Es gibt Menschen, Frauen und Männer, die Aufgrund einer Körperlichen Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit nicht Arbeiten können. Beispiel: Meine Frau war selbstständig als Heilpraktikerin. Aufgrund einer Erkrankung hat sie jetzt mit 61 Jahren Pflegrad 2, einen Grad der Behinderung von 70% und ist nicht Arbeitsfähig. Nach dem Auslaufen des Krankengeldes ihrer Krankenversicherung ist sie nun mit mir Familen Versichert und mein Verdienst ist unser einziges Einkommen. Es besteht kein Anspruch auf Sozial Leistungen da das Familien Einkommen knapp über der Grenze liegt. Wo sollen wir jetzt das Geld für die Krankenversicherung hernehmen? Es fehlen die Berücksichtigung dieser Härtefälle!
Der Beitrag für deine Frau beläuft sich auf 3,5%.
Wenn Du so gut verdienst, dass ihr keinerlei Unterstützung bekommt, dann sollten 3,5% des* Gehalts wohl machbar sein.
Die Versicherung nicht-arbeitender Ehepartner wird nach wie vor zum größten Teil durch die Algemeinheit getragen. Sie ist bloß nicht mehr komplett kostenlos.
Deine Frau hätte eine Erwerbsunfähigkeitsrente o.ä. abschließen müssen, um sich gegen dieses Risiko abzusichern. Stattdessen hat sie sich entschieden, das Risiko zu tragen und es in Verbindung mit deinem Einkommen zu tolerieren. Dafür habt ihr Ausgaben für diese Versicherung gespart.
Eine geringfügige Beteiligung an den eigenen Gesundheitskosten finde ich fair und keine unbillige Härte.
3,5% von welchem Gehalt? Sie hat kein Einkommen! Ich weiß nicht ob sie die Einkommen und Vermögen Grenzen für Bürgergeld kennen. Wenn man hier knapp über der Grenze liegt, ist jeder zusätzliche Euro schwer! Für diese Fälle gab es mal das Solidar System. Und wie gesagt, ich spreche nicht von freiwillig ohne Einkommen!
Solche Antworten finde ich befremdlich, weil sie verkennen, dass auch 3,5 % von einem höheren Gehalt belastend sein können! Das mag wie Klagen auf hohem Niveau klingen, aber auch das sollte zugestanden sein. Bei gutem Einkommen/ Vermögen müssen eben alle Kosten selber getragen werden. Keine Förderung von E Autos, keine Förderung für Wärmepumpen, private Altersvorsorge als erste Beispiele…
Da kann man anerkennen, dass eine plötzliche Mehrbelastung in der Höhe durchaus relevant ist und eben nicht “aus der Reisekasse” geleistet werden kann.
Klar sind auch 3,5% Netto nicht nichts. Die Frage bleibt aber, warum die Solidargemeinschaft das komplett zahlen soll (auch 3,5% sind längst nicht Kostendeckend).
Für Pflegevedürftige waren aber auch Ausnahmen im Gespräch, bleibt abzuwarten, ob ihr überhaupt betroffen wärt.
Gerade bei höheren Einkommen sehe ich nicht ein, warum die Allgemeinheit für nichtarbeitende Partner aufkommen soll, die nicht vorgesorgt haben.
Höhere Einkommen werden bereits stark belastet, müssen sich dafür um vieles selber kümmern - völlig richtig.
Gleichzeitig muss aber eben auch abgewägt werden, ob die Gemeinschaft der gesetzlich Versicherten - die meisten davon nicht besserverdienend - dafür aufkommen müssen, dass sich gerade Menschen mit gutem Einkommen die Berufsunfähigkeitsvorsorge gespart haben. Das ist natürlich auch eine individuelle Entscheidung - aber wenn’s schief geht dann hat es eben Konsequenzen für den Lebensstandard.
Vermögen wird bislang praktisch gar nicht belastet - für Klagen aus dieser Richtung bin ich vollkommen taub.
Ich habe aber auch den Eindruck, dass es hier nicht um das große Einkommen geht, sondern um jemanden knapp oberhalb der Grenze bei der dem Partner in einer Bedarfsgemeinschaft kein Bürgergeld mehr zusteht. Mein Wissen mag da nicht ganz aktuell sein,aber ich meine bei den meisten liegt das ohne Kinder irgendwo um 2000 Eur netto.
Da ist mein Mitgefühl ehrlich deutlich größer. Für Härtefälle gibt es aber Absicherungen, z.B. kann u.U. ein Anspruch auf Wohngeld entstehen.
Das Ende der grundsätzlich kostenlosen Familienversicherung finde ich dennoch absolut richtig.
Was für ein dreistes Statement. Diese Möglichkeit einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung (ich vermute, das ist, was du hier meinst) steht überhaupt nicht allen offen. Wenn du z.B. einmal in deiner Jugend Antidepressiva verschrieben bekommen hast, wird dich keine Versicherung mehr aufnehmen.
Zusätzlich sind Berufe in Stufen eingeteilt und Menschen in Pflegeberufe oder Dachdecker sind natürlich in der teuersten Stufe und das ist einfach nicht bezahlbar.
Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist in der Tat je nach Krankheitsgeschichte schwierig bis unmöglich zu bekommen. Auch sind gerade körperlich fordernde Berufe teuer. Was allerdings für Selbstständige geht, ist eine freiwillige Versicherung in der DRV. Dann hat man - sofern die Wartezeit erfüllt ist - Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente und da ist Krankengeschichte und Beruf egal.
