Mirko Lange launcht sein Projekt „Democracy Intelligence“ am 3.11.25
Es beinhaltet eine inzwischen mehrfach erprobte Systematik um Interviews, Reden etc. von Personen der Öffentlichkeit mit einem ABCDE-Label, ähnlich dem Energieverbrauch oder Nutri-Score, hinsichtlich der enthaltenen Desinformation zu labeln.
Ein Interview mit Mirko Lange zum Projekt und zur Methode sowie seinen Erfahrungen mit dem Gegenwind wären ein würdiger Beitrag in der LdN.
Vielen Dank für diesen tollen Hinweis, das Projekt wirkt sehr interessant. Ich freue mich schon auf den launch der Website um mir das ganze genauer anzuschauen.
Ein einfacher Score für die Redlichkeit von Politikern wäre wünschenswert, aber ein äußerst ambitioniertes Unterfangen. Das von Herr Lange bisher veröffentlichte Modell ist sicherlich nicht dafür geeignet. Es sieht sich schwerwiegender sachlicher Kritik ausgesetzt (siehe bspw. die ausführliche Abhandlung von Thilo Baum). Insbesondere missachtet es die Grundsätze der Logik, geschweige denn wissenschaftliche Standards. Neben der sachlichen Kritik am Modell selbst, hat Herr Lange sich darüberhinaus durch diverse Diskussionsbeiträge (manche anscheinend von ihm selbst als Falschaussagen eingeräumt) ohne Not so weit in eine rhetorische Sackgasse manövriert, dass Thilo Baum sich schließlich wundert, welches Demokratieverständnis Herr Lange eigentlich hat:
Die Meinungsfreiheit und der Meinungsstreit sind wesentliche Elemente der Demokratie – und wer wie Mirko Lange zulässige Meinungsäußerungen (wie beispielsweise empörte Abgrenzungen) mit einer negativen Bewertung versieht, handelt damit schon von der grundlegenden Herangehensweise her nicht demokratisch.
Vielleicht unterliegt Mirko Lange auch hier einem Missverständnis: Demokratie bedeutet nicht Konsens (was er ja mit seiner Forderung nach einem „Gemeinsinn“ möglicherweise so versteht), sondern Meinungsvielfalt. Der Konsens ist eher Sache von Diktaturen.
Vielleicht ist das bald alles Schnee von gestern und am 3.11. wird ein Modell vorgestellt, das mindestens den Grundsätzen der Logik genügt (noch besser auch wissenschaftlichen Standards). Ferner erhebt niemand den Anspruch, dass das Modell von Anfang an fehlerfrei sein muss. Nur sollte das Modell robust genug sein, dass Gerichten dessen Aussagen nicht als gegenstandslosen Rufmord verurteilen können oder ihm der belastbare Verdacht auf eine Hidden Agenda bzgl. totalitärer Meinungskontrolle anhaftet.
Ein Interview in der Lage fände ich auch spannend, aber nur wenn die Hosts das Modell einer (im neutralen Sinne) kritischen Diskussion unterziehen.