Bitte nicht mehr über Fachkräftemangel sprechen!

Hallo liebes LdN-Team,

ich höre Lage der Nation seit vielen Jahren mit großer Begeisterung und schätze euer Format sehr. Umso mehr beschäftigt mich ein Begriff, der in den letzten Folgen immer wieder auftaucht: der sogenannte „Fachkräftemangel“. Dazu möchte ich mich nun einmal zu Wort melden.

Ich selbst bin Fachkraft: ausgebildeter Elektrotechniker mit langjähriger Berufserfahrung in unterschiedlichen Bereichen, seit über 20 Jahren ausschließlich in Ingenieurpositionen tätig. Im Januar letzten Jahres habe ich mich bewusst dazu entschieden, den Arbeitgeber zu wechseln. Nach rund 50 Bewerbungen ist mir dabei eine Erkenntnis sehr deutlich geworden: Einen allgemeinen Fachkräftemangel gibt es aus meiner Sicht nicht.

Was es hingegen gibt, ist ein Mangel an Unternehmen, die bereit sind, Erfahrung angemessen zu honorieren oder realistische Erwartungen zu formulieren. Gesucht werden häufig Bewerber, die möglichst jung sind, aber gleichzeitig jahrzehntelange Erfahrung mitbringen, oder Mitarbeitende, die bereit sind, deutliche Abstriche beim Gehalt hinzunehmen. Der Begriff „Fachkräftemangel“ wirkt vor diesem Hintergrund zunehmend irreführend und triggert mich mittlerweile regelrecht.

Natürlich kann ich mir gut vorstellen, dass es in einzelnen Branchen tatsächlich einen echten Mangel gibt, etwa im Pflegebereich. Dennoch halte ich es für problematisch, weiterhin pauschal von einem Fachkräftemangel in Deutschland zu sprechen. Meiner Beobachtung nach greift hier ein anderer Effekt: eine vielfach mangelhafte Unternehmenskultur im Umgang mit Mitarbeitenden.

Ich fände es sehr spannend und wichtig, diese Thematik einmal ausführlicher in einer Folge zu beleuchten. Viele Unternehmen klagen lautstark über unbesetzte Stellen und führen den Fachkräftemangel als Ursache an. Doch häufig liegt das Problem nicht bei den Fachkräften – sondern bei den Unternehmen selbst.

Viele Grüße

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Ähnliche Erfahrung im öD. Neu ausgeschriebene Stellen liegen gerne mal 1-3 Gehaltsstufen unter dessen, was der:die Amtsvorgänger:in die letzten 30 Jahre erhielt, dazu noch befristet auf 2 Jahre mit „Aussicht auf Verlängerung“. Wer nicht innerhalb des öD auf die Stelle wechselt startet dann auch noch in Erfahrungsstufe 1. Natürlich gibt es darauf auch wenige bis gar keine Bewerber:innen. Wer soll sich denn darauf auch bewerben? Das Nachsehen haben die verbleibenden Kolleg*innen, die diesen Sparzwang abfedern müssen…

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Naja in einer Marktwirtschaft kann ein “Mangel” immer nur relativ bestehen. Wenn es von etwas nicht genug gibt, dann steigen die Preise, bzw. bei Arbeitskräften die Löhne. Daher gibt es natürlich aus Sicht der Arbeitnehmer nie ein “Arbeitskräftemangel”, sondern immer nur ein “Lohnmangel“. Andersherum gibt es aus Sicht der Arbeitgeber nie genug Arbeitskräfte, weil mehr Arbeitskräfte immer den Lohn drücken.

Allerdings gibt es doch schon einige Indikatoren, die darauf hinweisen, dass aktuell und in der nahen Zukunft das Pendel eher Richtung “Arbeitskräftemangel“ schwenkt. So sind seit 2023 die Reallöhne (nach Abzug der Inflation) wieder deutlich gestiegen, während gleichzeitig das Wirtschaftswachstum nahe 0 ist.

Klar ist das nicht überall in allen Brachen gleichmäßig der Fall, aber insgesamt bekommen die Firmen offensichtlich nicht so viele Arbeitskräfte wie sie wollen, sonst würden sie nicht die Löhne erhöhen.