Ist so nicht richtig. In der Regel ist der Rückfragezeitraum 10 Jahre, bei manchenVersicherern auch nur 5. Wenn also mit 16 Jahren eine Behandlung abgeschlossen wurde, dann muss man das mit 27 Jahren nicht mehr angeben bei den Gesundheitsfragen.
Als Familienversicherter füllt du einmal pro Jahr einen Fragebogen aus, wo du angibst was du wieviel arbeitest und wieviel zu da verdienst und darfst es mit deiner Steuerbescheinigung beweisen. Ebenso ob es Kinder im haus gibt.
Die Kassen wissen dadurch genau wer daheim sozusagen “Faul” rumliegt und nichts tut auf Kosten der “Gesellschaft”.
Weil mit diesen Daten kann man genau sehen Ob Kind/er da sind, wieviele, wie alt die sind, ob man sie betreut. Ebenso was Pflege von Angehören angeht.
Funfrage: Warum will man jene, die Care-ARBEIT in der Pflege machen, nicht auch bezahlen lassen, während man jene die Care-ARBEIT bei der Kinderbetreuung zur Kasse bittet? Ist Kindererziehung nix mehr wert?
Nicht überall ist Kinderbetreuung nach der Schule kostenlos. Nicht überall gibt es genügend Plätze. Sollte man bei begrenzten Platz, sein Kind in die Betreuung geben, wenn man es selber auch erziehen und betreuen könnte? Oder sollte man den Platz lieber jenen überlassen, die ihn wirklich brauchen?
Zurück zur Statistik: Wenn wenn wir jetzt noch die Kinder abziehen, alle Eltern deren Kind noch nicht alt genug sind um ohne Betreuung auszukommen (und das ist man nicht mit 7) darum gibt es ja diese Angebote teilweise, und dann noch all jene die wirklich nicht arbeiten können weil halt selber Pflegefall oder sonst eine Beeinträchtigung, dann dürfte die Zahl all jener “Sozialschmarotzer” sehr gering sein.
Das ist wie bei den “faulen” Bürgergeldempfänger die “nicht arbeiten” wollen und “total Verweigerer” sind. Einen Bodensatz hast du immer aber der dürfte gering sein.
Die meisten Frauen (und Männer wie ich in der Rolle), haben eine kleine Beschäftigung neben der Care-Arbeit. Nur das reicht nicht aus um diese Kosten zu bezahlen. Dafür aber leisten wir halt kostenlose Arbeit für den Staat daheim. Indem man dafür sorgt das nicht Menschen in die Pflege müssen die dem Staat Geld kostet. Oder Kinder in die Betreuung bzw. überhaupt kleine zukünftige Staatsbürger heranziehen für die Zukunft.
Ohne gleichzeitige Reform der PKV bzw. des gesamten Finanzierungskonzepts wird das hoffentlich kein langfristiger Fehler werden.
Anekdotisch kann ich aus meinem (Arbeits-)Umfeld berichten, dass die kostenlose Versicherung von Kindern und Ehepartnerinnen das letzte Argument für die freiwillige GKV Mitgliedschaft war.
In der Union gibt es schon ganz andere Ideen. Winkel (der führende Renten-”Rebell”) wolle die Gesundheitsversorgung für Arme auf reine Notfallbehandlung begrenzen berichtet die Journalistin Mössbauer auf Twitter vorab aus einem Interview. Mir fällt da wirklich nichts mehr ein.
Der Fehler aus meiner Sicht liegt darin, das Familieneinkommen (massiv) zusätzlich zu belasten. Wenn alle Vorschläge der Expertenkommission umgesetzt würden, wäre der Spielraum da, die Beiträge für alle so zu senken, dass der „Zusatzbeitrag“ für den mitversicherten Partner wieder auf das aktuelle Niveau oder nur knapp darüber führen würde.
In dem Fall würde man niemandem unbillige Härte zumuten, gleichzeitig aber eine wichtige Hürde zur Aufnahme einer eigenen sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit (so die Umstände das zulassen) abschaffen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer die Entscheidung ist, aus einem Minijob in einen „normalen“ Teilzeitjob zurückzukehren. Finanziell rechnet sich das nur, wenn entweder der Stundenlohn massiv steigt (für viele sehr unrealistisch) oder die Stundenzahl massiv steigt (mit ggf. finanziellen Einbußen für Kinderbetreuung etc. an anderer Stelle, zusätzlich zu persönlichen Nachteilen). Diese Hürde abzubauen wäre also ein wichtiger Schritt.
Ich halte dafür aber die oben beschriebene Lösung oder aber noch besser eine „Kopfpauschale“ unabhängig vom Partnereinkommen mit leichter Senkung des allgemeinen Beitrags für die bessere Lösung.
Holla, bei solchen… nennen wir es mal großzügig: Diskussionsbeiträgen muss ich wirklich mit mir kämpfen, nicht misanthrop zu werden.
Was ich wirklich nicht verstehe: Warum solcherlei Ideen aktuell so viel Erfolg haben. Das neoliberale Projekt ist bisher in jedem Land, dass es radikal implementiert hat, auf so vielen KPI gescheitert.
Ist das Zynismus? Ein Mangel an Informationen? Reine PR?