Bienenschutz? Nein, KI-Betrug

Hallo liebes Lage-Team,

vor kurzem hattet ihr über KI-geschriebene Bücher gesprochen. Besonders spannend fand ich dabei die rechtliche Einordnung, dass der Verkauf eines KI-generierten Buches ohne Transparenz als Betrug gewertet werden kann.

Mir ist dazu ein weiteres Beispiel begegnet:

Ich bin Biologe und versuche, mein Wissen über heimische Artenvielfalt und Naturschutz im Freundes- und Bekanntenkreis weiterzugeben. Immer wieder schicken mir Leute Artikel oder Produkte, bei denen ich dann einordnen muss, warum sie falsch oder irreführend sind.

Heute ging es um einen Blogeintrag zu Insektenhotels. Auf den ersten Blick nichts Besonderes, die Seite erzählt die Geschichte eines „Heinrich Weller“, der in Thüringen in Handarbeit Bienenhotels herstellt. Er kritisiert minderwertige Baumarktware und möchte nun, da er in Rente geht, seine Restbestände verkaufen, angeblich um den Bienen zu helfen.

Die Inhalte sind größtenteils korrekt, die Geschichte wirkt persönlich und glaubwürdig und auch die Produktbilder sehen zunächst überzeugend aus. Der Haken ist, alles daran ist offensichtlich KI-generiert.

Erste Hinweise liefern Schreibstil und Formatierung, kleine Unstimmigkeiten in den Bildern, auffällig platzierte „Kaufen“-Buttons sowie fehlende Kontakt- oder Anbieterangaben.

Die Webadresse gibt sich den Anschein einer seriösen, lokalen Informationsseite, tatsächlich steckt dahinter nur ein kaum gepflegter WordPress-Blog ohne erkennbare Substanz.

Über den Verkaufslink gelangt man zu einem Shop („Bergschatz.de“), wo es dann ganz offensichtlich wird. Die Produktbilder sind klar KI-generiert und zeigen unrealistische Details wie nicht existierende Vogelarten oder Honigbienen (Apis melifera) an Insektenhotels, was fachlich schlicht falsch ist.

Zusätzlich wird behauptet, 10 % der Erlöse gingen an den NABU, inklusive Verlinkung, ich befürchte auch das ist eine Lüge. Öffnungszeiten für ein angebliches Ladengeschäft sind angegeben, eine Adresse fehlt jedoch. Stattdessen führt die Rücksendeadresse in ein Industriegebiet in Shenzhen, China.

Solche Betrugsmaschen sind nicht neu, aber dieses Beispiel wirkt besonders perfide. Auf den ersten Blick erscheint alles stimmig und glaubwürdig, vor allem für Menschen, die KI-generierte Inhalte schwerer erkennen. Die Mischung aus korrekten Informationen, emotionaler Geschichte und berechtigter Kritik an Massenware macht es umso überzeugender und am Ende ist doch alles konstruiert.

Vielleicht ist dieses Beispiel ja eine interessante Ergänzung, falls ihr das Thema KI-generierte Inhalte und deren Missbrauch noch einmal aufgreifen möchtet.

Website: Bienenhotel / 2 – apotheke-lokal.com

Shopseite: https://bergschatz.de/

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Das gleiche gilt übrigens für eine angebliche Frau, die ihre Alpakaherde aus Altersgründen auflösen muss und jetzt als Vermächtnis ihre letzten Nisthilfen in Form von Drahtherzen befüllt mit Alpakawolle abgeben möchte. Genau wie bei dem Bienenhotel “keine Billigware aus Fernost”. Auch wieder Bergschatz.de und Rücksendeadresse in ….. China… Aber: Keine Billigware…Haha

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Herr Weller ist wirklich ein Tausendsassa. Er hat sich sogar eine eigene Sprache ausgedacht.

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Das ist Sindarin (Grau-Elbisch), was im Alltag der Elben in Mittelerde geschrieben/gesprochen wird :joy:

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Ein Blick ins Impressum hilft mir immer schnell weiter. Muss zum Glück stets unten abgegeben werden