Die FIFA und das Streben nach Geld

Herr Infantino wittert das große Geschäft und will die Fußball-WM teilprivatisieren an Investoren.
Dabei lockt er mit üppigen Gewinnen besonders für kleinere Länder.

Irgendwie scheint die Verlockung des großen Geldes bei der UEFA nicht so zu fruchten:

Steht der Sport doch hier noch über dem Geschäft?

Oder hat es andere Gründe? :thinking:

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Ich hab während der WM schon Stimmen gehört, die immer lauter nach einem FIFA Boykott gerufen haben.

Man kann Fußball Fans vieles vorwerfen, aber sie sind sehr loyal zu ihrem Sport und mögen es gar nicht, wenn Politik sich dort einmischt oder es unter Korruption immer mehr zu einem reichen Sport wird, bei dem sich kein Fan eine Karte leisten kann, weil Infantino nur Geld im Sinn hat.

Meines Erachtens ist das ein guter und vielleicht einmaliger Zeitpunkt, die FIFA endgültig zu boykottieren und ein Gegengewicht zu etablieren, auf das sich alle einigen können. Alle großen Ligen sind in Europa, da könnte man Geschlossenheit zeigen. Einzig Südamerika hat noch nennenswerte Konkurrenz.

Soll die Fifa mal gucken, wie weit sie ohne europäische Vereine kommt.

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Zumindest haben UEFA, CONCACAF und die FA schon erklärt, dass sie FIFA Wettbewerbe boykottieren, solange die FIFA an ihrer Idee, ihre Governance und ihre Wettbewerbe für private Investoren zu öffnen, festhält. :ok_hand:

Nach den heutigen Gesprächen werden keine UEFA-Nationalteams an FIFA-Wettbewerben teilnehmen, solange diese Vorschläge im Raum stehen, es sei denn, dieser Vorschlag wird in seiner Gesamtheit aufgegeben und es erfolgen verbindliche Zusicherungen, dass die FIFA ihre Governance und ihre Wettbewerbe nie wieder für private Investoren öffnet.

Soviel Fussballerseele wünschte ich mir von so manchem Politiker. :soccer_ball:

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Sicher kann man auch daran denken, dass die UEFA mit diesem Move ihre eigenen, kommerziell sehr erfolgreichen, Veranstaltungen EM und Champions League schützen möchte. Die FIFA ist nicht die einzige Organisation, die sportliche Wettkämpfe zu monetisieren weiß.

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Unter dem Aspekt Themenvorschläge wäre ich eher zurückhaltend. Fußballthemen waren in der Vergangenheit in der LdN mMn immer eher schwächere Themen. Meinem Eindruck nach, weil der Sport und die -nunja- Kultur drum herum den Moderatoren inhaltlich und emotional eher fernliegen. Wenn man das thematisieren will, wäre deswegen externe Expertise wichtig.

Inhaltlich kann beides gleichzeitig stimmen: Der gesamte Profi-Fußball ist von Gier, Doping und Korruption durchseucht, gleichzeitig eskaliert Infantino diese Einstellungen soweit, dass das sogar innerhalb dieses Systems manchen zu weit geht, vielleicht auch nur, weil zu offensichtliche Abkehr von den Resten sportlicher Wettbewerbsregeln und Werten die Attraktivität des Produkts am Ende nachhaltig schaden könnte.

Für Interessierte eine sehr intensive Recherche:

Aus der Dlf App | Behind The Games – Wer den Sport kontrolliert | Behind The Games (1/5) – Verrat in Zürich Behind the Games: Gianni Infantinos Aufstieg an die FIFA-Spitze

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Die UEFA besteht in erster Linie aus sehr reichen Verbänden. Die Fifa schüttet ihre Bonuszahlungen aber pauschal pro Verband aus, entsprechend würden die UEFA-Verbände (anders als jene in Afrika oder der Karibik) entsprechend nur verhältnismäßig wenig profitieren. Da fällt es dann leicht, „den Sport“ hoch zu halten.

