Abbau demokratischer Strukturen? Bund streicht grundlegende Finanzierung für Jugendverbände Lambda und IDA

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass dem Bundesverband Queere Jugend (Lambda) die bisherige Förderung über den Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) zum Jahresende entzogen werden soll. Nach Angaben des Verbands wurde die Kündigung der Rahmenvereinbarung kurzfristig und ohne längere Übergangsfrist mitgeteilt. Ohne diese finanzielle Unterstützung durch den Staat muss Lambda seine Arbeit beenden. Lambda existiert seit 1990 als bundesweite Selbstorganisation queerer junger Menschen. Der Verband organisiert Bildungsarbeit, Vernetzung, politische Interessenvertretung und Unterstützungsangebote für junge Menschen, die oft noch immer Diskriminierung und Ausgrenzung erleben. Zahlreiche etablierte Strukturen sind betroffen, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden.

Besonders bemerkenswert ist, dass Lambda nicht die einzige Organisation ist, die aktuell um ihre öffentliche Förderung kämpft. Ähnliche Debatten gibt es auch rund um das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA), das seit vielen Jahren wichtige Bildungs-, Beratungs- und Dokumentationsarbeit zu Rassismus, Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit leistet.

Der Kinder- und Jugendplan des Bundes gilt seit Jahrzehnten als zentrales Förderinstrument für die bundesweite Kinder- und Jugendhilfe. Wenn bundesweit tätige Träger der Jugend- und Demokratiearbeit kurzfristig ihre finanzielle Grundlage verlieren, stellen sich massive Fragen der Planungssicherheit und politischen Prioritäten - dem größte Jugendverband, der Antirassistische Arbeit leistet, wird die Grundlage entzogen, während die Regierung behauptet den Rechtsextremismus bekämpfen zu wollen. Sind die Fälle Lambda und IDA Ausdruck notwendiger Prioritätensetzungen in Zeiten knapper Haushalte? Oder erleben wir hier einen problematischen Rückbau von zivilgesellschaftlichen Strukturen, die demokratische Teilhabe und den Schutz von Minderheiten fördern?

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Bingo.

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In einem ähnlichen Kontext gibt es neben den oben genannten Kürzungen und den generellen Kürzungen beim Demokratieförderprogramm „Demokratie leben!“ nun auch bemerkenswerte Entwicklungen bei der Bundeszentrale für politische Bildung:

https://www.rnd.de/politik/politische-bildung-bpb-will-sich-staerker-um-linksextremismus-kuemmern-LJUQBESIFJG7TA7S3VWVJZ42IU.html

Die nach dem Rückzug des bisherigen Präsidenten Sönke Rix seit voriger Woche führungslose Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) plant bei ihrer Arbeit eine Kurskorrektur. […]
Nach RND-Informationen soll sich die Bundeszentrale künftig unter anderem mehr als bisher um die Themen Linksextremismus und Islamismus kümmern. […]

Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Rix hatte sich nach eigenen Angaben aus „persönlichen Gründen“ und im gegenseitigen Einvernehmen mit dem zuständigen Bundesinnenministerium nach nur fünf Monaten von der Spitze der rund 400-köpfigen Behörde zurückgezogen. […]
Vizepräsident ist seit März Volker Ullrich, der früher wie Rix dem Bundestag angehörte – jedoch anders als dieser für die CSU. Er hat jetzt die Hausleitung inne.

Insider vermuten, Rix‘ Verzicht hänge mit der Tatsache zusammen, dass er sich gegen das CSU-geführte Bundesinnenministerium und den Vizepräsidenten mit CSU-Parteibuch nicht habe durchsetzen können.

Die bpb ist trotz ihres neutralen/wissenschaftlichen Rufs dem Innenministerium untergeordnet und bereits in der Vergangenheit gab es mehrere Fälle, bei denen das Ministerium (unter Seehofer) direkt in die Veröffentlichungen der bpb eingegriffen hat:

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