Nachdem Trump den Exit sucht bzw. Gerade dabei ist zu vollziehen. Den Israelis die Straße von Hormus ziemlich egal ist. Bekommt die Rest Welt langsam die Panik und versucht das Thema ohne die USA und Israel zu lösen: Straße von Hormus: Macron setzt auf Gespräche mit Iran | tagesschau.de
Und ja ich bin auch nicht dafür, dass plötzlich die NATO oder die EU als Ganzes die Straße von Hormus freikämpfen. Aber ich habe das ungute Gefühl, dass der Iran bzw. Das Regime in dieser Sache als der massive Gewinner heraus geht und sich die halbe Welt in komplette Geiselhaft bewegt. Viel Verhandlungsspielraum haben die EU Staaten nicht. Wie will man dem Regime drohen, wenn die USA selbst nicht mal mehr bereit sind, die Öl Exporte des Irans zu sanktionieren? Alles andere ist schon massiv Sanktioniert. Da gibt’s kaum Spielraum. Da es einen psychologischen Effekt geben muss, also die Reeder und Versicherungen müssen wirklich davon überzeugt sein, dass eine Durchfahrt sicher ist, brauch es wirklich etwas handfestes. Aus Sicht des Iran ist die die Straße von Hormus im Hinblicken auf eine mutmaßliche US Bodenoffensive (ggf. Für das Uran) das letzte Faustpfand. Wenn es das einfach aufgibt, wäre das Regime blank. Daher meine Vermutung:
Das Regime wird sich von der EU und anderen Staaten fürstlich entlohnen lassen um die Straße zu öffnen zu lassen. Es wird einfach Wegzoll für jedes Schiff verlangen.
Sobald die USA oder Israel die Angriffe wieder hochfahren, machen sie die Straße einfach wieder dicht.
das Regime bekommt seine Reparationen über Umwege.
Das Regime ist trotz hoher Verluste und viel Sachschaden massiv gestärkt.
Wir sind die nächsten Jahre massiv abhängig von diesem Regime, weil es gesehen hat, wie einfach es die Welt in Geiselhaft nehmen kann und wie wenig konsequent und schwach die USA eigentlich sind.
Das haben wir alles zwei Männern zu verdanken, die einfach aus einer Bierlaune heraus auf die Idee kamen: hey den Iran putzen wir jetzt weg.
Kurzfristig wird das iranische Regime wohl wirklich der große Gewinner sein, fürchte ich.
Hätten wir eine im Ansatz brauchbare Regierung würde ich hoffen, dass das ein weiterer Impuls sein könnte, sich mittels sauberer Energie weniger abhängig zu machen. Die Berliner Lobby-Puppenkiste wird wahrscheinlicher stattdessen eher neue (alte) Dealer suchen und finden. Oder dann halt in Deutschland auf Fracking setzen. Warum soll man auch nur das Grundwasser anderer Leute vergiften, wenn man es auch daheim machen kann.
Aber wenn der Iran diese neu gewonnene Karte zu sehr ausspielen sollte, werden sich auf Dauer die Handelsströme für viele Güter vermutlich neue Wege suchen. Je nachdem über Pipelines oder Eisenbahnen zu neuen Häfen. Oder eben ganz neue Standorte/Bezugsquellen. Teuer und langwierig, aber für die meisten Güter möglich.
Nicht nur für den Welthandel war dieser Angriff, gemessen an den Zielen ein noch größerer Fehlschlag, als die russische “Spezialoperation” in der Ukraine, weil nicht nur die Schlüsselziele verfehlt wurden, sondern ihr Gegenteil erreicht wurde. Mal schauen, wie lange dieses neue Desaster den Fans von “mal eben schnell ein politisches Ziel militärisch erzwingen” in Erinnerung bleiben wird. Irak, Afghanistan, Libyen hatten ja keine lange Halbwertszeit. Aber beim nächsten Mal wird alles anders…
Ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird. Die Straße von Hormus ist weiterhin ein Streitfall zwischen dem Oman/VAE und Iran und Iran dürfte daran gelegen sein, diese Konflikte klein zu halten und nicht dauerhaft am Kochen zu halten. Iran hat die Straße von Hormus ja auch zuvor nicht „in Geiselhaft“ genommen, weil das auch für Iran mit massiven, vor allem außenpolitischen, Kosten einhergeht.
