"Alte" Smartphones und die Corona-App

Eine kleine Korrektur: Das ist nicht notwendig und war auch beim in der PEPP-PT-Initiative favourisierten zentralen ROBERT-Protokoll nicht der Fall. Das funktioniert, wie das dezentrale Protokoll DP-3T auch, über Bluetooth. Der Unterschied ist, dass der Server das Matching macht, also schaut, ob jemand Kontakt mit einer infizierten Person hatte. Beim dezentralen Ansatz macht das das Smartphone des Nutzers. (Mit dem Vorteil, dass diese Information das Smartphone nie verlässt.)

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Ich denke die Kritik sollte zu diesem Thema ganz klar in Richtung Google und Apple gehen - und auch von der Regierung geäußert werden.

Ja, Apple hat ein gutes Track-Record was die Unterstützung von älteren Smartphones angeht und ja, Google hatte keine andere Möglichkeit möglichst viele Geräte zu erreichen, als es über das Google Service Framework zu implementieren, aber:

Die iPhones ab 4s (5 und 6) sollten Bluetooth LE durchaus schon unterstützen. Eine Backportierung der Schnittstelle auf iOS 12 kostet natürlich Geld, das kann man aber durchaus von Apple verlangen, zumal Apple iOS 12 sogar immerhin noch mit Sicherheitsupdates versorgt (anders als das in der Lage gesagt wurde). Das finde ich auf jeden Fall besser, als von Menschen, die vielleicht nicht gerade 100€ in der Tasche haben zu verlangen sich ein iPhone 6s zu besorgen.

Was Google angeht könnte man außerdem durchaus verlangen, dass neben dem GSF auch eine Open Source Implementierung der API in das Android Open Source Project gebaut wird, damit auch andere Distributionen und potenziell auch Hersteller von Smartphones mit älteren Android Versionen zumindest die Möglichkeit erhalten diese API zur Verfügung zu stellen.

Beides finde ich ist von zwei der Umsatz stärksten Unternehmen der Welt nicht zu viel verlangt.

Quellen:

iPhone 4s hat schon Bluetooth 4 mit LE

iOS 12 bekam am 20. Mai noch Sicherheitsupdates

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Ich muss Carlotta hier komplett zustimmen und Philip insbesondere Ulf widersprechen. Allein in meinem weiten Bekanntenkreis (alles Studierende, meist aus Akademikerelternhäusern) gibt es diverse Personen mit einem IPhone 6 (und eben noch nicht einem IPhone 6S oder aktueller). Als übliche Praxis kenne ich in meinem Freundeskreis, dass man sich eben nicht neue Geräte sondern gebrauchte IPhones kauft, da eh schon so unzählige Geräte im Umlauf sind. Das Erscheinungsjahr („2015“) spielt hier deshalb eine untergeordnete Rolle und kann kaum als Kennzahl genommen werden.
Diese mit Sicherheit doch recht große Zahl an Menschen unter „ja gut wirklich arme Menschen, die sich um die Ecke nicht ein neueres Handy kaufen können, können die App dann leider nicht nutzen“ zu fassen finde ich wirklich schwierig und geht an der Realität vorbei.

das ist aber nicht unsere Entscheidung und auch nicht die der Bundesregierung, sondern eine Vorgabe von Apple und Google … und wie hier schon geschrieben wurde gibt es dafür auch technische Gründe. Wie stichhaltig die letztlich sind kann ich nicht abschließend beurteilen.

Apple musste letztes Jahr Schadensersatz in den USA zahlen, weil neuere Betriebssysteme systematisch dazu genutzt wurden, um alte Handy zu verlangsamen. Eine Erkenntnis, die jedem Iphone-Nutzer eigentlich schon bewusst war. Ich habe daher jahrelang kein Update mehr durchgeführt und benutze mein Iphone jetzt seit 2015 (Iphone 6). Das neue iOs kann ich mir garnicht mehr runterladen. Als Studentin kann und will ich mir nicht eben mal eben neues Handy kaufen (Was mit Blick auf unser Kosumverhalten auch gut ist). So wie mir, wird es einigen gehen.

In einigen Posts liest man sinngemäß, es sei gerade für Angehörige aus Risikogruppen wichtig und von Nutzen die App installieren zu können, nur sei gerade bei diesen dies technisch nicht möglich (z.B. wegen nicht komplatiblen Geräten).
Hier schwingt ein Missverständnis über Sinn und Zweck der Corona-App mit.
Sinn und Zweck der App ist es, die Gesundheitsämter/Behörden bei der Nachverfolgung von Infektionsfällen zu unterstützen Es soll die Zeit verkürzt werden, bis ein potentiell Infizierter in Kenntnis gesetzt wird, dass er infektiös ist und sich entsprechend verhalten soll. Ziel ist eine früher(e) Unterbrechung von Infektionsketten.
Die App ist NICHT dafür gedacht (und auch untauglich) den Nutzer vor Infektionen zu schützen.
Somit hat die Oma keinen Nachteil, wenn bei Ihr die App nicht läuft und braucht somit auch kein neues Handy. Das Problem besteht lediglich darin, dass dieser Personenkreis nicht die Nachverfolgung von Infektionsfällen unterstützen kann. Falls Oma und Opa sich aber eh konsequent an die AHA-Regeln halten und nicht regelmäßig Orte mit hohem Infektionsrisiko aufsuchen (z.B. Chorproben, Skatclub etc.) ist selbst das kein Problem.
Entscheidend ist eher, dass deren Kinder und Enkel die App nutzen, da diese aktiver/mobiler sind und im Falle eine Warnung über die App Oma und Opa nicht mehr besuchen. Und in diesem Personenkreis sind kompatible Geräte ausreichend weit verbreitet, so dass wenn alle mitmachen täten, die App ihren Zweck erfüllen kann.
Ab und an kommt noch das Argument, dass die App für Risikogruppen wichtig wäre, weil man dann im Falle einer möglichen Infektion früh einen Test machen könne und die Krankheit früher diagnostiziert. Sofern dieser Test nicht den Zweck hat, eine Infektionskette zu unterbrechen ist dies ebenfalls nicht sinnvoll, da es medizinisch/gesundheitlich keine Konsequenz hat.

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Die geteilte Untersuchung setzt sich mit dem Thema „Corona-Warn-App“ fundiert auseinander. (https://link.medium.com/iWcXqDx3K7)