Also wir reden hier über jemanden mit einem Vermögen im dreistelligen Millionenbereich, der eher Richtung Milliarde schaut (er hat es also auch nicht leicht, denn die erste Milliarde ist immer die schwerste, wie wir alle aus Erfahrung wissen). Sein Geld verdient er wesentlich mit einer Mischung aus Desinformation und Hetze bei Springer. Dort ist er schon mehrfach auffällig geworden mit direkter Beeinflussung der Berichterstattung. Sein Freundeskreis besteht aus sehr rechten Milliardären mit eher ambivalentem Verhältnis zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
Klar kann es sein, dass der arme Mann sich sehr um seinen „Arbeitsplatz“ und seinen Wohlstand sorgt. So, wie es auch sein kann, dass Putins Russland Sorge hat, dass ihm ohne die Ukraine einfach die strategische Tiefe fehlt. Das Problem fängt da an, wo die tun, was sie tun und was man ohne böse Absicht kaum tun könnte.
Klimaschutz ist im übrigen nicht ideologisch „aufgeladen“ sondern wird von einer Seite des politischen Spektrums aus kurzfristigen Interessen auf Kosten von Menschen, die sich nicht wehren können, bekämpft.
so abstrakt wie du es vorschlägst lässt sich das kaum bewerten - an und für sich sind in den Medienhäusern ja die Redaktionen getrennt von den Besitzenden, in dem Sinne strukturell getrennt, heißt es bräuchte ein mehr als das oder ein anders als das - und das muss man erstmal konkret beschreiben…
Grundproblem des Vergleichs ist aber, dass bei den Netzen der Strom als Ware einen Wert hat und die Netzbetreiber:innen eine Gebühr für die Zustellung verlangen, dass der Strom dabei benötigt wird kann jedoch erstmal als gesetzt angenommen werden - unabhängig von Werbung usw. beziehen fast alle von uns Strom, die Stromerzeuger*innen machen Werbung für ihre Tarife, während die Netzbetreiber im lokalen Monopol keine Werbung/Wettbewerb machen müssen
Bei Medien ist das anders: viele sind nicht bereit dafür zu zahlen und die Werbung und Ansprache an mögliche Konsumentinnen ist enorm wichtig - dabei machen Medien aber nicht nur Werbung, sondern Werben auch mit ihrem eigentlichen Produkt: den Medien (clickbait/exklusive Inhalte/…) heißt die Grenze zwischen Infrastruktur und Produkt ist viel unklarer und es wird nicht von allen Anbieterinnen die selbe Infrastruktur genutzt - dafür müsste es dann sowas wie ein Spotify für Medien geben, sodass alle Medien eine Infrastruktur haben und pro gelesenem Artikel/Lesezeit/… (?) Geld für ihre Arbeit bekommen und das führt unterm Strich wahrscheinlich zu einer weniger diversen Medienlandschaft, weil alle auf der selben Platform konkurieren und es schwerer wird wie bisher eine Nische in der Medienlandschaft gezielt anzusprechen…
Danke für Deine differenzierte Antwort. Ja, ein „Spotify“ für Medien wäre aus meiner Sicht ein spannender Ansatz, bzw. eine öffentliche / staatliche Struktur, die Neutralität so gut es geht ermöglicht. Ich bin in dem Thema leider zu wenig drin. Und freue mich da über Ansätze bzw. Vorschläge.
das war nicht als produktiver Vorschlag gemeint… zum einen ist Spotify das Beispiel wie Marktmacht dazu führt dass die Produzent:innen weniger Geld bekommen als vorher (Vergleich Spotify-Einnahmen vs CD-Verkauf) zum anderen sind Medien ja unterschiedliche Formate von Text, Audio, Film, Clips bis hin zu eigenen Websites, Archivdiensten (bspw. NSDAP-Register) usw.