Es ist eher denkbar, dass Iran nun fordern wird, dass die westlichen Sanktionen beendet werden, um als Gegenleistung wieder die Straße von Hormus freizugeben. Das wäre für Iran ein weit größerer Sieg, als mit der Straße von Hormus einen weiteren, dauerhaften Konflikt zu haben, der Instabilität bringt. Das Regime will, was alle Regimes wollen: Seine Macht erhalten - und dafür braucht es Stabilität.
In der aktuellen Situation sage ich weiterhin, dass Iran (völlig ungeachtet der moralischen Implikationen, also wie man zum Regime des Iran generell steht) im Recht ist, die Straße von Hormus zu blockieren. Ja, es bricht damit völkerrechtliche Seerechts-Übereinkommen, aber es tut dies in Reaktion auf einen ebenso völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, weil es darin die beste Möglichkeit sieht, diesen Angriffskrieg abzuwehren. Das ist zumindest ein rechtfertigender Notstand, an dem diejenigen Schuld sind, die diesen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gestartet haben. Sollte der Angriffskrieg als Rechtfertigung wegfallen, dürfte es Iran auch gegenüber anderen betroffenen Staaten wesentlich schwerer fallen, diese Blockade aufrecht zu erhalten.
Es kommen ja aktuell Schiffe durch. Nämlich Schiffe von den Ländern, die der Iran nicht als feindlich sieht oder die mit dem Iran direkt verhandeln. Und ja das meinte ich ja: der Iran kann hier nur als Sieger hervorgehen.
Das habe ich ja geschrieben. Sobald die USA oder Israel wieder angreifen, machen sie die Meerenge einfach wieder dicht. Und solange das Atomprogramm weiter läuft oder der Iran in der Region als Bedrohung wahrgenommen wird, werden die Angriffe immer wieder hochgefahren. Langfristig würde also auch ein abflachen der Angriffe seitens Israels oder usa eben nicht dazu führen, dass die versicherungsgebühren sinken und die Bereitschaft großer Reedereien die Straße von Hormus zu durchqueren steigt, weil der Iran die Blockade jederzeit wieder hochfahren könnte. Auch rein nur die Drohung es zu tuen reicht aus, weil man, im Gegensatz zu den letzten Jahren, gezeigt hat, dass man es auch wirklich macht und dazu in der Lage ist. Es bräuchte einen echten Waffenstillstand, an dem sich die USA und Israel auch wirklich halten. Das sehe ich nicht. Eine alternative wäre, wenn die EU Staaten bzw. Eine Koalition der willigen bereit wäre, eine Durchfahrt zu garantieren oder bspw. Einen „Ausfall“ zu kompensieren. Egal wie der Iran reagiert. Das müsste man dann aber auch absichern. Und ob eine Absicherung von der See aus reicht, weiß ich nicht. Ob sie allgemein dafür bereit sind, ist fraglich. Dazu müsste es schon einen echten Waffenstillstand geben. Das wiederum hängt an Israel und den USA.
Es geht bei der ganzen Blockade fast ausschließlich um Psychologie.
Des Weiteren wird gerade auch übersehen, dass der Iran auch schon viel Gas und Öl Infrastruktur der Golf Staaten zerstört hat. Diesen Ausfall zu kompensieren wird dauern. Egal ob die Straße wieder offen ist oder blockiert bleibt
Heute hat ein französisches Containerschiff die Straße von Hormuz passiert, und dabei die neue Route entlang der iranischen Küste genutzt. D.h. es wird Maut für die Passage gezahlt haben:
Der Iran hat das Recht, US-amerikanische und israelische Schiffe (auch Handelsschiffe) anzugreifen oder zu kapern. Aber Saudi-Arabien, die UAE oder Kuweit greifen den Iran nicht an und leisten soweit ersichtlich auch keine aktive Unterstützung für Angriffe und sind darum keine Kriegsparteien. Entsprechend darf der Iran die Schiffe dieser Länder und den Handel mit ihnen eben nicht einfach unterbinden und ich sehe hier auch keine moralische Rechtfertigung. Zumal der Iran die Straße eben nicht komplett gesperrt hat, sondern gegen Bezahlung einzelnen Ländern öffnet.
