Aktienrente oder eine neue Form des Kolonialismus/der Ausbeutung

Liebe Leute ich würde gerne mal etwas zur Diskussion stellen!

In einer der letzten Lagen nach dem Sommer 2025 wurde wieder über die Probleme der Rentenversicherung gesprochen und ein alter Lindner-Topos aus dem Hut geholt: Die Aktienrente nach skandinavischem Vorbild.
Mir leuchtet da was nicht ein: Ob die Rente über Beiträge, Steuern oder Dividenden/Renditen finanziert wird - irgendwer muss diese Beträge erarbeiten und das ist immer die aktive Generation.

So weisen die Lage-Moderatoren zurecht darauf in, dass skandinavische Rentenfonds große Immobilienvermögen in Berlin besitzen. Will heißen, die Renten der Schweden und Norweger werden zum Teil von Berliner Mietern finanziert.

Das sieht nicht anders aus, wenn wir unsere Aktien zur Rentenfinanzierung in Schwellenländern plazieren. Wir etablieren damit doch eine Form des unsichtbaren Kolonialismus. Erste Welt lässt dritte Welt schuften, um Renten zu finanzieren.

Machen wir das gleiche am heimischen Aktienmarkt müssen unsere wenigen jungen Menschen auch den Mehrwert für die alten Aktienbesitzer erwirtschaften. Sie werden das nicht so direkt merken, weil es ihnen nicht als Beitrag oder Steuer abgeknöpft wird - aber sie werden es mitbekommen, wenn die Shareholder ihre “wohlverdiente” Rendite zur Finanzierung ihres Ruhestandes einfordern.

Wo steckt der Denkfehler?

Gruß T.

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Der Preis am Markt ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. Das gilt für den Kaufpreis der Immobilien wie auch für die erzielbaren Mieten. Beide Preise steigen oder sinken aber nicht direkt proportional, sondern haben eigene Märkte.

Steigt die Zahl der Investoren würde also auch die Rendite sinken und es könnte sich auch eher wieder Neubau lohnen der heute gemieden wird weil Bestand höhere Renditen verspricht.

Und auch am Aktienmarkt würde es nicht schaden wenn mehr Anteile hier liegen würden als wie aktuell wo viele Anteile an chinesische Investoren gehen.

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Das ist keine „neue Form des Kolonialismus“, sondern schlicht Kapitalismus.

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Und die besondere Ironie ist, dass diese Immobilienanteile des GPFG einen Namen haben: Vonovia aka Deutsche Wohnen. Die sollten ja in Berlin enteignet haben. Um es plakativ zu formulieren: „Deutsche Mieter wollen norwegische Rentner enteignen“.

Vergesellschaften

Wird entschädigt und betrifft, soweit ich weiß, nur mehr als 3000 Wohnungen.

Richtig. 3000 Wohnungen gelten als Selbstbehalt. Der “Rest” sind dann lt. Geschäftsbericht noch 140.000 Wohnungen mit einem Marktwert von über 20 Mrd. Euro. Die werden dann mit 12 Mrd. Euro, rückzahlbar über 100 Jahre, entschädigt (60% unter Marktwert).