Ich sehe die, wenn er wirklich gut behördliche Kommunikation ermöglicht. Dann könnten Firmen das ebenfalls für die Kundenkommunikation nutzen. Alle sind verifiziert und die Kommunikation verschlüsselt.
Jeder würde das nutzen - und wenn man einen europaweit nutzbaren Messenger hat, dann brauchen die meisten auch keinen anderen mehr.
Ist er ein Matrix-Fork ist sogar weltweite Kommunikation möglich - nur dann halt nicht mehr mit der staatlichen Verifizierung.
Ich arbeite ganz allein und haue seit Jahren pro Jahr 3-4 neue Apps raus und verwalte mehrere Bestehende. Wenn man die richtigen Entscheidungen fällt im Tech-Stack und nicht Manager blind aufgrund von Trends Entscheidungen treffen lässt, sondern sich immer für die langfristig sinnvollste Variante entscheidet und sich auf ein paar gute und flexible technische Systeme spezialisiert, schafft man das sogar mit einem Team von 50. Ich wüsste jedenfalls, wie das machbar wäre.
Mit Firmen, die auf Gewinne aus sind und jede Menge anderen Humbug betreiben, um sich abzusichern und Marketing zu betreiben und vieles mehr darf man das nicht vergleichen. Vielmehr würde ich das mit erfolgreichen Open-Source Produkten vergleichen, die in vielen Fällen von einer Einzelperson oder einer kleine Gruppe entwickelt und verwaltet werden. Discourse (die Software, die dieses Forum betreibt) ist eines von vielen Beispielen dafür. In einer solchen Firma sollten eh nur Leute eingestellt werden, die mit Herzblut dabei sind und die Gesellschaft voran bringen wollen. Solche Leute sind findig und gut darin, den Aufwand auch langfristig gering zu halten, dennoch innovative Lösungen zu finden für Probleme, die wir alle tagtäglich haben, aber nicht in Worte fassen können, bis jemand die losen Enden verbindet.
Ich glaube fest daran, dass sowohl unsere Demokratie, als auch unser Bildungssystem, und sogar unser Wirtschaftssystem noch gar nicht im Kern im digitalen Zeitalter angekommen sind. Doch wenn sie es täten, wären wir viel näher dran an den ursprünglichen Visionen von Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung, als es viele Menschen heute erahnen können. Die Unzufriedenheit ist groß, völlig zurecht. Alle spüren, dass vieles im Argen liegt und besser sein könnte. Nur fehlt es an Leuten, die sich Vollzeit mit technischen Lösungsgrundlagen befassen können. Ich selbst hab viele Ideenansätze, kann sie aber zeitlich einfach nicht umsetzen, weil ich halt auch von was leben muss und das meine Zeit frisst.
Angenommen du bist jetzt 3-4 Jahre im Geschäft, dann hättest du schon ca 12 Apps die du betreust. Wenn ich allein an Integration und Testing von Patches auf verschiedenen Systemen und mit verschiedenen User Cases denke, dann geht da allein schon massig Zeit drauf. Dazu kommt ein regelmäßiges anpassen von Technologien, denn die MariaDB von 2017 ist möglicherweise 2024 nicht mehr die geeignete Technologie um Daten effizient zu speichern oder man kann die damals handgebaute Funktion gegen stabilere und effizientere Standardfunktionen ersetzen. Da sprechen wir nur über Maintenance und es ist noch keine einzige Stunde in Weiterentwicklung geflossen.
Und so hat auch Discourse schon lange kein 3 Mann-Team mehr wie zum Release der ersten Alpha, sondern ist mittlerweile zwischen 80-100 Mitarbeiter groß und hatte etliche unbezahlte Contributors (bisher laut Github Seite 966, abzüglich einiger Bots). Und selbst das reicht offensichtlich nicht das Backlog offener PRs zeitnah abzuarbeiten. Da sind viele PRs aktuell etwa 2-3 Monate alt. Das ist zu lang um viele Freiwillige langfristig zu halten.
Sorry, aber ich bleibe weiter sehr skeptisch bezüglich deiner Aufwandsschätzung. Die wirkt so wie der typische Freelancer, der am Ende nicht mehr als einen Proof of Concept zustande bringt und das als fertiges Produkt bezeichnet (hatte ich schon oft).
