Einordnung der Beihilfe aus Vorgängerthread

Fortsetzung der Diskussion von GKV, Private KV und Selbstzahler:

Diese Aussage ist in meinen Augen ohne Kontext Desinformation, weshalb ich sie trotz geschlossenem Thread so nicht stehen lassen kann!

Du darfst doch nicht einfach die Kosten für die Beihilfe nehmen und als zusätzliche Kosten deklarieren und dabei komplett verschweigen, dass nach der Überführung der Beamte in die GKV

a) ein Arbeitgeberanteil in zweistelliger Millionenhöhe fällig wird und
b) die Besoldung so angepasst werden müssten, dass Netto am Ende das gleiche hängen bleiben würde. (Denn die Menschen entschieden sich ja im Wissen über die Art der Besoldung für den Karriereweg. Nachträgliche Gehaltskürzungen wären höchst fragwürdig und insbesondere dort wo eh schon Personalmangel herrscht fatal. Auch Rechtlich wohl fraglich ob das ohne Ausgleich möglich wäre, da es ja dazu auch schon heute Gerichtsurteile gibt (Abstände der Besoldungsstufen untereinander und zum Mindestlohn)

Der Staat hätte somit in der Folge sogar höhere Kosten als im heutigen System mit PKV und Beihilfe. Das ist auch der Grund warum nicht wirklich was geändert wird.

Das einfach für alle Beamten zu streichen ist rechtlich so gar nicht möglich. Der Staat kann sich bei Beamten nicht einfach um einen Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung pauschal drücken.

Und vor allem wäre das Signal fatal. Wenn der Staat sich um den Arbeitgeberanteil für die Krankenversicherung drückt, dann wird dass auch darin Enden, dass Arbeitgeberverbände diesen Arbeitgeberanteil in der Folge mit Verweis auf den Staat als Arbeitgeber pauschal in Frage stellen könnten.

Sozialpolitisch wäre das ein riesen Schritt zurück.

Die einzige Möglichkeit die ich sehen würde wäre, dass der Staat hier ein System für neue Beamte einführt welches eben die GKV als Standard vorsieht und dafür mit angepassten Besoldungen arbeitet oder einem höheren Arbeitgeberzuschuss, der dafür sorgt, dass das Netto gleichbleibt gegenüber einem Beamten im aktuellen System.

Eine Überführung der bisherigen Beamten in die GKV dagegen dürfte auf für die GKV zum Draufzahlgeschäft werden, weil man alte Beamte reinbekommt, die nicht mehr viel/lange einzahlen, aber in das Alter kommen wo sie die höchsten Kosten verursachen.

Also ja, man darf gerne das System aus PKV und Beihilfe kritisieren, aber es sind hier nicht die Beamten die man als Sozialschmarotzer brandmarken darf, sondern eigentlich ist es der Staat der hier auf Kosten der PKV versucht zu sparen.

Vielleicht wäre es hier auch wichtig bei entsprechenden Themen das mal in der Lage so aufzuklären, da ich in Diskussionen immer wieder das Gefühl habe, dass Beamte oft pauschal als Nutznießer der PKV gesehen werden, obwohl gerade in unteren Besoldungsstufen, insbesondere in Verbindung mit Teilzeit das aktuelle System sogar für den Beamten langfristig teurer ist als die GKV mit normalem Arbeitgeberanteil.

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Kleine Anmerkung: In Brandenburg wird der Arbeitgeberanteil der GKV bei Beamten bezahlt.

Offtopic: Ich habe die Verbeamtung bisher abgelehnt, aber das hat andere Gründe.

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Das macht er doch aktuell bei Beamten die freiwillig in der gesetzlichen KV sind. Nicht jedes Bundesland hat eine pauschale Beihilfe.

NRW versucht im Gegenteil gerade alle Beamten bei der Einführung der pauschalen Beihilfe auszuschließen die bei der Einführung bereits in der GKV waren.

Ich gehe aber auch davon aus, dass gerade Beamte mit freier Heilfürsorge nicht in die GKV wollten oder könnten.

