Ich würde ja behaupten, dass für die allermeisten Abwanderungen nicht die in der Bevölkerung vorhandenen Nazis verantwortlich sind, sondern dass die Arbeitsmarktsituation in den neuen Bundesländern eine andere ist.
Es gibt, vor allem auch in Sachsen Anhalt, mehr Arbeitslosigkeit als in vielen anderen Bundesländern, insgesamt lag sie in den neuen Bundesländern in den 90ern und 2000ern, also als die größten Abwanderungen stattfanden, knapp doppelt so hoch wie im Westen (Registrierte Arbeitslose und Arbeitslosenquote nach Gebietsstand - Statistisches Bundesamt, 8.4% vs. 18.5% in 2000).
Außerdem erntet man mehr Arbeit
bei weniger Lohn
bei ähnlichen Lebenshaltungskosten.
Rechte Vaterlandsfans haben viel Regionalstolz, motzen lieber rum, aber trauen sich die Veränderung durch Wegzug nicht zu. Der Rest ist dagegen nicht so dumm und nutzt halt die freie Arbeitsplatzwahl. Das führte überwiegend zum Wegzug aus den Ländern. Nicht jeder findet im Speckgürtel Berlins, Leipzigs, Erfurt oder Dresden Arbeit.
Ich kenne aber wirklich etliche aus der Jugend, die gerne wieder zurück in ihre ehemalige Heimat möchten, vor allem aus familiärer Verpflichtung, aber bei denen das eine deutliche Verschlechterung der beruflichen Perspektive bedeutet.