Die Kalkulation (ähnlich wie beim Atomprogramm) war vor dem Krieg eine völlig andere. Iran wollte den Status Quo nicht gefährden, denn damit hätte es einen Krieg riskiert, der einem guten Teil der iranischen Führungsspitze das Leben gekostet hätte.
Jetzt gibt es den alten Status quo nicht mehr, die Führungsspitze ist so oder so tot bzw. muss mit dem eigenen Tod rechnen und der Iran hat die Chance, einen neuen Status Quo mit Waffengewalt durchzusetzen. Meine Prognose: der Iran gibt die Kontrolle über die Straße von Hormuz nicht wieder auf, sondern wird höchstens im Zuge eines Waffenstillstands oder Friedensschluss großzügig anderen Nationen erlauben, die Straße zu benutzen, solange diese Staaten keine Sanktionen gegen den Iran verhängen. Er wird sich aber vorbehalten, jedem Schiff aus jedem Grund die Durchfahrt zu verweigern. Damit ist dann eine grundlegend andere Situation geschaffen, die Straße ist dann de facto iranisches Hoheitsgewässer und die außenpolitische Handlungsmöglichkeit aller anderen Staaten gegenüber dem Iran sind extrem eingeschränkt.
Interne Stabilität. Extern profitiert das iranische Regime insbesondere auch zum Machterhalt von Instabilität. z.B. hat der Ukraine-Krieg dazu geführt, dass die russisch-iranischen Beziehungen sich deutlich verbessert haben, was sich wiederum in russischer Unterstützung im gegenwärtigen Krieg spiegelt.
Und da das iranische Regime neben den Amerikanern und Israelis vor allem die anderen Golfstaaten als Bedrohung interpretiert, könnte aus seiner Sicht nichts besser sein, als möglichst große Unruhe in diesen Staaten und eine Zerrüttung der jeweiligen Staatsfinanzen.
Isabella Weber hatte bei Jung und Naiv den Gedanken eingeworfen, dass Trump, nach dem er sich das venezulanische Öl gesichert hat, nun die konkurenz blockieren will. Kann es sein, dass er sein Kriegsziel schon lange erreicht hat, indem die Straße von Hormus gesperrt ist und die Ölpreise durch die Decke gehen? Davon werden ja die amerikanischen Ölkonzerne massiv profitieren?!
Richtet Trump seine Politik nur an den Finanzmärkten aus?
[Unnötige Polemik entfernt]. Er regiert einfach einen so übermächtigen Staat, dass er viel Mist machen kann und trotzdem am Ende irgendwas vorweisen kann, das sich mit viel Mühe als Erfolg darstellen lässt.
Und schon in Venezuela ist er buchstäblich nur cm von einem richtig unschönen “Black Hawk Down” Moment entfernt gewesen (einer der Piloten hat trotz mehrerer Treffer seine Maschine noch erfolgreich zurückfliegen können, da hätte nur eine der Kugeln genau in, statt knapp neben wichtigen Adern und Organe treffen müssen) und hatte einfach nur Riesenglück. Ansonsten wäre seine tolle Militärkampagne zur Ablenkung von seinen innenpolitischen Schwierigkeiten schon an dieser Stelle zuende gegangen.
War dann natürlich Pech für die alte Regimeführung in Tehran und Teile der iranischen Zivilbevölkerung und am langen Ende uns alle, wenn sich die Folgen für die Weltwirtschaft so entwickeln, wie sich das aktuell abzeichnet.
Der Iran scheint auch noch nicht so besiegt und handlungsfähig zu sein, wie Trump gern behauptet. Gestern mussten die USA den Abschuss eines Kampfjets durch den Iran bestätigen.
Ich verstehe nicht, was das mit Genie zu tun haben soll.
Ich wollte vielmehr zum Ausdruck bringen, dass er sich weder für die amerikanische, noch iranische oder israelische Bevölkerung interessiert, sondern lediglich für Finanzmärkte und das amerikanische Großkapital.
Fracking, das den Sicherheitsstandards entspricht, ist so gefährlich für das Grundwasser wie andere Tiefbauprojekte. Und die berühmten Fälle von Gas aus dem Wasserhahn, können auch natürlichen Ursprungs sein. Aber letzteres hat dann niemanden mehr in interessiert. Letztlich haben aber die Fracking Befürworter das letzte Lachen: denn im Gegensatz zu uns, sind die USA weitestgehend Selbstversorger in Sachen Erdgas.
