bislang habe ich noch nicht von vielen Menschen gehört, die ein E-Auto fahren, und es nicht bei sich zuhause laden können.
Als ich im Podcast Christina Kunkel davon reden gehört habe, dachte ich mir, hier müsste meine Anfrage eigentlich ziemlich gut aufgehoben sein. ( :
Zu dem Thema recherchiere ich für den WDR und suche eine:n Protagonist:in - und zwar für eine Reportage im WDR Fernsehen.
== WER ==
Eine Person, die ein E-Auto fährt, obwohl sie keine eigene Wallbox / Ladeinfrastruktur hat .
== WO ==
NRW, imGroßraum Düsseldorf
== WAS ==
Im Film wollen wir eine Person begleiten, die z.B. in einem Mehrfamilienhaus lebt und nur an öffentlichen Ladesäulen laden kann. Wie sieht dann der Alltag mit E-Auto aus? Wie schwierig oder einfach ist es, eine Ladegelegenheit zu finden?
Unterm Strich soll das Publikum erfahren, ob es nicht viel unkomplizierter ist, ein E-Auto ohne eigene Ladeinfrastruktur zu fahren, als viele denken.
== WANN ==
Zeitnah, flexibel
== :: KONTAKT :: ==
Falls Sie sich angesprochen fühlen, schreiben Sie mir gerne hier eine DM oder eine Mail an: florian.zeeh@fm.wdr.de
Also unabhängig davon ob das Forum eines anderen Mediums der geeignete Ort für sowas ist: So eine Aussage in die Ausschreibung zu packen senkt meine Erwartung an eine Reportage, das wirkt nicht sehr ergebnisoffen - wenn ich eine andere Erfahrung machen würde und es noch viel schlimmer finde als vorgestellt melde ich mich doch jetzt noch weniger wenn das da so drin steht?
Vielen Dank für den Input.
Die Anfrage ist selbstverständlich mit dem Lage-Team abgesprochen.
Was die Erwartung angeht: Natürlich gehören auch die negativen Erfahrungen und Herausforderungen in den Beitrag.
Das sind total wichtige Apspekte, wenn es z.B. noch bei der öffentlichen Lade-Infrastruktur hapert oder es Kompatibilitäts-Probleme mit den Steckern, der Stromspannung o.ä. gibt.
Ich jedenfalls habe auf die Anschafftung eines E-Autos bislang vor allem deswegen verzichtet, weil ich zur Miete wohne (und dort auch arbeite) und keine Möglichkeit sehe, eine Wallbox aufzustellen.
Jeder Fall ist da wohl individuell. Idealerweise stellt man zwei Fälle vor.
Einen wo es ohne Wallbox funktioniert und warum, und einen wo es nicht (gut) funktioniert und warum.
So kann man Vor- und Nachteile bzw. Defizite journalistisch neutral aufzeigen.
Vielleicht ergänzend (sind vielleicht Vorurteile oder veraltete Informationen):
Meine Frau und ich teilen uns ein Auto, wir haben unser zweites Auto als Klimaschutz-Maßnahme abgeschafft.
Mein Arbeitsplatz ist mein Homeoffice. Ich habe also keinen Setup, in dem ich täglich zu meinem Arbeitsplatz fahre, wo ich laden könnte.
Ich bin beruflich stark eingebunden und benötige zeitliche Flexibilität.
Wir müssten, wenn wir laden müssten, zu einer öffentlichen Ladestation fahren und das Auto dort für [ich weiß nicht wie lange?] aufladen, zurückkommen und es wieder abholen. Öffentliche Ladestationen gibt es hier in Laufentfernung (m.W. keine Schnellladestation).
Ich fahre oft Strecken bis zu 300-400 km zu geschäftlichen Terminen und muss mich darauf verlassen, dort zuverlässig und termingerecht hinzukommen. Ich glaube, diese Hürde ist mit den Reichweiten der heutigen E-Autos und der verfügbaren Schnelllade-Infrastruktur „nehmbar“.
Ich habe das nicht näher geprüft, habe aber gehört, dass öffentliche Ladeeinrichtungen vergleichsweise teuer, unzuverlässig und in Bezug auf das Bezahlen nicht kunden-/nutzerfreundlich ist.
Ich habe keine Möglichkeit gefunden, mal für 2-3 Monate das Leben mit einem E-Auto für uns auszuprobieren.
Wir hatten auch ca. 2 Jahre keine Wallbox daheim und in der Arbeit. Lief relativ Problemlos - wir haben das damals sogar gefeiert, weil wir (dank DKV Karte vom Arbeitgeber) uns die Parkkosten in den Städten gespart haben und fast immer angesteckt haben außer es war zu voll. Aus der Zeit gab es lustige Sätze wie “Schade, Auto ist zu voll - wir müssen fürs Parken zahlen”.
