AFD Argumentationen fundiert begegen

Hallo, ich fürchte es passt nicht ganz in diese Kategorie, aber ich erinnere mich daran, dass es in der Lage mal eine Folge/Diskussion darüber gab, in der es ganz konkret darum ging, wie man WählerInnen der AFD bzw deren Argumentation faktenbasiert begegnen kann. Ich habe das leider nicht mehr wiedergefunden, würde es aus gegebenem Anlass aber schrecklich gerne wieder findenw. Weiß jemand in welcher Folge/Diskussion das war?

Danke!

Das sollte doch nicht so schwierig sein. Einfach den eigenen Lösungsvorschlag präsentieren und anhand zwei-drei Punkten erklären warum dieser Lösungsvorschlag besser ist.
Also aktiv, positiv argumentieren. Häufig wird aber nur das falsche/schlimme/bedrohliche bei der AfD dargestellt - so kommt man nicht weiter.

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Leider spielen nicht nur Fakten, sondern auch viel Emotion und Gefühle eine Rolle

Exakt, meine Erfahrung mit AfD-Wählern (u.a. Arbeitskollegen) ist, dass sie einfach auf der Ebene von Fakten gar nicht erreichbar sind. Es zählen fast ausschließlich die Gefühle. Da kann man noch so deutlich nachweisen, dass z.B. die Zahl der Tötungsdelikte permanent gesunken ist und Deutschland heute mindestens noch genau so sicher ist wie 1990, aber der AfD-Wähler wird da nur antworten: „Ich lese in der Zeitung aber was ganz anderes…“, daher er wird sich auf medial ausgeschlachtete Einzelfälle und ein abstruses Sicherheitsgefühl („Man kann ja nachts nicht mehr vor die Haustür gehen“) zurückziehen. Da kann man noch so viele Fakten vorweisen - es wird aus den Köpfen nicht rausgehen. Genau so wie schon seit Sokrates (davor eigentlich auch schon!) jede Generation alter Männer sagt, „die Jugend von Heute“ sei schlimmer, respektloser und gewalttätiger als die Jugend aus der eigenen Zeit. Witzig nur, dass es über die Jahrtausende unbestreitbar einen steten sozialen Progress gab - wie das zusammen passen soll kann kein AfD-Wähler logisch erklären, geglaubt wird es dennoch.

Ebenso könnten wir mit Themen aus den Bereichen Umweltschutz oder Migration weiter machen. Faktische Argumente, egal, wie stichhaltig sie sind, werden den überzeugten AfD-Wähler nicht erreichen. Er ist auf der Faktenebene einfach nicht erreichbar.

Jetzt geht es in dem Thread möglicherweise natürlich auch darum, wie man AfD-Argumentationen begegnen kann, um zu verhindern, dass bisher nicht von der AfD indoktrinierte Menschen sie durchschauen können. Das Problem ist auch hier: Die AfD appelliert auch bei ihren Wahlkampfveranstaltungen nicht an Rationalität, sondern an Emotionalität. Es werden postfaktische Narrative gesetzt und das kommt auch beim Durchschnittsbürger leider besser an, als Fakten. Fakten sind schwierig, sie erfordern Verständnis komplexer Zusammenhänge, sie erfordern vor allem auch Interesse an Sachthemen. Emotionen erfordern das alles nicht. Und genau deshalb erleben wir einen Siegeszug postfaktischer Parteien und Politiker. Trump macht es vor, die AfD macht es nach - die Wahrheit oder was „richtig“ und „faktisch“ ist, ist irrelevant. Die Verpackung der Botschaft scheint wichtiger als die Botschaft selbst.

Daher müssen wir uns die Frage stellen, ob wie es lieber nach Michelle Obama („When they go low, we go high“) machen wollen, oder nach Gavin Newsom, der versucht, Trump mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Ich fürchte, der Affenzirkus, der Politik in den USA mittlerweile ist, hält auch in Deutschland Einzug - und dann scheint die Newsom-Strategie möglicherweise erfolgversprechender als die Obama-Strategie. Der Pessimist in mir ist daher mittlerweile auch an dem Punkt angekommen, an dem ich sagen muss, dass wir Feuer mit Feuer bekämpfen müssen - wenn ein erheblicher Teil des Wahlvolkes so kontrafaktisch lebt, dass er nicht mehr auf der Faktenebene, sondern nur noch auf der Showbiz-Ebene erreicht werden kann, müssen wir vielleicht den Zirkus, den die AfD veranstaltet, mitspielen, und uns auf das gleiche, niedrige Niveau begeben. Kotzt mich persönlich an, weil ich wünschte, dass die Wähler in der Demokratie die letzten 80 Jahre etwas im Vergleich zur Vorkriegszeit dazugelernt hätten, aber wir müssen mit den Wählern arbeiten, die wir haben, nicht mit denen, die wir gerne hätten, die aber nur in unserer idealistischen Theorie existieren.

