Der Einfluss soziokultureller Prägung auf Kriminalität und Gewaltbereitschaft

Zum potentiellen Einfluss soziokultureller Faktoren auf die Kriminalität und Gewaltbereitschaft ist mir zuletzt dieser Artikel begegnet:

Ich erinnere mich an eine Folge LdN (#377), die sich dezidiert mit der PKS, deren Tücken und der - in vielerlei Hinsicht berechtigten - Kritik an dieser auseinandersetzte. Im Fazit hatte sich Ulf Buermeyer u.a. dafür ausgesprochen, die Erhebung der Staatsangehörigkeit bei Kriminalitätsstatistiken abzuschaffen, da dies kein Faktor im Hinblick auf die Straffälligkeit/Kriminalität sei, die tatsächlichen Gründe für Kriminalität verneble und vielmehr Diskriminierung und Rassismus Vorschub leiste. Dazu zeichnet der oben angegebene Artikel ein merklich anderes Bild. Auch das Thema Dunkelfeld und die These „Mohammed wird öfter angezeigt als Moritz“ sowie das Touristen-Argument werden dort anders eingeordnet. Hierzu würden mich Meinungen aus dem Forum interessieren.

Erst mal wäre es gut, wenn du den FAZ±Artikel als Geschenk-Artikel verlinken könntest. Denn sonst können Nichtabonnenten gar nicht nachvollziehen, was da im Interview behauptet wird.

Eine kritische Auseinandersetzung findet man z. B. hier:

Das klingt schon sehr nach ‚Räuberpistole‘.

Abgesehen davon, dass die große Mehrheit der jeweiligen Populationen keine Straf-/Gewalttaten begeht.

Dass Urbaniok für krasse Thesen ohne saubere empirische Grundlage bekannt ist, zeigt der folgende Artikel. Auf einer juristischen Tagung behauptete er, dass der Anteil der Falschbeschuldigungen bei Sexualdelikten massiv unterschätzt werde („Spitze des Eisberges“).

Windige Thesen zur sog. ‚Ausländerkriminlität‘ vertritt er schon länger:

Er will beweisen, dass Ausländer – selbst wenn man den Straffälligen unter ihnen all die mildernden Umstände zugesteht, die Pfeiffer ins Treffen führt – nicht nur zahlenmäßig, sondern an sich, ihrem Wesen nach, viel krimineller sind als Deutsche. Zu diesem Zweck zitiert er eine Analyse von Jochen Renz, Informatikprofessor an der Australian National University, der sich 2017 die deutsche Polizeiliche Kriminalstatistik vornahm. Erschienen war die Arbeit von Renz in der Online-Publikation »Tichys Einblick«, die gern Klimawandel-»Skeptikern« und Rechtspopulisten ein Forum bietet.

»Nationalität und Herkunft sind Faktoren, die zu stark erhöhten Kriminalitätsquoten führen können.« Aus der statistischen Korrelation ist so flugs ein ursächlicher Zusammenhang geworden. Nach dieser Logik wäre auch die Tatsache, dass Afroamerikaner in US-Gefängnissen überrepräsentiert sind, ein Beweis für ihre angeborene Kriminalität – eine Meinung, die außer Anhängern der Alt-Right-Bewegung kaum jemand vertritt.

Im Übrigen verweise ich auf das von mir hier schon zum Lagebild des BKA über „Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“ Ausgeführte:

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Ich halte es für völlig unverantwortlich, solche rassistischen Narrative zu verbreiten.
Deshalb mach ich hier mal zu.