0 €-Ticket für den ÖPNV in Deutschland

Es ist eher traurig das du denkst, das ein sicherer, sauberer und sozialer ÖPNV nicht möglich ist, wenn das gemeine Volk ihn mit dir teilt. :roll_eyes:

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Mal davon abgesehen, dass mir persönlich solche Situationen nur sehr selten begegnen, ist das doch ein Problem das völlig unabhängig von der Intensität der ÖPNV-Nutzung gelöst werden muss. Ich sehe da ehrlich gesagt keinen großartigen Zusammenhang zum Beförderungspreis (es sei denn, man macht die Nutzung des ÖPNV so teuer, dass er zu einem elitären Privileg wird, aber das will ja nun wirklich keiner).

Ein ÖPNV kostet natürlich immer Geld, die Frage ist nur, wer bezahlt es und wie ist die Bezahlung organisiert.

Ich persönlich würde darum bevorzugen, wenn der ÖPNV nicht komplett aus allgemeinen Steuermitteln querfinanziert wird, weil das wird zwangsläufig zu Sparmaßnahmen bei anderen essentiellen öffentlichen Gütern führen.

Der gesamte ÖPNV in Deutschland kostet derzeit etwa 25 Milliarden Euro im Jahr. Das entspricht ca. 25 Euro pro Einwohner und Monat. Oder etwa 50 Euro pro Haushalt (das würde große Haushalte wie Familien durchschnittlich entlasten).

Entsprechend würde ich dafür plädieren, dass der ÖPNV zukünftig durch einen kommunale Abgabe finanziert wird. Im Gegenzug müssten die Kommunen ein gesetzlich definiertes Serviceniveau garantieren (Frequenz der Verbindung, Entfernung zur nächsten Haltestelle, Fahrzeiten zu wichtigen Versorgungszentren) und die Fahrten selbst sind umsonst. Natürlich müsste es auch einen Finanzausgleich zwischen den Kommunen geben, da Kommunen mit niedriger Bevölkerungsdichte mehr Geld brauchen, um die selben Standards zu erfüllen.

Ich würde davon ausgehen, dass unter diesen Bedingungen die Nutzung und damit auch die Kosten stark steigen. Das wird aber relativiert durch den Wegfall anderer Kosten. 2023 gaben deutsche Haushalte durchschnittlich 361 Euro im Monat für “Verkehr” aus. Ich würde davon ausgehen, dass eine konsequente Verbesserung des ÖPNVs die meisten Haushalte selbst bei monatlichen Kosten von 100 Euro (was die Finanzierung des ÖPNV in Deutschland verdoppeln würde) finanziell besser stellen würde, weil Ticketkosten wegfallen und viele Haushalte deutlich weniger Auto fahren müssten bzw. ganz auf ein Auto verzichten könnten.

Davon abgesehen würde es die allgemeinen öffentlichen Haushalte entlasten, weil der Individualverkehr mit massiven externalisierten Kosten einhergeht. Autos kosten die Gesellschaft ca. 100 Milliarden Euro im Jahr durch Unfälle, Umweltverschmutzung usw.

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Vielleicht ist es meine Bubble, aber ich kenne keine Jugendlichen, die nicht ohnehin ein Schülerticket, D-Ticket oder vielleicht auch Semesterticket haben. Das “Problem” dürfte also mit einem Gratis-ÖPNV nicht größer werden, aber die Familien werden finanziell entlastet.

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Das wird es sowieso geben.
Florian Schröder:

Ich bin ein großer Fan des 49€-Tickets.Dann fährt der Pöbel Regionalbahn und mein ICE ist nicht mehr so voll.

Es gibt keinen Grund, den ICE kostenlos zu machen, wenn eine kostenlose Regionalbahn als Alternative zur Verfügung steht. Mit Komfort-Checkin ist die Fahrkartenkontrolle schon jetzt weitgehend automatisiert und lässt sich noch weiter optimieren. Etwas, was so in der Regionalbahn nicht möglich ist. Ich leiste mir eine BahnCard50 und fahre dementsprechend meist abseits des 49€-Tickets. Den Komfort und die Zeitersparnis ist mir das wert.

Finde die Idee grundsätzlich gut, von mir aus auch nicht ganz für 0€ fand die Idee mit quasi einer ÖPNV „Steuer“ 10€ jeder jeden Monat. Das tut denen die das nicht nutzen wollen nicht weh, denen die es nutzen wollen hilft es und es bleibt genug über damit man das ganze so ausbauen kann das auch am A… der Welt die Leute nicht 3 Stunden für die gleiche Strecke brauchen wie mit dem Auto in 15 min. Problem man müsste wahrscheinlich die Privatisierung der Bahn rechtlich rückabwickeln. Theoretische ist das ja ein Staatsunternehmen und so richtig viel Geld fällt da hinten eh nicht raus also von daher wäre es Jacke wie Hose, müsste aber halt keine Gewinne mehr machen. Zusätzliche müsste man sowas wie Car Sharing in kleinen Städten und Kreisen mit weniger Einwohnern ausbauen um bis zum nächsten Bahnhof zu kommen. Und das natürlich auch bezahlbar zu gestalten und nicht nach 2 Monaten zu sagen das nutzt keiner und wirft nix ab wird eingestellt. (Wenn man halt nur 2 Autos und Tarife hat wo das eigene Auto billiger ist bzw. ich mir nach 50x Leihen eins kaufen könnte)

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