Ein möglicher Hinweis darauf ist, dass der Zentralrat der Juden in Deutschland – als Dachverband und politische Interessenvertretung jüdischer Gemeinden und Landesverbände sowie Herausgeber der „Jüdischen Allgemeinen“ und damit Arbeitgeber von Peymann – in der Jüdischen Allgemeinen sehr stark die Positionen der israelischen Regierung vertritt.
Würden die Juden in Deutschland Netanjahus Politik so kritisch sehen, müsste es dann nicht interne Aufstände gegen die sehr parteiische Position der Führung des ZdJ geben?
Vielleicht hat ja auch die Annahme, dass „die Juden“ - also alle Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland quasi qua Religionszugehörigkeit dieselbe politische Haltung teilen, ja auch einfach nicht sonderlich viel mit der Realität zu tun. Vielleicht wäre es ja sogar denkbar, dass es bei „den Juden“ ebenso wie bei „den Christen“, „den Muslimen“ und „den Atheisten“ hierzulande unterschiedliche politische Einschätzungen gibt - nicht nur bezogen auf die deutsche oder die israelische Regierung.
Wer genau liest, stellt auch fest, dass Tinifee von exakt zwei „eingedeutschen“ israelischen Freunden sprach und explizit auf den anekdotischen - also gerade nicht repräsentativen - Charakter dieser Beobachtung verwies. Wie es in der Realität so üblich ist, können unterschiedliche Menschen gleichzeitig durchaus unterschiedliche und sogar gegensätzliche Erfahrungen und Wahrnehmungen haben. Scheint aber alles keine große Rolle zu spielen, wenn Juden vor allem als Token in politischen Debatten unter (deutschen) Gojim dienen - ob nun für die eine oder die andere Seite.
Warum beschweren sich dann Landesfußballverbände zuweilen über den DFB, und warum der DFB über die FIFA? Der ZdJ organisiert die einzelnen jüdischen Verbände in Deutschland, nimmt auch die Einnahmen der Kultussteuer (vgl. Kirchensteuer) nach Kirchensteuerrecht entgegen und verteilt diese auf die Gemeinden.
Er ist damit weit mehr als nur eine einfache Lobbyorganisation. Er ist zentrales Organ des jüdischen Lebens in Deutschland. Aber selbst wenn, warum sollte eine einfache konfessionelle Lobbyorganisation in Deutschland für die Politik einer faschistischen Regierung in Nahost werben und sollten Mitglieder dieser Organisation dann nicht zu deren Führung auf Abstand gehen?
Ich halte es für wesentlich naheliegender, dass Mitglieder einer Organisation die Haltung ihrer Führung inhaltlich unterstützen, als dass sie sie nur als Lobbyisten wahrnehmen.
Solche rein semantische Kritik ist doch albern. Was macht dich glauben, dass ich die Juden als Token verwende oder denken würde, dass jeder Jude gleich sei. Das ist doch wirklich albern und allein die Unterstellung unterste Schublade.
Im Grunde bestätigst du ja auch was ich schreibe. Mehrheitlich scheinen die Juden in Deutschland vermutlich dem ZdJ und damit der Netanjahu-Regierung nahe stehen und Tinifees Bekannte eben nicht die Mehrheit darstellen.
Und auf mehr wollte ich gar nicht heraus. Von daher alles tutti, wir sind offensichtlich einer Meinung.
Die linke ist mir bisher nur durch deutliche und in meinen Augen auch gerechtfertigte Kritik am Staat Israel aufgefallen.
Verständlich wenn man die linke links einordnet liegt die Regierung von Israel irgendwo weit weit weit rechts von der AfD.
Was mir aber bisher nicht aufgefallen ist dass die Linke einzelne Ethnien verunglimpft. Die Linke und die jugendorganisation haben klar Stellung gegen Antisemitismus und gewalt-verherrlichenung bezogen.