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Wir bitten freundlich darum, nicht einen geschlossenen Thread einfach fortzuführen.

Der Grund der Schließung ist

  • bei Themenvorschlägen, dass es eben „nur“ Themenvorschläge sind und möglichst nicht mehr als rund 10 Beiträge enthalten sollten
  • bei Kommentaren, dass die Threads irgendwann zu lang und unübersichtlich werden.

Das Forum ist ein Feedbackraum für die Lage und kein reiner Diskussionsraum für die Nutzer. Bitte versucht, dass nicht ganz zu vergessen. Danke

Edit: Wenn in einem Thread noch eine dringende Antwort fehlt, können wir auf Bitte ggf. auch nochmal öffnen.

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Dein Beitrag wundert mich tatsächlich gerade, da ich nicht glaube, dass wir wirklich davon ausgehen, dass alle Themen unter „Themenvorschläge“ wirklich in den Podcast kommen. Vielmehr, zumindest ist es bei mir so, ist es auch ein verarbeiten und diskutieren der allgemeinen Lage der Welt.
Aber wenn das die Forenregeln sind, würde ich gerne einen anderen Vorschlag machen, um hier vielleicht dieser „Fehlnutzung“ vorzukommen.
Braucht es eventuell eine weitere Kategorie?
„Freie Diskussion“
Vieles, was wir hier lesen passt nicht in „Kommentar zum Podcast“ oder „Themenvorschläge“.
Und eine freie Diskussion kann man dann auch lockerer laufen lassen.

Das als Idee am Rande.

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Mein Beitrag ist sehr wohl als Themenvorschlag gedacht.

Die Forderung im anderen Thread die Beihilfe einfach zu streichen zeigt für mich ziemlich deutlich, dass viele was das angeht über Dinge reden, die sie so wohl gar nicht wirklich verstanden haben.

Da wäre es nur hilfreich in der Lage auch mal zu thematisieren wie denn ein sinnvoller und auch rechtlich wasserdichter Übergang vom System Beihilfe hin zu GKV für alle Beamten aussehen müsste.

Um nur mal so eine Relation zu bringen was eine freiwillige GKV für Beamte in Bundesländern ohne pauschale Behilfe bedeutet. Ein Gymnasiallehrer in Bayern (A13) zahlt aktuell wohl im Schnitt so um die 300 € für die private Versicherung. Freiwillilg in die GKV würde bedeuten, dass er über 500 € für die GKV zahlt plus nochmal 90 € Pflegeversicherung plus bei beidem nochmal den Arbeitgeberanteil.

Das sind insgesamt ca. 1200 € statt unter 300 €. Ich glaube kaum, dass wir Beamten hier vorwerfen können das nicht zu tun, denn sie müssten aus Solidarität ja nicht nur ihren höheren Anteil zur Krankenversicherung tragen, sondern auch noch den Anteil den bei jedem anderen Angestellten der Arbeitgeber trägt.

Ich glaube vielen Menschen die einfach so Beamte dafür angreifen nicht freiwillig in der GKV zu sein ist gar nicht bewusst über welche Größenordnungen wir hier reden die man aus der eigenen Tasche leisten müsste.

Ja, das war von mir anders gemeint. Ich meine damit, dass er aktuell seinen Beitrag in Form der Beihilfe trägt. Würde man diese nun auch noch vollständig streichen, dann beträfe das ja auch die pauschale Beihilfe und damit würde der Staat gar keinen Beitrag zur Krankenversicherung mehr übernehmen.

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Das lassen wir dann mal @vieuxrenard entscheiden. :wink:

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Die Themenvorschläge sollten bitte wirklich nicht in eine breite Diskussion ausarten, weil sie dann für uns nicht mehr zu erfassen sind. Wir haben intern gesagt, nicht mehr als zehn Beiträge im Thread, auch wenn das nicht immer streng durchgezogen wird.

Unter Kommentare zum Podcast findet sich vieles, was ich als allgemeine Diskussion einordnen würde. Da kann das meinetwegen auch stehen, wobei ich es vorziehen würde, wenn hier im Forum wieder mehr echtes Feedback stünde.

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