Das soll kein persönlicher Angriff sein. Ich habe mir dein Profil angeschaut (nur die Pinned-Projekte). Da sind echt coole Sachen dabei. Aber nichts ist wirklich komplex (eher Microservices, was nicht schlecht ist, aber auch nicht immer ideal) und geht eher nicht über Niche-Cases hinaus, imho. Ich bin mir unsicher, ob deine Erfahrungen da wirklich deckungsgleich sind mit gesellschaftlich/wirtschaftlich relevanter Software, die eine wirklich breite Userbase hätte.
Besser wäre es meiner Meinung nach wenn der Staat
- wichtige OSS Maintainer finanziell (und vielleicht auch mit Geld für Manpower) unterstützt, statt sich selbst als Konkurrenzentwickler zu beteiligen.
- und Unternehmen stärker anreizen würde, interne Lösungen Open Source zur Verfügung zu stellen, vielleicht analog der aktuellen Förderung von unternehmensinternen Research-Themen, wo man Teile der Lohnkosten erstattet bekommt.
Ersteres würde ein Log4J Szenario (vielleicht erinnert sich noch jmd) viel eher verhindern als wenn der Staat den 25. neuen Standard etabliert. Und das ist was gerade auch schon aufgebaut wird. Zweiteres würde verhindern, dass wir Räder mehrfach entwickeln. Hier kenne ich noch keine Initiativen.
Genau das - und kann durchaus in die gleiche Richtung gehen. Wenn der Staat eine eigene Abteilung hat, die einen Fork betreibt, der eigene Bedürfnisse abdeckt und selbst Code beisteuert.
Genau das macht OpenDesk von Zendis.
Was wäre an dieser Lösung besser als Signal?
Also ich habe mich damals nicht wegen der Löhne gegen den öffentlichen Dienst entschieden, sondern wegen der Behäbigkeit der Verwaltung. Entscheidungsprozesse sind langsam, höchst kompliziert und hierarchisch. Außerdem störte mich, dass IT in der öffentlichen Verwaltung kaum mehr ist als Druckerpapier wechseln, Kabel am Privat betriebenen Server-Rack tauschen, Service-Status überwachen und Projektmanagement mit denen, die tatsächlich entwickeln.
Nur beim BND hätte ich seinerzeit selbst Lösungen bauen können. Aber dort hat man mich beim Bewerbungsgespräch schon vorgewarnt. Eine Einstellung könne man sich vorstellen, aber eine Sicherheitsüberprüfung sei Voraussetzung jeder Einstellung und dauere etwa 2 Jahre (kein Schreibfehler). Ich bin dann lieber in die Wirtschaft gegangen.
Genau das kann alles vermieden werden. Durch smarte Wahl der Technologien und durch sehr klarem Fokus. Vieles, was diese Firma entwickeln würde, wären ohnehin nur einfache Systeme, die Grundlage sind für andere Systeme. Und ich hab nie gesagt, dass jedes Produkt ewig intern weiter entwickelt wird. Vielleicht die wichtigsten 1-2, an denen sonst niemand aus der Wirtschaft Interesse hat. Aber so etwas wie Discourse würde quasi in V1.0 raus gehauen mit durchdachtem und funktionierendem Kern und von da an wäre es Open Source und neue Anforderungen müssten nicht alle intern gebaut werden.
Warum das “Fördern wir Open Source“ zwar wichtig ist, aber überhaupt keinen Einfluss hat zum Weiterentwickeln unserer Gesellschaft habe ich bereits genannt: Manche Dinge benötigen einfach eine zielgerichtete Finanzierung. Es einfach nur Freiwilligen zu überlassen, die meiste Arbeit zu stemmen, sorgt nur für Inselllösungen einzelner Personen mit viel Freizeit, wird aber unsere Welt nicht verändern.
