Das ist ja beileibe nicht nur bei der Bahn ein Thema. Wenn ich Vorgaben in Form von Kennziffern mache und es eigentlich nicht (einfach) möglich ist, diese unter den gegebenen Umständen (Budget, Personalressourcen etc.) einzuhalten, konzentriere ich mich halt darauf, irgendwie diese Kennziffern „aufzuhübschen“ und so zumindest formal den Vorgaben zu entsprechen. Ich würde mal behaupten, diesen Mechanismus gibt es tagtäglich in Kitas und Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen, bei Umweltnormen, in der Industrie etc. pp. Hat zwar mit der tatsächlichen Qualität der Arbeit bzw. Dienstleistungen nichts zu tun, aber Hauptsache alles ist immer schön mess- und kontrollierbar ![]()
War Jenas Fernbahnhof nicht mal der für ICEs ausgebaute Paradiesbahnhof am Rande der Altstadt? Göschwitz ist doch JWD, irgendwo an der südlichen Stadtgrenze?
Jena Göschwitz ist der Anschluss nach Weimar/Erfurt/Eisenach/Frankfurt
Paradies liegt im Saaletaal und ist die Strecke nach Leipzig/Nürnberg
Wir sind uns aber schon einig, dass es hier nicht um Maßnahmen zur Stabilisierung oder Verbesserung der Verbindungsqualität oder Zuverlässigkeit geht, sondern rein um die Transformation und möglicherweise zukünftige Erweiterbarkeit eines Service.
Sicher ist das für die Anwohner wünschenswert, aber überlebenswichtig für den Bahnbetrieb ist es nicht wirklich oder?
Versteh mich nicht falsch. Ich fände es nicht falsch wenn wir die 2 Mrd € noch investieren würden. Mir scheint die Schwerpunktsetzung aber nachvollziehbar und 2 Mrd € Abweichung vom Plan von 100 Mrd. € für vertretbar. Und viel wichtiger, ich zweifle ohnehin sehr daran, dass wir die aktuell priorisierten Projekte überhaupt gestaffed bekommen.
Mehr Geld bringt halt überhaupt nichts wenn niemand mehr eine Hand für eine Maurerkelle frei hat. Ehrlich gesagt scheint mir das in unseren politischen Diskussionen oft vergessen zu werden.
Ne - da sind wir uns nicht einig
Du vergleichst den Zustand nach der “Verbesserung” mit jetzt und argumentierst von da, dass erstmal der Standard der jetzt da sein sollte gehalten werden muss (und deswegen renoviert werden sollte) - im Fall Weimar oder auch Jena muss man dabei aber beachten, dass die Anbindung an den Fernverkehr und mittlerweile auch noch die direkte Anbindung nach Leipzig mit dem Regionalverkehr über die letzten 15 Jahre verschlechtert wurde - wenn man also mit einem Zustand von vor 10 Jahren vergleicht ist es in Weimar jetzt schon deutlich schlechter als früher und die Elektrifizierung stellt eine Möglichkeit dar es wieder auf ok zu bringen
Also überspitzt könnten die Weimarer*innen argumentieren - erstmal soll bei ihnen wieder ein IC/IDE fahren können bevor sich darum gekümmert wird, dass der IC/ICE in Düsseldorf wieder pünktlich kommt…
Der IC an einer Diesellok ist deutlich langsamer als ein IC der einfach durchfahren kann und ein ICE ist ohne elektrifizierung gar nicht möglich, also die Renovierung ist auf jeden Fall Teil von “nur Transformation und Erweiterbarkeit” aber umfasst auch herstellen eines Standards der im Großteil Westdeutschlands schon normal ist und schon seit Jahren versprochen wurde
Stand jetzt fehlt es ja am ehesten an Spezialist*innen und nicht an freien Händen für die Maurerkelle, wenn die Politik dann nicht bei zugesagten und fertig geplanten Vorhaben bleibt wird das Unternehmen kaum dazu motivieren sich in diesem Sektor zu engagieren, hätte die DB die Projekte zurückgestellt, weil es keine Baufirma gegeben hätte wäre das ja eine andere Sache und man könnte sagen, dass zu erwarten ist nächstes Jahr gibt es dann mehr Firmen die in diesen Teil des Baugewerbes einsteigen - stattdessen kommt in die Schlagzeilen, dass Schienenbau von einer Konjuktur der unvorhersehbaren und schwer planbaren Verkehrspoltik auf Bundesebene abhängt (die dort auch nur Nebenschauplatz ist)
Okay. Dann hatte ich bislang einfach Glück gehabt. Aber danke für die Info. Das ist zwar nicht gut aber zumindest beruhigend.
Leider hilft das nicht bei der Nutzung eines Deutschlandtickets, da hier etwas andere Konditionen gelten.
Wenn irgend möglich, dies dann noch mit der Anzahl der aussteigenden Passagiere gewichten. Ein unpünktlicher Stopp, an dem kein Passagier aussteigt, ist unwichtig. Genau das ist ja der Gedanken hinter dem gezielten Auslassen von Haltestellen.
Und kurze Verspätungen sollten nicht so hoch gewichtet werden wie lange Verspätungen und Ausfälle.
Wenn man dann noch verpasste Anschlussverbindungen berücksichtigen könnte ….
Ich weiß, da kommt man schnell „in den Wald“.
Reisendenpünktlichkeit nennt sich die Statistik, die hier gesucht wird.
Es gibt sie natürlich nicht für den Regionalverkehr in dieser Form, da keine Ende-zu-Ende-Verbindungen erfasst werden.
Man könnte aber modellhaft bestimmte Verbindungen als “Referenzverbindungen” über verschiedene Verkehrsmittel hinweg hinterlegen und konstant messen, wie zuverlässig das läuft. Anschließend wäre auch eine Gewichtung drin und die Zahlen wären natürlich nur ein Modellierungsergebnis, aber schon recht gut. Technisch wäre das nicht mal besonders aufwändig und teuer, man müsste nur wollen.
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