Ein Spotify würde anreizen, dass nochmehr Clickbait entsteht (angenommen, dass es wieder eine Bezahlung „pro Click/Read/etc.“ gäbe)
wenn du sowas haben willst gibt es jetzt schon Angebote wie https://ground.news/ die sowas ähnliches anbieten… anders als Spotify erobern die aber nicht den Markt…
Generell möchte ich damit argumentieren, dass es schwer ist einen Lohn/Verdienst für den Output eines Medienunternehmens fest zusetzen… da ist eine Regelung durch den Markt bisher gefühlt die beste Option… ich glaube die ganze Welt ist da bei dir
aber das gilt für so ziemlich alles - wir fänden es alle toll, wenn es Vorschläge gibt wie die Welt perfekt sein soll
Bisdahin löst das „Spotify für Medien“ die Probleme auf der Konsument:innenseite indem alle Probleme auf die Angebotsseite verlagert werden
Weil der Podcast und die darin getätigten Aussagen und Zitate Grundlage des Posts waren, muss man nach deren Klarstellung konstatieren, dass das alles andere als gut recherchiert war und in der Absolutheit schlicht unwahr war.
Wir hätten den Verdacht, Merz und Döpfner hätten sich wörtlich so geäußert, wie in unserem Podcast gesendet, nicht verbreiten dürfen. Das Döpfner zugeschriebene Zitat war zudem Grundlage dafür, dass wir gemutmaßt haben, es könne eine Bedrohung von Döpfner gegen Merz gegeben haben. Auch die Mutmaßungen hätten wir nicht anstellen dürfen. Diesen Fehler bedauern wir.
Sagt nur aus dass es eine Aufforderung zur Unterlassung und Korrektur gab und die Podcaster den Rechtsweg nicht beschreiten wollten.
Ja, das hätte man im Vorfeld bedenken und abwägen sollen. Dass man gegen einen wesentlich finanzstärkeren Gegner rechtliche Probleme vermeiden möchte, ist aber nun mal nicht überraschend.
Nachtrag:
Letztens hat antennapod mir eine „Mal angenommen“-Folge in den Feed gespielt: „Mal angenommen Milliardenbetrüger kommen nicht mehr davon.“
Tatsächlich hat es ein paar Tage gedauert, bis ich die Folge wirklich abspielen konnte. So ein Zufall, dass das bei einem derartigen Thema passierte.
Nein, das sagt, dass man für seine Mutmaßungen keine Belege hat und man damit dieser Forderung nicht genügt:
Das ist doch genau das, was gerne auch an rechten Medien kritisiert wird. Irgendeine Behauptung rausposaunen in der Hoffnung, dass etwas Dreck schon hängen bleibt.
Ich kann doch auch nicht gegen irgendwen irgendwas publizieren und dann mich darauf zurückziehen, dass man nur einen Rechtsstreit vermeiden möchte, weil der andere finanzstärker ist. Entweder es gibt einen Rechtsstaat mit einzuhaltenden, durchsetzbaren Regeln oder es gibt ihn nicht.
Was bei einem etwaigen Treffen womöglich wie gesagt wurde, ist gar nicht so relevant:
Während das angebliche Treffen jetzt rauf und runter diskutiert wird, ist das nicht einmal die wichtigste Frage. Sowohl die Krise zwischen Merz und Springer als auch die Liebäugelei des Konzerns mit der AfD sind längst offensichtlich. So offenbart ein Blick in die publizistischen Springer-Erzeugnisse, dass Bild und Welt öffentlich und unverblümt eine Zusammenarbeit mit der AfD herbeischreiben. Der Journalist Sebastian Friedrich lieferte im Blog „Über Rechts“ eine Sammlung von Beiträgen, die in den letzten Monaten erschienen sind.
Ende Mai schrieb die Bild-Chefredakteurin Marion Horn in einem Kommentar gegen die „Brandmauer“ an – denn die nutze nur der AfD. Deutschland brauche einen „Befreiungsschlag“; die AfD solle sich im Gegenzug ihrer „Radikalen“ entledigen, und sich außenpolitisch zu EU und Nato bekennen.
Einen Tag später veröffentlichte die Bildein Stimmungsbild ihrer Leser zur „Brandmauer“. 84 Prozent sprechen sich demnach für eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. Und die Vizechefredakteurin Linna Nickel lobt in einem Kommentar einen „Jungunternehmer“, der sagt: „Die Brandmauer lähmt unser Land.“ Nickel findet: „Ich wünsche mir mehr mutige Unternehmer wie ihn, die endlich Position beziehen.“
Unvergessen ist natürlich auch der Gastbeitrag, den der Trump-Oligarch und frisch gebackene Billionär Elon Musk im Dezember 2024 in der Welt veröffentlichte. Dort bezeichnete Musk, der immer wieder Rechtsextremen applaudiert und die Verschwörungstheorie vom „großen Austausch“ bedient, die AfD als letzten Funken Hoffnung für Europa.
