Das ist historisch nachweislich falsch. Nach keiner Wahl während der Weimarer Republik waren weniger als 7 unterschiedliche Parteien im Reichstag vertreten. Nach der Wahl 1933 waren es mindestens 9, von der KPD bis NSDAP. Viel mehr Fraktionalisierung geht doch nicht.
Citation Needed. Du kannst nicht einfach behaupten, “das Problem” einer so komplexen Dynamik wie den Niedergang der Weimarer Republik an einer Sache festmachen zu können. Das ist absurd und steht im Gegensatz zu jeder seriösen Geschichtsforschung zu der Zeit. Bitte beachte, dass ich nie gesagt habe, dass eine 5% Hürde die Lösung für alle Probleme Weimars gewesen wäre oder die Probleme der BRD heute ist. Aber es ist ein Baustein, der aus konkreter historischer Erfahrung entwickelt wurde.
Die “Brandmauer” gegen die AfD heute als “Problem” zu bezeichnen ist dann doch irgendwie entlarvend. “Demokratie” bedeutet nicht “wir machen immer und unter jeden Umständen dass, was die Mehrheit will” – der “Wille der Mehrheit” ist ohnehin ein populistisches Konstrukt, weil Wahlentscheidungen in der Regel multidimensional fallen und in einem parlamentarischem System absolute Mehrheiten extrem selten sind. “Es gibt eine rechnerische Mehrheit für CDU/CSU und AfD ist eben nicht gleichbedeutend mit “Die Mehrheit will eine Koalition aus CDU/CSU und AfD”.
Hat ja niemand hier gesagt. Bitte keine Strohmänner aufbauen.
Jetzt bewegst du aber die Torpfosten. Und zählst auch noch massiv falsch. In der “gesamten Geschichte der Bundesrepublik” wurden insgesamt 16 unterschiedliche Parteien in den Bundestag gewählt: Liste der Parteien im Deutschen Bundestag – Wikipedia
Weitere 6 Parteien konnten einzelne Politiker über die Wahlbündnisse mit größeren Parteien in den Bundestag wählen lassen. Und dann gibt es noch 19 Parteien, die zwar nie in den Bundestag gewählt wurden, aber die durch den Übertritt von Politikern während der Legislaturperiode Mandate erhalten haben.
Das Problem was du erkannt haben willst (“der Bundestag ist nur für “Altparteien” erreichbar”) existiert in der Realität schlicht nicht. Das Wahlgesetzt verlangt ein gewisses Mindestmaß an politischer Relevanz um die Arbeitsfähigkeit des Parlaments zu verbessern. Das ist auch aus demokratischen Gesichtspunkten völlig vertretbar.