Absehbar werden in den nächsten Jahren aufgrund der Altersstruktur viele Arbeitskräfte wegfallen. Letztes Jahr ist auch zum ersten mal seit vielen Jahren die Bevölkerung in Deutschland geschrumpft. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, dann ist es durchaus gerechtfertigt von einem “Fachkräftemangel“ zu sprechen.

Aber klar, man sollte im Kopf behalten, dass ein “Fachkräftemangel” auch positive Seiten (steigende Löhne) hat, und die politische Reaktion daher diesen Vorteil gegen die Nachteile (geringeres Wirtschaftswachstum, steigende Verbraucherpreise) abwägen muss.

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Wobei hier natürlich unabhängig von deinem Einzelfall oft auch unterschiedliche Sichtweisen bei Bewerbern und Firmen was den Wert von Erfahrungen angeht bestehen.

Bei uns z.B. war die Suche nach einem Elektroniker/Elektriker für Schaltschrankbau und SPS Programmierung mit einigen Bewerbern, die in diesem Bereich quasi keine Erfahrung hatten. Die hatten dafür Erfahrung als Betriebselektriker in der Instandhaltung großer Anlagen. Die hätten bei einem Wechsel gerne das bisherige Gehalt in welches natürlich die Erfahrung mit den beim bisherigen Arbeitgeber zu wartenden Anlagen eingepreist, während die Erfahrungen bei Schaltschrankbau uns SPS Programmierung nahe null waren.

Und natürlich will man mit Ü40 nicht Gehaltstechnisch Abstriche machen, aber sobald man das eigene Feld verlässt sind viele Erfahrungen (selbstverständlich nicht alle) oftmals nicht mehr viel wert.

Gerade im technischen Bereich höre ich zuletzt von sehr unterschiedlichen Erfahrungen sowohl von Seite der Arbeitnehmer als auch von Seite der Arbeitgeber. Ist wohl auch je nach Region und Branche sehr unterschiedlich.

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Also zumindest in der IT war der Markt bis vor kurzem tatsächlich leer gefegt und es wurden Unsummen für Gehaltsforderungen ausgegeben.
Das war nicht nur ein Problem der Verfügbarkeit, sondern auch ein Problem bei der Qualität in der Breite. Über Headhunter und co hat man schon irgendwie nen Programmierer bekommen, dann aber meist mit mangelnder Arbeitsmoral, mangelndem Fachwissen oder Probleme in der Kommunikation (vor allem bei Remote Kräften aus Indien etc).
Im Niedriglohnsektor, z.B. in der Gastro, sehe ich das ähnlich. Da bekommt man schon irgendwie ne Küchenhilfe, oft hakt es dann aber bei Basics wie Pünktlichkeit oder Gewissenhaftigkeit.
Das ist dann letztlich auch ein Bildungs- und Migrationsproblem.
Mein alter Ag wollte mich nicht auf Teilzeit wechseln lassen und meinte wortwörtlich ich würde mit meiner Einstellung im Berufsleben nicht weit kommen. Daraufhin habe ich Ag gewechselt und wurde seitdem mehrfach befördert. Wahren Fachkräftemangel gibt es, genau dann sollte das gesetzliche Recht auf Teilzeit aber nichts bringen, da es im Zweifelsfall dann deutlich einfacher ist Ag zu wechseln als das Recht gerichtlich durchzusetzen.

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Der Mangel mag da sein, aber er wird massiv verschärft durch einen insbesondere seit der Pandemie auftretenden regelrechten Exodus von Pflegekräften aus ihrem Beruf. Diese sind ganz überwiegend interessiert daran, ihren Beruf weiter auszuüben, nur eben nicht unter diesen Bedingungen. Auch, wenn die Löhne in der Zwischenzeit gestiegen sind, sind die Arbeitsbedingungen nicht besser, sondern eher noch schlechter geworden.

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Aha.
Ich glaube ja nicht, dass Dinge wie Arbeitsmoral und Gewissenhaftigkeit von der Herkunft abhängen.

