CN006: Matrix Chatprotokoll

Hi,

ich möchte euch gerne Feedback zur CN006 geben. HörerInnen erhalten aus meiner Sicht den falschen Eindruck, dass gängige Matrix Deployments geschlossene Systeme sind. Ihr sprecht davon, dass es auch möglich sei, dass mehrere Behörden eigene Server aufsetzen und dann untereinander miteinander kommunizieren. Was hier aus meiner Sicht leider etwas untergegangen ist, ist die Tatsache, dass Matrix Server durchaus so konfiguriert werden können, dass sie mit beliebigen anderen Matrix Servern kommunizieren können.

So könnte der Bundestag ja durchaus entscheiden seinen Matrix Server mit anderen Servern föderieren zu lassen (ggf. blacklisted die Bundestag-IT dann im Einzelfall auffällig gewordenen Server). In einem solchen Szenario könnten sich externe Personen (wie bspw. BürgerInnen oder JournalistInnen) bei einem beliebigen anderen Matrix Server (siehe https://servers.joinmatrix.org/) einen Account machen und dann Nachrichten mit den Abgeordneten austauschen.

In meinem persönlichen Umfeld sind geschlossene Matrix-Instanzen eine Seltenheit. Ich nutze Matrix bereits seit vielen Jahren und tausche im Alltag häufig Nachrichten mit Fremdservern aus.

Zuletzt noch ein Beispiel aus der Praxis: Viele Universitäten haben mittlerweile Matrix Server aufgesetzt. Eine nicht abschließende Liste ist bspw. hier unten zu finden: Matrix-Chat mit Element-Client . Von der Universität Duisburg-Essen weiß ich, dass Sie bald auch von Whitelisting auf Blacklisting umstellen werden, was die Fremdserver angeht, mit denen Sie föderiert. Aber auch jetzt schon föderiert Sie mit matrix.org.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mein Feedback in einer der künftigen Folgen aufgreifen könntet. Das würde das Bild, das nun bei euren HöhrerInnen entstanden ist, vervollständigen und Matrix in ein deutlich besseres Licht zurückbringen. Denn gegenüber Signal hat Matrix durchaus Vorteile. Zum einen ist es dezentral, was es den Nutzenden ermöglicht, den Server frei zu wählen (zumindest im privaten Kontext), und es ist ja nur ein Protokoll, welchen konkreten Client die Nutzenden zum Abruf der Nachrichten nutzen können. Sie selbst entscheiden. Auch das kennen wir von E-Mails.

Zu guter Letzt aber danke für den tollen Podcast und auch danke fürs Lesen von meinem langen Feedback.

Viele Grüße

BerriJ

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