476: Wire, Schwarz Gruppe und Messenger

Das bedeutet, dass Regierungskommunikation über signal gelaufen ist?
Ich hatte den Beitrag so verstanden, dass es ja auch Parteiendiskussionen gebe und die dann auf Signal ausgelagert worden wäre, da die offiziellen Kanäle da nicht funktionieren würden. Und das Problem hätte man ja weiter, wenn Wire Bund auf den Bundestag beschränkt wäre.
Wenn aber bisher die Regierung je nach Laune signal, whatsapp oder telegram nutzte, da es da keine offizielle Alternative gab: Autsch, ich bin schockiert. Wie sieht es da mit Archivierung im Bundesarchiv aus?

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Ein paar Punkte, die mir manchmal zu kurz kommen.

Threema und die Schweiz: die Schweiz denkt gerade über ein so weitreichendes Abhörgesetz nach, dass Threema überlegt, beim in Kraft treten dieses Gesetzes (im Moment wohl erfolgreich gebremst, aber wer weiß…) die Schweiz zu verlassen. Soviel zum “sicheren Hafen”.

Welcher messenger der “bessere” ist, ist müßig, meines Erachtens. Von der usability ist Signal als WhatsApp Konkurrent gedacht, und ist ein echtes Verbraucherprodukt. Und dabei sehr gut (Thema Telefonnummer)

Ja, signal “nervt” mit der pin. Aber niemals im Rahmen eines chats, das ist außerhalb.

Und, wie schon mal angesprochen, was ist mit der Archivierung? Nachrichten, die nach einer Zeitspanne automatisch gelöscht sind, sind weg. Schon aus dem Grund braucht es einen zentral gemanagten Messenger.

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Archiviert werden die Chats nicht selbst, sondern es wird veraltet, was veraktungswürdig ist und diese Akten werden dann archiviert, vgl.https://dserver.bundestag.de/btd/20/128/2012836.pdf, unter Verweis auf https://dserver.bundestag.de/btd/20/078/2007805.pdf.

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Das klingt nachvollziehbar, allerdings stellt sich mir dann wieder die Frage, warum dafür nicht das existierende und offene System hinter Matrix, das mit dem BWMessenger bereits genutzt wird in die Betrachtung kommt, wie es es fl0nz weiter oben schon schrieb?

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Das bedeutet aber, dass ich einen Chat aktiv an das Bundesarchiv weiterleiten muss damit er archiviert wird, oder?
Dafür müsste ich dann relevante von nicht relevanten Posts trennen. Falls in einem Parteichat regierungsrelevante Themen diskutiert wurden, müsste ich die parteiinternen Themen unkenntlich machen, da sie nicht für die Augen der Archivare bestimmt sind.
Lehne ich mich da weit aus dem Fenster, wenn ich davon ausgehe, dass das in den meisten Fällen zu viel Aufwand sein wird und damit Chats oft nicht archiviert werden, obwohl sie das eigentlich sollten?

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Es muss ja nicht gleich der ganze Chat veraktet werden: Wie bei einem Telefonat kann man einen Aktenvermerk über die Kommunikation anfertigen. Wie bei einer SMS kann man einen Screenshot von Teilen.des.Chats verakten. Aber bei der Verwaltung eines E-Mail-Verlaufes kann ich auch Teile rauslöschen (und im Idealfall die Auslassung als solche kennzeichnen).

Mit wieviel Aufwand veraktet wird, hängt von den einzelnen Menschen und ihrer Sozialisierung ab.

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Der Bundestag bzw. seine Verwaltung (BTV) stellt den Beschäftigten der BTV und den Abgeordneten Wire in der „Wire Public Cloud“ zur Verfügung, was bedeutet, dass alle BTV-Beschäftigten und Abgeordneten - sofern sie sich ein Wire-Konto durch die IT der BTV haben einrichten lassen - auch für alle anderen Wire-Nutzenden erreichbar sind. Mit Blick auf die Freiheit des Mandats und der Möglichkeit, dass Abgeordnete unter Umständen auch via Wire mit Bürgerinnen und Bürger in Kontakt stehen wollen/sollen, ist dies möglicherweise nachvollziehbar. Dass der Bundestag die durch die Bundesregierung Instanz „Wire Bund“ nutzen soll stand mal zur Debatte, was daraus geworden ist, ist mir aber nicht bekannt.

@philipbanse @vieuxrenard Unter Umständen habe ich euren Beitrag falsch aufgefasst, aber für mich klang es so, als sei es so bzw. „unterstellt“ ihr, dass Signal ein von der BTV zur Verfügung gestellter Messenger sei und die Abgeordneten - sowie allen voran die Präsidentin als „oberste Chefin“ - im Grunde jederzeit auf die IT-Abteilung für entsprechenden Support zurückgreifen können. Dies ist aber nicht so! Wire ist seit Mitte 2024 (nach einer Pilotierung seit Ende 2022) offiziell der einzige Messenger der von der BTV zur Verfügung gestellt wird. Es gibt bzgl. der gesamten IT-Ausstattung und -Nutzung jedoch ein großes ABER und dieses lautet - wie oben schon angeführt - „Freiheit des Mandats“. Und für die IT-Abteilung der BTV bedeutet dies in aller Regel, dass Abgeordnete bekommen was sie wollen. Nicht umsonst gibt es in der BTV die Redewendung von „X kleinen Königreichen“ (ersetze X durch die Anzahl der jeweiligen Abgeordneten im Bundestag). Offiziell ist die BTV für die Betreuung von Signal nicht zuständig und auf einem dienstlichen Endgerät dürfte die App/Anwendung also eigentlich nicht zu finden sein. Vor diesem Hintergrund stütze ich mal die Auffassung, dass das „Problem“ die sog. Schatten-IT bzw. vor dem Endgerät zu finden ist.

Ihr hatte aber auch das Thema Schulung usw. aufgemacht… dazu evtl. noch ergänzende Infos: Seit dem Hackerangriff 2015 gibt es eine permanente IT-Sicherheitskampagne „Sicher vernetzt im Parlament“ bei der u. a. von unabhängigen IT-Beratern über Probleme im modernen IT-Umfeld aufgeklärt und Lösungsansätze aufgezeigt werden. 2024/25 wurde (vermutlich) viel Geld für einen Penetrationstest ausgegeben, zu dem auch eine Phishing-Kampagne gehörte. Die Probleme sind aber halt, dass Abgeordnete entsprechende Informationsangebote aus (Termin-)Gründen selten bis nie wahrnehmen und diese auf ihre Beschäftigten „abwälzen“ sowie das große Personenumfeld (Fraktion, BTV und Abgeordnete inkl. deren Beschäftigte), welche auf die eine oder andere Art Zugriff auf die Bundestags-IT hat. Dazu kommt eine hohe Fluktuation bei allen genannten Personengruppen, sodass wohl immer ein „faules Ei“ dabei ist, welches am Ende auf den falschen Link klickt oder Daten weiter gibt, die man besser nicht weitergeben sollte.

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