Die Autofelge und das Hakenkreuz: Zumutung oder Einbildung?

In letzter Zeit fallen mir häufiger Autofelgen in Schaufel-/Flügeldesign auf, in deren Gestaltung man abgewandelte Hakenkreuze erkennen kann (z.B. Kia, Hyundai, Opel, VW). Natürlich sind die Symbole immer rund statt rechteckig und haben mal fünf statt vier „Arme“ o.ä., aber sie folgen dem selben Gestaltungsprinzip wie ein Hakenkreuz. Da es sich - auch in Abwandlungen - um ein in Deutschland verbotenes Symbol handelt, frage ich mich, wo hier die Grenze ist und, wo ich vielleicht übervorsichtig reagiere (kann man das in dem Zusammenhang überhaupt?).
Mich würde Euere Meinung und rechtliche Einschätzung dazu interessieren: Ist das noch „Geschmacksache“? Kann man von einem Hersteller entsprechende Sensibilität beim Umgang mit solchen Symbolen erwarten?
dazu: Rechtsextreme Symbole und Zeichen – Wikipedia

Also ich hab mir das jetzt mal gegeben, weil ich dachte das kann ja nicht sein. Also bei Opel gibt es scheinbar eine Felge, die tatsächlich mit etwas Fantasie wie ein Hakenkreuz aussieht: https://www.blick.ch/wirtschaft/hakenkreuz-design-sorgt-fuer-heftige-debatte-alufelgen-des-opel-adolf-id7403318.html

Ich glaube allerdings kaum, dass das gewollt war. Es ist nunmal irgendwie ins gesamtdesign eingepflegt. Ich würde seitens Opel das Design anpassen und gut ist.

Bei Hyundai und Kia gibt es einige Felgen, die ein bisschen wie vielarmige „Hakenkreuze“ beschrieben werden können, wenn man denn unbedingt eins erkennen will. Dort finde ich es aber sehr weit hergeholt und denke, die Felgen sollen eher die Bewegungsrichtung des Rades wie bei einem Wasserrad abbilden.

Sämtliche Fälle würden mir im täglichen Leben nicht in diese Richtung auffallen und taten das nur, weil ich explizit darauf geachtet habe.

Ich finde deshalb nicht, dass man deshalb jetzt ein Fass aufmachen sollte, da es nicht nach Absicht aussieht. Ganz besonders, sollte Opel bei der einen konkreten Felge reagieren.

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Hier ist das bisher auffälligste Beispiel
https://news.hmgjournal.com/images_n/contents/Researcher-Revealed-Kia-Very-First-Dedicated-Electric-Vehicle-EV63.jpg
Ich habe nicht vermutet, dass es Absicht war, aber in Deutschland ist es eben die Abwandlung eines politischen Symbols, das auch in Varianten rechtlich problematisch ist. International tätige Firmen müssen sich eben mit solchen Sachverhalten auskennen, vgl. auch Markenrecht, kulturell geprägte Formensprachen, Bedeutung von Produktnamen in anderen Sprachen usw.

Nein, das ist sehr weit hergeholt. Verboten ist das Hakenkreuz und das hat vier Arme im 90 Grad Winkel. Das hier hat mMn nichts mehr mit einem Hakenkreuz zu tun. Rechtlich dürfte das daher auch völlig unproblematisch sein.

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Dass man dieses fünfarmige Kreuz auf einer Autofelge nicht als Hakenkreuz ansieht, kann ich nachvollziehen. Etwas anderes wäre es auf einer Fahne auf einer Demo. Und daher stellt sich schon wieder die Frage „Wo ist die Grenze?“

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Wahrscheinlich immer der Kontext, genau. Bei einer Demo hat man einen Kontext der zu einer Hakenkreuz-Verbindung führen KANN, etwa auch mit rot-weißer Untermalung und mit Neonazis als Trägern. Dagegen würde bei einem Auto niemand auf die Idee kommen, daran zu denken.

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