Und wenn sie den Palästinensern die nach Deutschland vertreiben? Wurden eine demokratische Heimat gibt, umso besser
Mit Verlaub, es geht in der Debatte glaube ich nicht darum, was dir persönlich auffällt, sondern darum, was für Positionen in der Linkspartei vertreten und geduldet werden. Wer ernsthaft bestreitet, dass dazu auch Positionen gehören, die weit über legitime Kritik an israelischer Politik hinausgehen, ist m. E. nicht zu einer ernsthaften Auseinandersetzung bereit. Die Anerkennung dieser Tatsache ist, wie u. a. mehrere Posts in diesem Thread aufgezeigt haben, auch etwas komplett anderes als der Linkspartei in Gänze Antisemitismus zu unterstellen.
Das scheint mir doch etwas projektiv zu sein. Nur mal als Beispiel: Die AfD als die in Umfragen mit Abstand stärkste Partei in Deutschland fordert u. a., mehrere Millionen Staatsbürger auszubürgern und zu deportieren. Zu solch einer Forderung gibt es nach meinem Wissen nicht mal im - nach Meinung einiger hier „faschistischen“ - Likud eine eindeutige Position. Und nein, das ist keine Parteinahme für die Positionen (extrem) rechter Parteien in Israel, sondern nur der Versuch einer realistischen Einordnung unterschiedlicher reaktionärer Kräfte.
In Israel beschäftigen sich Netanjahu unterstellte Ministerin damit wie man unerwünschte Ethnien vertreibt
im Oktober 2023 erstellte das israelische Geheimdienstministerium ein offizielles Strategiepapier, das als bevorzugte Option die dauerhafte Verlagerung der palästinensischen Bevölkerung aus dem Gazastreifen in den ägyptischen Sinai empfahl. Das Papier sah zunächst Zeltlager, später dauerhafte Städte im nördlichen Sinai sowie eine Sicherheitszone vor, die eine Rückkehr nach Gaza verhindern sollt
Yoav Gallant to deny Gaza access to ‚electricity, food, fuel‘ Der war ja auch bei likud. Die Äuserungen des israelischen Verteidigungsministers kündigen einen Genozid an. Oder was passiert mit einer Ethnie wenn sie keinen Zugang zu essen hat.
Hier noch etwas zur Verdeutlichung des Mindset des Koalition Partners in der Israelischen Regierung:
„… Man solle »30 bis 40 jede Nacht ausschalten«. Es sollten nicht nur Menschen getötet werden, von denen unmittelbar eine Gefahr ausgehe. »Es gibt dort Menschen, die des Lebens nicht würdig sind. Sie sollten nicht leben. Sie sind nicht einmal Menschen«, sagte Ben-Gvir.“
[ edit Genozid und ethnische Säuberung habe. große Relevanz, unabhängig von der Staatenzugehörigkeit, die Äußerung und Taten der Israelischen Regierung stehen wohl diametral der Einstellung der Linken gegenüber. gut dass die Linke hier Maßnahmen fordert. Ich bin von den anderen Partein enttäuscht]
Wenn du dich reflexhaft auf einzelne Begriffe stürzt, anstatt Aussagen zumindest im ganzen Satz zur Kenntnis zu nehmen, ist eine sinnvolle Diskussion nur schwer möglich. Deportationen sind auch in Deutschland „schon lange Usus“ - auch ohne rechtsextreme Regierung. Konkret ging es aber um die Forderung der AfD, Staatsangehörige en masse zu deportieren - und zwar nicht aufgrund individueller Vergehen, sondern pauschal qua Herkunft und damit um deine Behauptung, die aktuelle Regierung in Israel sei „irgendwo weitweit weit rechts von der AfD“.
[Edit zu den nachträglichen Änderungen deines letzten Posts: Es ging explizit um Massendeportationen von Staatsangehörigen. Im Gazastreifen leben seit 2005 keine israelischen Staatsangehörigen mehr. Deine diesbezüglichen Ausführungen haben also für diesen Vergleich keine Relevanz.]