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Nein tun sie nicht. Ich hatte auch eher Integrationsproblem im Kopf und habe mich missverständlich ausgedrückt. Ich habe die Aussage ja im Kontext (vermeintlichem) Fachkräftemangel getätigt. Dort sieht der AG in erster Linie, wenn zb Fristen nicht eingehalten werden oder die allgemeine Arbeitsmoral nicht passt. Selten wird aber das Warum hinterfragt und solche Personen gelten dann schnell pauschal als unterqualifiziert/nicht geeignet.
Gerade im Fall von Migranten habe ich persönlich beobachtet, dass diese oft sogar deutlich motivierter in den Job starten als Einheimische, dann aber aufgrund unsensiblen onboardings vergrault werden. Ich denke wir werden uns einig sein, dass jemand mit deutscher Ausbildung leichter in den Job zu bringen ist, als jemand der den Job im Ausland gelernt hat. Da müssen/sollten vom Ag, den Kollegen und vom Mitarbeiter entsprechend Extrameilen gegangen werden. In meiner Arbeit ist das so und entsprechend langfristig können die Kollegen dann auch ans Unternehmen gebunden werden. Mir geht’s hier aber eigentlich überhaupt nicht darum, wer in irgend einer Form eine Bringschuld hat, sondern darum dass mit Verfügbarkeit von Fachkräften i.d.R. „einfache und schnelle Verfügbarkeit“ gemeint ist.

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Ganz gutes, abwägendes Interview zur Einordnung der Debatte hier:

Aus der Dlf App | Der Tag | Arbeitszeit – Mehr ackern = mehr Wirtschaftswachstum? Nicht unbedingt Mehr ackern = mehr Wirtschaftswachstum? Nicht unbedingt

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Mich interessiert eine differenzierte und gerne kontroverse Betrachtung dieses Schlagwortes ebenfalls. Jeder hat wahrscheinlich mindestens eine Anekdote parat, die dem immer wieder proklamierten Fachkräftemangel zu widersprechen scheint. Offenbar ist das Problem aber sehr vielschichtig. Vielleicht müsste man mal damit anfangen, zu definieren, was mit Fachkräftemangel eigentlich genau gemeint ist und welche Branchen es tatsächlich in welchem Umfang und an welcher Stelle betrifft.

Allerdings ist ja auch kein neues Phänomen. Hab hier einen Artikel aus 2011 gefunden, den ich interessant finde:

Fachkräftemangel: Scheinproblem oder Wachstumgshemmnis?

Darin werden u.a. folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  1. Reduzierung der Schulabbrecherquote: ist seit 2011 weiter gestiegen Link

  2. Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um Abwanderung zu verhindern, v.a. in Gesundheits- und Sozialberufen, sowie Gastro. Wir erleben alle, wie gut das funktioniert… Link

  3. Umschulungen und vereinfachte Anerkennung ausländischer Qualifikationen…scheint eine Odyssee (teilweise mehr als 1 Jahr) zu sein: Link

  4. “Frauen und Ältere”:

“Die Frauen werden dort [Anm.: in Schweden] nicht durch Minijobs, abgeleitete Sozialversicherungen und Ehegattensplitting sowie unzureichende Kinderbetreuung vom Arbeitsmarkt ferngehalten. Die Älteren profitieren von einer großzügigen Förderung lebenslangen Lernens und einem effektiven Arbeits- und Gesundheitsschutz.”

Der Artikel ist von 2011, also schon ganz schön lange her. Wir reden immer noch über dieselben Themen. Wir hatten seit 2011 mit einer kurzen Unterbrechung CDU / CSU geführte Regierungskoalitionen. Heute erzählt uns Friedrich Merz alles Mögliche über unseren “Lifestyle” und dass das nicht angemessen sei (ich weiß, das Zitat kommt nicht von ihm…aber es schwingt doch immer mit), während die eigentlich wirksamen und bekannten Punkte offenbar nicht angegangen werden…