Ich halte echte Interoperabilität für den deutlich besseren Ansatz als nur Signal. Der entscheidende Vorteil: Der Login-Effekt fällt weg. Niemand müsste mehr alle Kontakte zu einem bestimmten Messenger ziehen oder selbst wechseln, nur weil das Umfeld dort ist. Jede und jeder könnte den eigenen bevorzugten Messenger nutzen, während die Kommunikation trotzdem messengerübergreifend funktioniert, also zum Beispiel eine Nachricht von WhatsApp zu Signal oder zu einem anderen Dienst.
Das Prinzip kennen wir längst aus der E-Mail-Welt. Niemand fragt, welches Mailprogramm der Kommunikationspartner nutzt, Outlook, Thunderbird oder Webmail, das ist völlig egal. Selbst Ende-zu-Ende-Verschlüsselung per PGP funktioniert unabhängig vom Anbieter. Genau dieses Modell fehlt im Messenger-Bereich heute komplett, obwohl es technisch durchaus machbar wäre.
Dass die Anbieter das derzeit nicht wollen, ist wenig überraschend. Für Konzerne wie Meta bedeutet fehlende Interoperabilität Marktmacht, Netzwerkeffekte und Lock-in. Aber auch Signal sperrt sich aus nachvollziehbaren Gründen: Dort besteht die Sorge, dass bei einer Öffnung am Ende nicht der eigene hohe Sicherheitsstandard Maßstab wird, sondern der jeweils niedrigste gemeinsame Nenner. Diese Sorge ist nicht unbegründet, sie ist aber lösbar.
Voraussetzung für echte Interoperabilität wäre daher ein klarer, gesetzlich definierter Mindeststandard: starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, keinerlei backdoor für die „Sicherheitsbehörden“ …, Schutz und Verschleierung von Metadaten und keine stillen Abstriche „der Einfachheit halber“. Wenn das sauber geregelt ist, hätte Interoperabilität enormes Potenzial: Monopolbildung würde gebrochen, der Login-Zwang entfiele, und die Marktmacht weniger US-Konzerne im Kommunikationsbereich würde spürbar geschwächt – ohne den Nutzerinnen und Nutzern neue Apps aufzuzwingen
Tut mir Leid, aber ich sehe aktuell überhaupt nicht, warum ein staatlich finanzierter Messenger besser angenommen werden sollte, als die bisher schon verfügbaren Alternativen.
Jeder könnte ohne Probleme sofort auf Signal umsteigen, wenn es gewollt wäre, aber die Bequemlichkeit ist einfach zu groß und das wird auch ein staatlich finanzierter Messenger nicht ändern. Das ist das Problem. Und solange es keinen Anreiz zum wechseln gibt, hilft auch die tollste Alternative nicht.
Da habe ich bisher auch noch keinen überzeugenden Lösungsansatz für gesehen. In meinem Umfeld hat ein Großteil der Leute sowohl WhatsApp als auch Signal, das heißt für gewisse Gruppen wird Signal schon genutzt und trotzdem stoße ich auf völliges Unverständnis, wenn ich mit der Idee komme Whatsapp zu löschen. Dann müsste man ja die (schon auf dem Telefon geladene) Signal App öffnen um mich zu kontaktieren, das ist doch nun wirklich zu umständlich!
Das ist der Status auf dem wir uns befinden.
Echte Unabhängigkeit kann nur eine Lösung ohne Telefonnummer- und Smartphone-Zwang bieten, eine Lösung, die auch dann noch läuft, wenn es Ärger mit dem Mobilfunkanbieter, Google oder Apple gibt. Und die auch Menschen offensteht, die nicht Kundschaft von Google oder Apple werden wollen.
Signal läuft auch auf einem unanhängigen Android-Fork. (Aber wieviele Leute haben überhaupt ein Smartphone, das weder auf Android noch auf Apple läuft?)
Was meinst du mit “Ärger mit dem Mobilfunkanbieter”? Dass ein Messenger Internetzugang braucht, lässt sich wohl kaum vermeiden, und ist doch unabhängig von der Software.
Das stimmt eben nicht. Du ignorierst den hier mehrfach genannten Login-Effekt durch den Netzwerkeffekt:
Ich hatte 2 Jahre lang kein WhatsApp. Auf bilaterale Ebene hat das mit Signal und iMessage geklappt. Aber von den meisten Gruppenunterhaltungen hatte ich mich faktisch ausgeschlossen. Deshalb gehen die Meisten nicht von WhatsApp weg!