Grundsätzlich würde ich es aber nicht in Abrede stellen, dass in der UEFA einfach andere Prioritäten gesetzt werden und nicht ausschließlich auf den maximalen kurzfristigen Profit geschaut wird. Obwohl es absurd wäre, bei neunstelligen Transfersummen, Milliardenumsätze bei Clubverkäufen und absurden Sponsoring-Deals nicht auch in den Mitgliedsverbänden und -Vereinen der UEFA eine gewisse Profitgier zu unterstellen. „Der Sport“ ließe sich sicher auch mit weniger Multi-Milliardären und -Millionären fördern und dann wären Stadiontickets vielleicht billiger und weniger Spiele im Pay-TV.

CONCACAF hat nach meiner Lesart keinen Boykott angedroht, sondern einfach die Pläne von Infantino abgelehnt. CONCACAF und UEFA repräsentieren zusammen weniger als 100 der mehr als 211 nationalen Verbände. Der Plan von Infantino braucht eine einfache Mehrheit der Verbände. Aktuell ist eine Blockade also nicht sicher. Und ob die UEFA einen Boykott am Ende durchziehen würde und das Angesichts der gewinnbringenden Märkte in Asien und Südamerika noch das gewünschte Drohpotential gegenüber Infantino hätte?

Ich auch. Am Ende ist Fußball dann eben Fußball, Korruption in der FIFA ist nun wirklich nichts neues und die Diskussion um das Millionär-Turnier WM ist für die Entwicklung des Breitensports in Deutschland nicht wirklich relevant. Da gibt es andere Medien, die das erheblich kompetenter und authentischer behandeln können.

EDIT: Vielleicht eine grundsätzliche Idee zum Umgang mit solchen Themen wäre es, wenn die LdN das nicht selbst diskutiert, aber auf herausragende Berichterstattung (Vorzugsweise Podcasts) anderswo verweist.

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Jetzt ist auch der asiatische Verband dagegen:

Damit müsste das erstmal vom Tisch sein. Ob das auch Konsequenzen für Infantino und die FIFA hat, steht auf einem anderen Blatt.

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Da ein Boykott in der Vergangenheit bereits im Raum stand (2021 bei der Idee einer WM alle 2 Jahre) und schon ausgereicht hat, um Dinge zu verhindern, würde ich sagen, dass das Drohpotential ausreichend groß ist (Infantino gegen die UEFA - Geschichte eines Konflikts | sportschau.de). Der Grund ist, dass die UEFA die meisten der relevanten Fußballnationen vertritt. Klar hat die UEFA auch eigene Interessen und will ihre Gelddruckmaschine der Champions League und EM schützen. Das muss allerdings nicht bedeuten, dass sie nicht auch aus weiteren Gründen Kritik an den Plänen äußern kann.

Ein bisschen näher an der Basis ist die UEFA immer noch. Z.B. gibt es Vorgaben zur Höhe der Ticketpreise im Europapokal für Auswärtsfans im Gästeblock. Das ist so ziemlich das Gegenteil von dynamischen Preisen der FIFA (https://www.kicker.de/uefa-senkt-obergrenze-fuer-auswaertsticket-preise-im-europapokal-1048559/artikel#:~:text=Am%2520Montag%2520senkte%2520die%2520UEFA,League%2520von%2520Gäste%252DFans%2520verlangen.). Bei Finalspielen gibt es für die Vereine auch immer vergleichsweise günstige Tickets (https://de.uefa.com/news-media/news/02a3-2028a54a0d8f-60fdf1960d7b-1000--offentlicher-ticketverkauf-fur-die-endspiele-2026-der-uefa-/). In 2022 gab es für die Finals auch schon mal Freitickets, und das nicht zu knapp (https://sport.sky.de/fussball/artikel/champions-league-news-uefa-verschenkt-tausende-tickets-fuer-cl-und-el-finals/12594445/33896).

Zum Thema: Eine WM ohne Frankreich, Spanien, England, Niederlande, Deutschland und Italien ist schlicht sportlich wertlos. Wenn mal eines der Länder nicht qualifiziert ist, dann ist das nicht schlimm. Wenn aber alle fehlen, dann ist der Wert vermutlich eher wie der Africa Cup oder die Copa America. Die FIFA weiß also sehr wohl, dass eine WM ohne die Europäer weniger attraktiv ist und auch bedeutend weniger TV-, Sponsoren- und Ticketeinnahmen generiert. Der Deal wäre also hinfällig bzw. würde deutlich kleiner ausfallen.

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Hat sich wohl grad erledigt:

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