Nachdem zunächst der Arbeitgeber eine Wallbox bei sich installiert hat und danach wir die Möglichkeit hatten zu Hause eine Wallbox zu installieren muss man fairerweise aber schon sagen, dass es DEUTLICH bequemer ist einfach in der Arbeit (wo man sowieso steht) oder Abends daheim anzustecken… aber allgemein ging das ohne Probleme.
PS: nix gegen WDR, aber auf mein Gesicht im Fernsehen hab ich persönlich keine Lust. Hoffe ich kann mit Feedback trotzdem helfen.
Wenn da Interesse besteht, wäre vielleicht ein Auto Abo eine gute Möglichkeit. Ist zwar kein Schnäppchen, aber um es unkompliziert 2-3 Monate zu testen ganz gut. https://nextmove.de/abo/
Auch wenns nicht wirklich in den Thread passt: Ja das ist problemlos möglich, ein BEV mit anständiger Ladeplanung vorausgesetzt. Ziel per Mobiltelefon ans Auto gesendet und die Planung, wann, wo und wie lange man laden soll, um das Ziel zu erreichen, macht das Navi. Dabei lädt man unterwegs nur das was man braucht, wenn man unter Zeitdruck ist, und nie voll.
Das kommt darauf an, man muss sich damit etwas beschäftigen. Aber es gibt mittlerweile gute Apps wie z.B. die Ad-Hoc-App, mit der man nur Ladesäulen mit Ad-Hoc-Zahlung unter 49ct/kWh angezeigt bekommt etc. Zusätzlich gibt es noch Alternativen zur Wallbox: 230V-Laden ist einfacher umzusetzen und bringt auch 100km Reichweite in 10h. Oder man hat Glück und in der Nachbarschaft ist jemand, bei dem man die Wallbox nutzen kann.
Sagen wir mal so: je besser die Ladeinfrastruktur vor Ort (Arbeit und/oder Zuhause), desto geringer die Hemmschwelle hin zu einem eAuto. Besonders bei knappen Budget.
Meine Frau und. Ich haben dieselbe berufliche Situation. “Lösbar” ist es durch ein Auto mit 800V Technologie. Das ermöglicht ein Laden von 10 auf 80% (300-450km Reichweite je nach Außentemperatur) innerhalb 18-25 Minuten. Die Kosten fürs Laden sind 11€ Monatsgebühr plus 39ct/kWh bei 15-25kWh/100km Verbrauch. Die Ladepause nutze ich regelmäßig für Telefonate. Die Ladestationen sind von Ionity, welche ca. alle 50km entlang von Autobahn und in vielen Städten zu finden sind. Etwas Gewöhnung hat es anfangs gebraucht, bis wir unsere Reichweitenangst auch ablegen konnten und das Recht regelmäßige Laden akzeptiert haben. Dem Störgefühl gegenüber stand das viel bessere Gefühl des emissionsarmen Fahrens.
Vielen Dank für die Rückmeldungen. Bislang hat sich noch keine passende Person für die Reportage gefunden.
Gibt es hier noch Ideen, wo man Menschen mit E-Autos (ohne eigene Ladeinfrastruktur) antreffen könnte?
Wir haben bereits Autohäuser, Ladesäulenbetreiber und städtische Beratungsstellen angefragt, aber bislang noch niemanden gefunden.
Man könnte ja Infozettel mit einem QR-Code an Lade-Laternen oder Ladesäulen auf Supermarktparkplätzen ankleben, worüber sich Interessierte melden können
Ich wohne auch zur Miete und das Haus hat keine Wallbox. Manchmal nervt es, aber die öffentliche Ladeinfrastruktur wird immer besser. An der Autobahn oder vor der Tennishalle lade ich mein Auto. Manchmal auch bei Mc Donald’s. Es kostet mich meist nicht übermäßig viel zusätzliche Zeit. Einen Verbrenner würde ich niemals wieder fahren wollen. Das komfortable Fahren mit dem E-Auto ist wesentlich entspannter und auch umweltfreundlicher.
Ständig nur die problematische Seite zu zeigen und positive Aspekte wegzulassen, ist sicherlich falsch. Und vermutlich gibt es immer noch viele Menschen, die Elektromobilität ablehnen, weil sie nicht wissen, dass es für viele Anwendungsfälle gute Lösungen gibt.
Trotzdem würde ich mir einen Journalismus wünschen, der die Dinge so darstellt wie sie sind, ggf. heruntergebrochen auf einige Szenarien, die zusammen weitgehend repräsentativ sind. Einseitige Darstellungen von Medien niederer Qualität durch einseitige Darstellungen in die andere Richtung kompensieren zu wollen, würde ich nicht für gut halten.