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Hier hab ich die gegenteilige Erfahrung gemacht. Zumindest in meiner Behörde beim Bund wurden mit der Zeit sämtliche Mittel zur Personalgewinnung ausgeschöpft. Vorzeitige Gewährung von Erfahrungsstufen, Fachkräftezulage, Einstellung auch schon für Studienabänger oberhalb der Eingangsstufen, verstärke Rekrutierung mit dem Ziel der Verbeamtung.
Eingangsstufe hier ist für einen ITler im gehobenen Dienst die E12 mit Erfahrungsstufe 2 oder 3. Für Leute die frisch von der Hochschule kommen und vielleicht ein bißchen Erfahrung bei Hochschulprojekten gesammelt haben.
Wo noch vor 15 Jahren der höhere Dienst den Referatsleitern vorbehalten war ist eine “Fachkarriere” im höheren Dienst ohne Personalverantwortung mittlerweile keine Seltenheit mehr.
Leider ändern diese Maßnahmen aber nichts an der weiterhin mäßigen Bewerberzahlen denn selbst mit diesen Maßnahmen zahlt der Bund im Schnitt nur “Okay”. Nicht mehr “Mies” wie vor ein paar Jahren noch aber eben auch nicht toll.

Die Maßnahmen haben aber leider auch ihre Grenzen im Verwaltungsrecht. Ein guter Freund von mir arbeitet sein Leben lang in der IT als Administrator und jetzt DevOps hauptsächlich beim Mittelstand und verdient mittlerweile da genauso viel wie ich im hD in der letzten Erfahrungsstufe. 25 Jahre Berufserfahrung. Er hat nie ein Studium beendet, ich habe einen Dipl. Ing. gemacht und neben dem Beruf noch einen Master drauf gesetzt. Wenn er sich bei uns bewerben würde dann bekäme er mit viel Wohlwollen eine E9c und bekäme nach 2 Jahren die Chance in den Aufstieg zur E10.

Gerade in der IT gibts sehr viele Leute die keine klassischen Ausbildungsgänge hinter sich haben aber aufgrund ihrer Fähigkeiten und Erfahrung gut bezahlte Stellen in der Wirtschaft einnehmen können. Die Politik hat dem ÖD die Möglichkeit genommen auf dieses Potential zugreifen zu können. Das Tarifmodell versucht alle Menschen auf Basis von sehr wenigen Daten in ein Tarifmodell zu stopfen ohne sich das Individuum überhaupt anszuschauen. Das ist toll weil das Recruiting von einer Behörde mit 10k Beschäftigen von gerade mal 25 Personen in der Verwaltung abgehandelt werden kann, so zumindest die Idee. Der Personaleinsatz fürs Recruiting ist in der Wirtschaft um ein vieles höher. Aber dafür kann man halt nur BewerberInnen kriegen die ins Raster passen und für Individuelle Betrachtungen gibts keine Ressourcen.

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Vor allem verhindert das Vetternwirtschaft. Ist leider sehr verlockend bei freier Vertragsgestaltung Bekannten mit fremdem Geld einen Gefallen zu tun.
In Österreich ist gerade ein Verfahren anhängig, weil eine stellvertretende Referatsleiterin von einem Bürgermeister ausgebootet wurde, den Parteifreunde ihr vor die Nase gesetzt haben.
Jetzt erweitere man diese Möglichkeiten um freie Gehälter, für die sich niemand rechtfertigen muss (man müsste ja beweisen, dass sie nicht angemessen sind).

Korruption in der Postenvergabe: "Jetzt zeige ich euch alle an" | DIE ZEIT

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Statistik hilft natürlich jemandem, der gerade auf Stellensuche ist, wenig.
Laut Bundesagentur für Arbeit gab es 2024 (neuere Zahlen habe ich nicht gefunden) in ca. 163 von 1200 Berufen Fachkräfteengpässe. Dazu zählen u.a. Pflege, Bau, Handwerk, IT, Gesundheitswesen etc.
Dass es trotzdem viele Arbeitssuchende gibt, liegt u.a. daran, dass viele Menschen nicht auf diese Stellen qualifiziert sind oder der passende Job nicht an dem Ort verfügbar ist, an dem man sucht.
Ein genereller Mangel an Arbeitskräften liegt also nicht vor, es gibt aber sehr wohl Branchen, die Probleme haben, Fachkräfte zu bekommen.
Verschärfend kommt hinzu, dass der demografische Wandel die Problematik stark verschärft. Laut verschiedenen Prognosen fehlen uns 2030/35 hunderttausende Fachkräfte.
Natürlich bedeutet das nicht, dass Arbeitssuchende dann nur noch eine Bewerbung schreiben müssen und sofort einen Job finden.