Laut einem Bericht im Manager Magazin soll der Palantir-Chef und Trump-Vertraute Peter Thiel Mathias Döpfners Sohn Moritz 50 Millionen Dollar in dessen Risikokapitalfonds eingezahlt haben – Geld, das auch in das Drohnen-Start-up Stark Defence fließt. Döpfner Junior arbeitete zuvor als Stabschef von Thiels Investmentfirma Thiel Capital. Mit der Akquise des US-Nachrichtenportals Politico 2021 baute Springer gleichzeitig sein Geschäftsfeld in den USA aus.
Bei Nius hat man sich den Kampf gegen die Brandmauer quasi zur Hauptaufgabe gemacht. Jetzt sind auch Springer und Bild auf dem Weg dahin – Vieraugengespräche hin oder her.
Ich verstehe nicht, warum hier eher der Eindruck erzeugt werden soll, da wird was im Hintergrund gemauschelt, statt die Aussage von Merz zu feiern: Zusammenarbeit mit der AfD „nur über meine Leiche“? Ja, Medienhäuser haben Einfluss und versuchen diesen zu nutzen. „Nur über meine Leiche“ würde ich aber als relativ deutliche Abgrenzung interpretieren. Oder übersehe ich da was?
und dazu passt die angebliche Reaktion von Döpfner: „das werden Sie noch bereuen“.
Er verspricht also seine Medienmacht gegen den Kanzler einzusetzen, weil der nicht nach seiner Pfeife tanzt.
Genausowenig wie dafür, dass Merz gesagt haben soll „nur über meine Leiche“. Wobei es Beweise gibt, was solche Aussagen wert sind, zum Beispiel vom 29.01.2025.
Vielleicht fehlt nach zahlreichen anderen Aussagen von Merz, die selten länger halten, als eine Tüte H-Milch und/oder von ihm mit neuen Aussagen konterkarriert werden, einfach etwas das Vertrauen.
79 % der CDU/CSU-Wählenden sind gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD, lediglich 19 % dafür.
Bei einer Befragung des Forsa-Instituts [im Oktober 2025] gaben 39 Prozent der befragten Union-Wählenden an, CDU und CSU in diesem Fall nicht mehr ihre Stimme geben zu wollen.
Für 49 Prozent wäre eine Kooperation mit der AfD demnach allerdings egal, sie würden weiter die Union wählen. Zwölf Prozent sagten, sie wüssten nicht, wie sie reagieren würden. 81 Prozent sind überzeugt, dass es sich bei der AfD um eine rechtsextremistische Bewegung handelt, zwölf Prozent halten sie für eine normale demokratische Partei.
In beiden angeführten Umfragen lag die CDU/CSU bei 24 %.
Käme es zu einer Kooperation mit der rechtsradikalen AfD, würde die CDU/CSU also auf SPD-Niveau abstürzen.
Was immer „Please Stärke die FDP“-Döpfner und „[D]ie deutschen Bürger […] kriegen keine [Zahnarzt-]Termine“-Merz besprochen haben und wie sehr Springer auch für ein Einreißen der Brandmauer trommelt, dem CDU-Chef wird nicht entgangen sein, dass eine Zusammenarbeit der CDU/CSU (größeren Ausmaßes) mit den Rechtsradikalen zu einem erheblichen Wählendenschwund führen würde.
Deshalb wird es - zumindest formal - auch nicht dazu kommen. Daher tippe ich auf das, was auch die kluge Ann-Kathrin Müller gestern im Phoenix-Interview ansprach, dass in Sachsen-Anhalt, falls sich genügend Gleichgesinnte in den Reihen der CDU-Fraktion finden werden, es zum Austritt einiger CDU-Abgeordneter kommt, um der gesichert rechtsextremistischen AfD Sachsen-Anhalt zur Mehrheit zu verhelfen.
Dieses Fanal wird, falls es dazu kommt, dann neue Dynamiken lostreten.