Tut mir Leid, ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt. Im Grunde habe ich mit meiner Nachricht genau diesen Netzwerkeffekt beklagt, den du auch nennst. Es ging mir darum aufzuzeigen, dass irgendeine neue staatliche Messenger App nicht die alleinige Lösung sein kann. Es gibt eben schon mehrere gute Alternativen, die man sofort nutzen könnte, ohne das irgendwas neu entwickelt werden müsste. Da das aber nicht passiert, liegt das Problem also woanders.
Lass mich also konkretisieren:
Theoretisch könnte jeder sofort umsteigen.
Signal läuft aber nicht ohne Smartphone.
Wenn es um digitale Unabhängigkeit geht, geht es gerade nicht darum, was die meisten Leute nutzen. Die meisten Leute (und Unternehmen und Behörden) nutzen Lösungen, die zuerst sie und wegen des Netzwerkeffekts letztlich uns alle abhängig machen.
Signal funktioniert nur mit Telefonnummer. Wenn die Telefonnummer weg ist, ist auch das Benutzerkonto weg.
Mir ist bewusst, dass diese Risiken im Alltag der meisten Menschen kein Problem sind. Aber bei digitaler Unabhängigkeit geht es gerade nicht um Alltagstauglichkeit, sondern um Tauglichkeit in ungewöhnlichen Situationen.
Matrix kennt all diese Probleme nicht:
- Es läuft mit oder ohne Smartphone, auf Tablets, Notebooks oder Standrechnern.
- Es wird keine Telefonnummer benötigt. Wenn die Nummer weg ist, kann es weiter genutzt werden.
- Es gibt mehrere Apps. Wenn eine streikt oder angegriffen wird, kann eine andere einspringen.
Wenn solche und andere Lösungen (auch in weiteren Bereichen wie Bezahldienste) verbreitet wären, hätten die Strafmaßnahmen der Vereinigten Staaten gegen Richter des internationalen Gerichtshofs bei Weitem nicht die Auswirkungen, die sie haben.
Interessant. Ich finde deine Argumente überzeugend. Weißt du, warum Signal das macht?
Ich bin absolut ein Advokat von freier Software, aber Matrix und der beliebte Client Element waren leider lange Zeit kaum real nutzbar. Immer wieder hatte ich mit still verschluckten Nachrichten und nicht wiederherstellbaren Sessions zu kämpfen.
Die Nummer 1 Priorität eines Messengers ist Verlässlichkeit und Transparenz bei Fehlern. Niemals darf eine Nachricht beim Sender als gesendet stehen und beim Empfänger nie ankommen.
Es scheint sich langsam gebessert zu haben, aber eine unbestreitbares Argument für WhatsApp und Signal ist die Einfachkeit für nicht-technische Nutzer und Zuverlässigkeit.
Wenn du so eine Lösung in der Durchschnittsfamilie vorschlägst muss das zu 99,9% funktionieren, weil man meist nur 1 Versuch hat. Ein Fehler und die sind sofort wieder bei WhatsApp.
Priorisierung von Nutzerfreundlichkeit und Einfachheit gegenüber maximaler Flexibilität des Endnutzers.
Messenger und soziale Netzwerke hängen komplett von der Anzahl NutzerInnen ab. Den Wechsel und die Nutzung so einfach wie möglich zu machen ist dabei eine Priorität erfolgreicher Alternativen.
Das Prinzip der Telefonnummer als ID und zum Finden und Speichern von Freunden hat unter anderem WhatsApp etabliert und ist mittlerweile fast schon eine Art Standard. Es ist akzeptiert, den Nutzern bekannt und erleichtert das Vernetzen. Zum Vergleich: Würde Threema nicht das freiwillige Vernetzen mit Handynummern anbieten, müsste ich manuell jeden meiner Freunde fragen, ob sie threema nutzen und mir ihre Threema ID geben können. Bei Signal erscheinen sie automatisch als potentielle Gesprächspartner, wenn sie die App ebenfalls verwenden.