Klar ist aber auch: Das Arbeitskräftepotential in Deutschland schrumpft.

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“Gehobener Dienst” ist eine Beamtenkategorie, das gibt es bei Angestellten nicht (aber ich nehme an, du hast das zur Veranschaulichung gemeint; meiner Erfahrung nach ist ein häufiges Problem in Behörden allerdings dass Beamte in Personalabteilungen Angestellte ohne nachzudenken wie Beamte behandeln). Angestellte werden nach ihrer Tätigkeit eingestuft, nicht nach ihrer Ausbildung; man könnte auch einen Hauptschulabbrecher auf eine E15-Stelle setzen wenn man sich davon etwas verspricht. Gleichwohl ist aufgrund der zugehörigen Kompetenzerwartung für Hochschulabsolventen üblicherweise die Eingangsstufe eine E13. Da mit E12 zu wedeln ist schon eher noch unterdurchschnittlich, auch bevor man die konkreten Beträge mit dem Gehaltsniveau der Wirtschaft vergleicht.

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Jain. In meiner Behörde sitzen viele Angestellte auf Beamtenstellen. Da greift die Laufbahnverordnung sozusagen über Bande.

Da sich nach dem Bolognaprozess mitlerweile alles nur noch “Hochschule” nennt habe ich diesen Begriff verwendet. Was ich meinte sind Leute die mit einem Bachelor in der Hand kommen, früher hätte man Fachhochschulabgänger gesagt.
Alle die einen klassischen Universitätsabschluss oder einen Master haben kommen hier in der Regel mit E13 an.

Bachelor ist üblicherweise E9, Master werden oft noch auf E11 oder E12-Stellen eingestellt, E13 hat man eigentlich nur mit Staatsexamen sicher (Lehrer, Juristen…), als Mediziner auch E14. Der übliche Master-Absolvent ohne Staatsexamen kann sich schon glücklich schätzen, direkt nach dem Studium eine E13-Stelle zu ergattern, das ist zumindest nach meiner Erfahrung in der Praxis eher die Ausnahme als die Regel (mag aber bei Ingenieuren oder ITlern anders aussehen). Mit einem Bachelor bekommt man jedenfalls so gut wie nie eine E13-Stelle, da kann man sich echt froh schätzen überhaupt eine E11-Stelle zu bekommen.

Ja, das ist aber halt eigentlich Quatsch, auch wenn es eben vielfach so praktiziert wird. Angestellte haben keine “Laufbahn”. Sie wechseln die Entgeltgruppe wenn ihnen neue/andere Tätigkeiten übertragen werden, dafür gibt es keine zwingende Reihenfolge oder Qualifizierungen (wobei solche natürlich oft faktisch sinnvoll sind). Du kannst von einer E10 in eine E13 und zurück in eine E8 gehen wenn das halt die Jobs sind die du jeweils vertraglich vereinbarst.

Okay, das ergibt Sinn. (Ich gebe zu dass ich altmodisch und vermutlich auch chauvinistisch bin weil ich bei “Hochschule” direkt an Universität und bei “Abschluss” nicht an einen Bachelor denke.)

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Dazu:

Das sind 2%, wurde da Netto auch nur ein Arbeitnehmer entlassen, oder hat man in Rente gehende Arbeitnehmer nur nicht nachbesetzt?

Wer weiss, wenn wir hier noch eine Solarbranche haetten gaeb’s vielleicht Wachstum stattdessen?

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Ich habe auch den Eindruck, wenn ich Stellenausschreibungen lese, dass da meist steht:

  • sei jung
  • hab viel Erfahrung
  • macht die Drecksarbeit
  • sei flexibel
  • sei mobil
  • übernimm ganz viel Verantwortung
  • sei der Blitzableiter für unzufriedene Kunden
  • dafür gibt es hier auch Obst und Kaffee gratis :wink:

Und wenn ich mir anschaue, wo überall Leute fehlen, dann ist das meist eher ein Arbeitskräftemangel bei Schneeräumdiensten, Paketdiensten, Müllabfuhr etc. Da merke ich es als Kundin jedenfalls deutlich.

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