Der "Wert" von Kindern

Hier liegt doch ein Grundproblem. Warum schulen wir in Deutschand so spät ein.
Bsp. Niederlande
Der Schulbeginn in den Niederlanden für die Grundschule (basisschool) ist mit 4 Jahren, wobei die Schulpflicht ab 5 Jahren gilt.

Unsere Tochter ist mit 4 Jahren dort eingeschult worden. Der Unterricht ist sehr spielerisch und 2 Lehrer*innen und eine Sozialpädagogin begleiten die Kinder durch den Vollzeit Tag (8-15 Uhr).

Die Antwort gibst du ja selbst mit dem Personalschlüssel. Das ist uns zu “teuer”. Egal was alle Untersuchungen zu interner und externer Bildungsrendite sagen :man_shrugging:

Ob man es schule oder Kita nennt: wenn man Kinder individuell, alters- und reifegerecht fordern und fördern will, wird es teuer und die ganzen “Leistungs"ideologen würden randalieren.

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Können viele nicht. Da wird das erste Kind ein Jahr später eingeschult obwohl schon wirklich weit fürs Alter weil man nochmal einen großen Urlaub außerhalb der Ferien machen will. Da wird das zweite Kind später eingeschult, weil das regulär eingeschulte erste Kind ja ab und an Fehler bei den Hausaufgaben gemacht hat und das zweite besser sein soll. Da wird früher eingeschult um sich ein Jahr Betreuungskosten im Kiga zu sparen. Da wird zu früh eingeschult weil die Berichte der Erzieher das Kind sei noch nicht so weit persönlich genommen werden. Nur mal um Beispiele aus meinem engeren Umfeld zu nehmen.

Viele nehmen da eher Punkte die die Eltern betreffen in den Mittelpunkt als die Punkte die das Kind betreffen.

Am Ende wird das aber immer so sein weil auch Erzieher nur eine Seite des Kindes kennen und somit auch nicht immer richtig lägen.

Wo es eingeschult wird ist aber bei uns ziemlich leicht zu sagen. An der Sprengelschule wenn man sich bei keiner Privatschule anmeldet.

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wenn Kinder 3 Monate früher eingeschult werden, sind da 6 Wochen Sommerferien enthalten. Was soll das also? Würde zumindestens die Eltern, die ja nur 3 Wochen Ferien im Sommer machen zusätzlich mit der Kinderbetreuung belasten. Boris Palmer hat etwas von Trump: immer um Aufmerksamkeit bemüht.

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Es geht nicht darum, Kinder früher im Schuljahr einzuschulen. Tatsächlich soll lediglich der Stichtag verschoben werden. In Baden-Württemberg gilt derzeit: Eingeschult wird, wer vor dem 30.06. eines Jahres sechs Jahre alt wird. Bei einem hypothetischen Ferienende am 01.09. wäre das älteste Kind einer Klasse also 7 Jahre und knapp 2 Monate alt, das jüngste etwa 6 Jahre und 2 Monate.

Andere Bundesländer, etwa Brandenburg, Berlin, Bayern, Niedersachsen und NRW, nutzen dagegen den 30.09. als Stichtag. Dort ist das älteste Kind bei Schulbeginn rund 6 Jahre und 11 Monate alt, das jüngste sogar nur etwa 5 Jahre und 11 Monate.

Dieser Unterschied wirkt auf dem Papier gering. In der Realität kann er enorm sein. Ein Kind mit Geburtstag am 16.09. wird in einem Bundesland mit fast 7 Jahren eingeschult, im anderen mit unter 6 Jahren. Wer Kinder im Umfeld hat, weiß, wie groß die Umstellung für einen jungen Sechsjährigen ist: neue Gesichter, neue Bezugspersonen, deutlich strengere Anforderungen an Disziplin, weniger freie Spielzeit und mehr strukturiertes Üben und Lernen.

Selbst Kinder, die deutlich über sieben Jahre alt sind, kämpfen manchmal noch mit dieser Umstellung. Drei zusätzliche Monate Entwicklungszeit können daher im Einzelfall einen erheblichen Unterschied für das seelische Empfinden und die Einstellung zur Schule eines Kindes machen.

Grundsätzlich habe ich nichts gegen eine Verschiebung des Stichtags. Entscheidend ist jedoch, dass er nicht dogmatisch angewandt wird, sondern der individuelle Entwicklungsstand des Kindes stets berücksichtigt bleibt.

Bei uns in Brandenburg hat das gut funktioniert: Die Schüchternheit und Verspieltheit beim Einschulungsgespräch wurde ernst genommen, und mein Kind wurde um ein Jahr zurückgestellt. Mit fast 7 war es zwar noch immer sehr verspielt und wenig diszipliniert, konnte aber immerhin schneller Freunde finden und hat nach einem harten halben Jahr mit der Klassenlehrerin ab 7,5 Jahren eine erstaunliche Wandlung durchgeführt. Seit Klasse 2 unterstützt es nun leistungsschwächere Schüler im Unterricht als „Assistenzlehrer“. Bei Einschulung mit unter 6 Jahren hätten vermutlich alle nur gelitten.

Ich kenne allerdings auch andere Kinder, die mit 5,5 Jahren schon dringend auf die Schule mussten(!), da sie die nötige Reife und intellektuelle Fähigkeiten aufwiesen. Ein Jahr mehr Kita hätte sie völlig unterfordert.

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Wobei in Bayern der Zeitraum zwischen 1.07 und 30.9 eine kann Regelung ist. In meinem Umfeld gehen die meisten aus diesem Korridor erst ein Jahr später zur Schule. Vor allem die, die erst im September Geburtstag haben.

Vor allem sind es ja dann 12 Monate zusätzliche Entwicklungszeit für die Kinder die ein Jahr später eingeschult werden.

Und für den Lehrer bedeutet es, dass man quasi das jüngste Viertel der Klasse rauskommt und durch ein ein Jahr älteres Viertel ersetzt. Das ändert die Art wie man arbeiten kann schon bedeutend.

Ich persönlich finde aber vor allem auch wie du, dass der individuelle Entwicklungsstand noch stärker berücksichtigt werden müsste. Nicht die Momentaufnahme bei der Schuleingangsuntersuchung, sondern die kontinuierliche Beobachtung von Erziehern (Vorschulpfloicht sinnvoll) und Eltern. Das passiert ja auch schon oft, aber eben nicht immer.

Meine Idee wäre auch die Einführung einer nullten Klasse. Da könnten dann die rein die zwar vom Alter schon reif für die Schule sind, nicht aber von der Entwicklung sowie auch Kinder die erst noch sprachlich aufholen müssen Inhalt dann zwischen Vorschule und erster Klasse.

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