Wenn man sich anschaut, wie erdrückend die chinesische Vorherrschaft im Abbau aber vor allem in der Prozessierung von Bergbauprodukten ist, die für EEN relevant sind, laufen wir hier vom Regen in die Traufe. NIMBY sei Dank, hat man den hiesigen Bergbau völlig verschlafen und versucht unter anderem jetzt panisch, das mit Initiativen wie dem Critical Raw Materials Act zu verbessern…
Nur weil man EEN ausbaut OHNE die gesamte Produktionskette zu beachten, wird man nicht automatisch unabhäniger.
Bei einer 5-stelligen Anzahl an Einsätzen, ist sowas zu erwarten. Es ist eher erstaunlich, dass das erst nach einem Monat passiert ist (man vergleiche das mit Kosovo, Desert Storm etc.). Ändert aber nichts daran, dass man Lufthoheit errungen hat. Dennoch ein potentieller lokaler Propagandasieg für die Iraner der an den Tatsachen am Boden nichts ändert (ähnlich wie der Abschuss einer F117 im Kosovokrieg).
Ich hatte das auch nur wegen der „Black Hawk Down“-Referenz im vorangegangenen Post angebracht. Bis jetzt haben die USA wohl erst 6 Flugzeuge in diesem Krieg verloren, und dieses ist das Einzige, das als „Abgeschossen“ gilt.
Naja also die gestiegenen Spritpreise treffen auch die Amerikaner selbst. Und selbst wenn amerikanische Öl Unternehmen jetzt mehr Gewinne machen, viele andere amerikanische unternehmen leiden jetzt unter gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen.
Naja, in Deutschland liegt das Potenzial für die einheimische Produktion bei maximal 25% des Bedarfs. Wir haben einfach nicht die selben Vorkommen wie die USA. Dafür einen riesigen politischen Konflikt und erhebliche Umweltrisiken vom Zaun zu brechen – vom Klimawandel mal ganz abgesehen – ist jedenfalls keine alternativlose Entscheidung.
Nein. Es gibt einen entscheidenden strukturellen Unterschied zwischen fossilen Brennstoffen und EE. Während bei fossilen Energien jede Kilowattstunde zum Verbrauch des Energieträgers führt (und dieser Energieträger erneut gefördert, aufbereitet und transportiert werden muss), haben die für die Erzeugung von EEN nötigen Anlagen eine in Dekaden messbare Lebensdauer. So lange sie stehen, erzeugen sie auch Strom, unabhängig davon, in welchem Land ihre Komponenten mal hergestellt wurden.
Doch. Sehr automatisch sogar. Bei minimalen Sicherheitsvorkehrungen (Software der beteiligten Steuerungssysteme) ist man sogar sehr unabhängig.
In unserer Gemeinde entstehen derzeit mehrere große PV- und Windanlagen. Überall in Deutschland werden Batteriespeicher projektiert. Ich gehe davon aus, dass ein erheblicher Teil der dafür nötigen Rohstoffe in Südamerika und Afrika gefördert wurde. In China wurden daraus Komponenten hergestellt. Ohne diese Wertschöpfungskette könnten diese Anlagen nicht gebaut werden.
Aber wenn die Anlagen erstmal stehen, dann produzieren sie für 20+ Jahre Strom. Der globale Handel könnte morgen vollständig zusammenbrechen. ohne dass darum zeitnah auch nur eine kwh weniger Strom in Deutschland produziert werden würde. Bei Gas und Öl wäre innerhalb von Wochen Schluss, egal wie viel hierzulande gefrackt wird.
Problematisch wird der Ausbau und Ersatz kaputter Anlagen, wenn China uns nicht mehr mögen sollte. Aber das sind dann Prozesse, die sich nicht über Wochen, sondern über Jahre ausprägen werden. Genug Zeit, damit die EU im Notfall eigene Produktionskapazitäten für PV-Module, Wechselrichter, Batteriespeicher und Windturbinen ausbauen könnte. Das wäre teuer und unangenehm, aber nicht katastrophal. Ganz im Gegensatz zu der Abhängigkeit von Putin, Trump, den Scheichs und Mullahs, in der wir uns gegenwärtig dank des Fossil-Fetischs befinden.