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Tatsächlich gibt es da interessante Ansätze, neben dem bekannten „Draufhauen“. Auch vom BMI:

https://www.bmi.bund.de/DE/themen/sicherheit/extremismus/rechtsextremismus/rechtsextremismus-node.html

Zur interpersonellen Begegnung wie im Beispiel von @Daniel_K gibt es auch einiges.

Du wirst AfDys nicht zuverlässig durch Beschämung oder ein bloßes Etikett überzeugen. Erfolgversprechender ist, konkrete rechtsextreme Aussagen und ihre Folgen zu kritisieren, dabei die zugrunde liegenden Sorgen ernst zu nehmen und klare demokratische Grenzen zu ziehen.

Zunächst muss man aber sauber unterscheiden:

Nicht jeder AfDy ist rechtsextrem; Wahlmotive können Protest, Unzufriedenheit mit Migrations-, Wirtschafts- oder Regierungspolitik sein.

Rechtsextrem sind Ideologien der Ungleichwertigkeit: etwa rassistische, antisemitische oder völkisch-nationalistische Abwertung von Menschen. Das BMI nennt Intoleranz, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit als typische Merkmale.

  • Erst nach dem Motiv fragen: „Was genau ärgert oder beunruhigt dich?“
  • Eine überprüfbare Behauptung wählen: Nicht gleichzeitig Migration, Pandemie, Medien, Krieg und „die Politiker“ behandeln. Frage: „Welche konkrete Zahl oder welches Ereignis meintest du?
  • Wertekonflikt sichtbar machen: Etwa: „Soll der Staat Menschen je nach Abstammung unterschiedlich behandeln dürfen?“
  • Folgen statt moralischer Etiketten diskutieren: Zeige, was Pauschalurteile politisch bedeuten: kollektive Schuld, ungleiche Rechte, Entrechtung von Minderheiten und die Normalisierung von Gewalt.
  • Unmissverständlich widersprechen: Empathie für Sorgen ist keine Zustimmung zu Rassismus oder Gewalt. Ein klarer Satz kann sein: „Über Zuwanderung und Sicherheit kann man streiten. Aber Menschen pauschal wegen ihrer Herkunft abzuwerten oder Gewalt zu relativieren, akzeptiere ich nicht.“
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https://www.rottentomatoes.com/m/groundhog_day/videos/gtaC2XzK6m57

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Das hab ich einen Bundestagswahlkampf lang gemacht. Gewählt wurde trotzdem die Union und jetzt stellen alle fest, dass ich Recht hatte. Aber das hilft weder mir noch den Daneben-Wählern.
Es sieht momentan auch nicht so aus, als hätte die Union sich genug entzaubert, dass bei der nächsten Wahl vernünftiger gewählt würde.

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Eine Feststellung die ich gemacht habe ist, dass Donald Trump selbst unter ein paar AFD-Wählern mittlerweile als komplett verrückt angesehen wird. Es gibt eine starke Verbindung zwischen Trump (, Musk) und der AFD.
Das könnte ein kleiner Anhaltspunkt sein, an dem man anknüpfen könnte.

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AfD-‚Argumentationen‘:

(„Es gibt auch Regenbogen-Faschismus.“)

Hier noch Argumente für die, die für solche erreichbar sind:

In erster Linie also fürs Überzeugen von Bystander:innen.

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Obwohl ich den Dunklen Parabelritter ja für einen kleinbürgerlichen Spießer halte, muss ich doch anerkennen (und habe auch gar kein Problem damit), dass er mit diesem - hoffentlich viral gehenden - Video und allem drumrum richtig was geleistet hat:

Ost-Credibility hat er ja ohnehin.

Bei ideologisch vielleicht noch nicht an die AfD verlorenen U30, wovon es in SA ja nicht allzu viele gibt, aber kleinere Gruppen können am Ende den Ausschlag geben, kann das vielleicht noch was bewirken, um wenigstens dem Bandwagon-Effekt entgegenzuwirken.

Alles steht und fällt mit der Gegenmobilisierung.