Die Auslagerung ist ein Angebot, die Seitenarme der Diskussion, die sich im Ursprungsthema etwas verselbständigt hatten, noch zuende zu führen. Verbunden mit der Bitte, dies konstruktiv, sachlich und möglichst nah am Thema zu führen. Bitte eigene Beiträge gründlich selbst prüfen, dann muss auch nicht so viel moderiert werden.
Welche Relevanz hat die Staatsangehörigkeit bei Deportationen, sippenhaft, ethnischen Säuberungen und Genozid und gezielten Tötungenvorgaben von Menschen?
Mag sein dass die israelische Regierung vielleicht so denkt aber kannst du deine Aussage erklären?
Mag sein, dass der Likud sich dazu nicht einig ist, obwohl im Likud Gründungspapier steht, was aus anderem Mund als höchst antisemitisch bewertet würde, nämlich
between the Sea and the Jordan there will only be Israeli sovereignty
Aber zweifellos regiert der Likud mit Parteien und Ministern, die die Annexion und Vertreibung von Millionen Menschen schon mehrfach angekündigt haben und ganze Pläne zur Umsetzung veröffentlicht haben. Und es sollte nicht vergessen werden, dass auch der Likud-Chef bis vor einem Jahr einen Krieg befehligt hat, in dem Millionen Menschen nach Belieben von Nord nach Süd und Osten nach Westen vertrieben wurde, Fluchtrouten zu Todeszonen wurden, man Grenzgebiete durchs Militär unbewohnbar gemacht hat und gerade einen weiteren befehligt, der den Südlibanon unbewohnbar macht. Und natürlich trat dieser Regierungschef auch mehrfach öffentlich mit Karten auf, die das Westjordanland und Gaza als israelisches Gebiet auswiesen. Dabei schwebt ihm auch keine gleichberechtigte Aufnahme der Palästinenser vor, denn das würde laut Überzeugung israelischer Regierung Israel als Staat der Juden beenden. One-state solution - Wikipedia
Bei allem Respekt, aber wer tatsächlich behauptet, dass die Likudführung nicht alles tut um genau das zu erreichen, was die AfD in ihren kühnsten Träumen plant, der
Es ist verrückt wie sicher sich viele in den Zielen der AfD sind, aber bei den Taten des Netanjahu-Regimes, die tatsächlich schon große Schritte gegangen sind, im Zweifel für den Angeklagten plädieren. [Mod.]
Anlass und Kontext meiner Aussage war die unbelegte Behauptung, die aktuelle israelische Regierung stünde „irgendwo weit weit weit rechts von der AfD“. Nun, ich bin der vielleicht konservativen Ansicht, dass man - wenn man einen solchen Vergleich anstellt - einen Vergleichsmaßstab anbieten sollte, was leider nicht geschehen ist. Daher habe ich einen solchen Maßstab angeboten. Wenn eine rechte Partei ein Nationsverständnis pflegt, dass so radikal ist, dass sie deswegen Millionen Angehörige der eigenen Nation ausbürgern und deportieren will, ist das aus meiner Sicht ein starkes Indiz für eine extrem rechte Haltung, erst recht wenn es sich um ein völkisches Nationsverständnis handelt, das in seiner Extremform auch die historischen Nationalsozialisten vertraten. Aus dem Kontext des aufgestellten Vergleichs ergibt sich also relativ deutlich, dass es nicht um Deportationen an sich geht und dass es für die Bewertung, wie rechts eine Partei oder Regierung ist, eben nicht vollkommen irrelevant ist, ob diese die Deportation von Angehörigen der eigenen Nation fordert oder von Angehörigen einer anderen Nation, noch dazu wenn die eigene Nation sich mit dieser de facto seit Jahrzehnten in einem Kriegszustand befindet.
Diesem Argument kann man selbstverständlich widersprechen, aber leider sind die nachfolgenden Beiträge auf den Vergleich, um den es eigentlich gehen sollte, mit keinem Wort eingegangen. Vielmehr vermittelt der Tenor der Beiträge den Eindruck, dass es eher darum geht, allseits bekannte bereits in zig anderen Threads gepostete Positionen und Bewertungen erneut zu posten. Daher halte ich es nicht für besonders zielführend, die Diskussion hier fortzusetzen.
