf die hier genannte Organisation zu zutreffen. Solche Arbeit ist absolut unterstützenswert! Sie kann und wird aber nicht die systemischen Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen ausgleichen, von denen wir nach wie vor profitieren und die wir auch weiter perpetuieren.
+1. Ich habe Entwicklungsforschung studiert, in einigen afrikanischen Ländern gelebt und mich mit EZ auch beruflich über einen langen Zeitraum auseinandergesetzt. Klassische „Entwicklungshilfe“ (und dabei sowohl die staatliche, als auch die private) kann für die Menschen in diesen Projekten tolle Perspektiven öffnen, wenn sie gut gemacht ist (!). Aber genauso wie Armutsbekämpfung in Deutschland muss das „Phänomen Armut“ in Entwicklungsländern als systemische Frage begriffen werden, die auch politische, soziale und globale Elemente umfasst.
Eine kritische Frage, die man sich bei jedem EZ-Projekt stellen sollte, ist entsprechend „haben wir insgesamt einen positiveren Effekt, als wenn wir einfach das gesamte Geld an die Menschen vor Ort verteilen würden?“. Sehr viele Projekte fallen bei diesem Test durch, denn wirklich gute EZ-Projekte zu gestalten ist extrem schwierig und besonders arme Menschen sind in der Regel sehr gut darin, Geld einzusetzen (weil ihre Armut Ergebnis eines Systems und nicht persönlicher Unfähigkeit ist und arme Menschen in Ländern ohne Sozialsystem nicht überleben, wenn sie mit begrenzten Ressourcen nicht gut umgehen können).
Entsprechend bin ich ein Fan von Projekten, die klare Zielsetzungen haben und diese auch regelmäßig und transparent überprüfen.