Der Verzicht auf verschiedene Server/Instanzen reduziert die Komplexität in einem Feld, das de facto den meisten Menschen egal ist, da sie die Kriterien zur Bewertung der Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit von zB Matrix-Servern nicht kennen und wahrscheinlich auch nicht kennen wollen.
Ein System mit Servern/Instanzen oder neuen Handles/User-IDs, wäre daher zwar flexibler und potentiell datenschutzfreundlicher, aber auch komplexer und entsprechend mit einer größeren Einstiegshürde verbunden.
Der weiter oben ebenfalls genannte Vergleich mit E-Mail hinkt auch, da diese sich in einer ganz anderen Zeit etabliert hat, mittlerweile ebenfalls einen massiven Trend zur Zentralisierung hat (GMail und Outlook) und gerade kein Positivbeispiel für sichere Kommunikation ist (Die Verbreitung von PGP, SMIME etc ist marginal).
Matrix spielt als Produkt praktisch keine Rolle, aus den oben genannten Gründen. Relevant ist es als technologische Grundlage anderer Produkte. Dazu zählen das interne Kommunikationsnetzwerk des deutschen Gesundheitssystems, das private Netzwerk der Bundeswehr, die Schulnetzwerke in Rheinland-Pfalz und Bayern sowie viele weitere Lösungen im europäischen Raum. Wenn Europa eine unabhängige, öffentliche Alternative zu den Platzhirschen aufbauen will, wäre die Aufgabe, aus Matrix ein Produkt zu entwickeln, das so einfach und zuverlässig ist, dass die Menschen es annehmen, sozusagen das Wero der Kommunikation.
Die Mobiltelefonnummer als Identifikationsmerkmal ist Segen und Fluch: Einerseits für die meisten Menschen einfach und schnell. Andererseits in Ausnahmefällen tückisch: Wenn die Nummer verloren geht, funktionieren plötzlich viele Dienste nicht mehr, die mit Telefonieren gar nichts zu tun haben. Auch wenn das Smartphone defekt ist oder verloren geht, geht nichts mehr. Während E-Mails weiterhin auf anderen Geräten empfangen und gesendet werden können, bleiben WhatsApp, Signal und Konsorten stumm. Im schlimmsten Fall geht die gesamte Kommunikation verloren. Auch problematisch: Das Teilen ganzer Adressbücher, um sofort alle Kontakte sehen zu können, ist zwar praktisch, in aller Regel aber illegal (wenn nicht alle Kontakte einzeln um Einverständnis gefragt werden, was in den meisten Fällen realitätsfern sein dürfte). Auch der jüngste Datenschutz-Skandal um WhatsApp hat wesentlich mit der Mobiltelefonnummer als Identifikationsmerkmal zu tun (siehe hier). Eine unabhängige Alternative müsste meines Erachtens Lösungen für diese Probleme finden. Für ein weiteres Nachmachprodukt, das wie WhatsApp oder Signal funktioniert, sehe ich keinen Bedarf. Langfristig kann ich mir vorstellen, dass digitale Identitäten Mobiltelefonnummern als Identifikationsmerkmal ablösen werden. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik, da digitale Identitäten noch lange nicht flächendeckend und einheitlich verfügbar sind.
Die Einschätzung, dass E-Mail gewissermaßen monopolisiert wurde, teile ich nicht. Stimmt, es gibt dominante Anbieter wie Google und Microsoft. Trotzdem gibt es weiterhin unzählige Alternativen wie Posteo, Proton und viele mehr. Nachdem die Strafmaßnahmen der Vereinigten Staaten in Kraft getreten waren, konnten die betroffenen Personen auf andere Anbieter umsteigen und weiterhin uneingeschränkt mit allen Menschen auf der Welt E-Mails austauschen. Es ist möglich, ihnen den Zugang zu bestimmten Anbietern zu verwehren. Es ist aber nicht möglich, ihnen den Zugang zu E-Mail an sich zu verwehren. Das ist ein bedeutender Unterschied zu zentralisierten Angeboten wie WhatsApp, Signal, Instagram, Facebook und so weiter und so fort. Digitale Unabhängigkeit heißt auch, dezentrale Lösungen zu fördern.
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