Vielleicht ist es ja ergiebiger, zur ursprünglichen Frage des Threads zurückzukommen und sich mit Positionen auseianderzusetzen, die zwar grundsätzlich Sympathien für eine regierende Linkspartei in Berlin und Kritik an der Pauschalverurteilung der Partei äußern, aber dennoch darauf pochen, dass das Problem Antisemitismus innerhalb der Berliner Linkspartei ernst genommen werden muss. Hier zwei solcher Stimmen:
„…Sowohl die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp als auch Kerstin Wolter, Landesvorsitzende der Berliner Linken, hatten den Auftritt von Dahabflex im Nachgang kritisiert. Hermann Nehls, Co-Vorsitzender der Linken Neukölln, erklärte daraufhin, dass Dahabflex wegen seiner Position gegen Krieg und Genozid eingeladen worden sei. Der Song „Stop the Genocide“ habe aber nicht zum vorher abgesprochenen Programm gehört. Der Vorfall werde jetzt intern aufgearbeitet.…“
Wie schon gesagt könnte „yalla yalla Intifada“ auch ein Aufruf zur Durchsetzung des Völkerrechts sein. Den gewaltverherrlichenden Song, der die Interpretation in eine andere Richtung bringt hat er wohl gar nicht bei den Linken gesungen.
Tut mir leid, das verstehe ich nicht, Palästinenser leben schon seit Generationen in diesem gebiet. Diese darf man dann deportieren ohne rechts zu sein?
Die Entmenschlichungen (human animals, dort gebe es Menschen, die »nicht einmal Menschen« seien…) die die israelische Regieren betreibt kenn ich auch sonst nur aus dem extremst rechten Spektrum.
Auch (religiöse) Mythen die das ausrotten eines Volkes nahelegen sind problematisch
Warum stellst du jetzt erneut infrage, was eindeutig belegt ist? Der Musiker hat sich auf dem Konzert eindeutig postiv auf eine Terrororganisation bezogen. Solch eine hilflose Apologetik demonstriert wie schon gesagt vor allem deinen Unwillen, dich mit dem Problem ernsthaft auseinanderzusetzen.
Am Samstagabend trat der Rapper Dahabflex bei einer Wahlkampfveranstaltung der Neuköllner Linken auf dem Herrfurthplatz auf. »Yallah, Yallah Intifada«, rief er dem jubelnden Publikum zu, huldigte der Terrororganisation Volksfront zur Befreiung Palästinas und verglich sich selbst mit der Palästinenserin Leila Khaled, die 1969 und 1970 zwei zivile Passagierflugzeuge mit Waffengewalt entführte.
So hieß es im „neuen deutschland“ wenige Tage später über den Auftritt am 29.8. in Berlin-Neukölln.
Mein Eindruck ist eher, dass du es nicht verstehen willst. Es geht nicht um bloßes „rechts sein“ und auch nicht darum, dass das was israelische (extreme) Rechte fordern, unproblematisch wäre. Wenn du korrekt zitieren würdest - in diesem Fall dich selbst - wäre das auch klar.
Stimmt In dem einen Artikel ist erwähnt dass er die terroristen huldigte, was immer das heißen soll, in den anderen nicht. Der Rapper Ssagt selbst dass er von der überspitzung lebt.
Unabhängig davon hat sich die Linke Spitzenkandidatin davon distanziert. Von daher ist ihr kein Vorwurf zu machen.
Edit: anbei noch das Lied um das es geht.
In dem Lied kommt auch die Zeile vor „wir sind keine Antisemitien“
Insofern greift der Antisemitismusvorwurf nicht!
Ich gehe ich davon aus das der Vorfall hochgespielt wird um die Linke zu schwächen.
Vor einigen Jahrzehnten waren populäre Songs gewaltverherrlichender