Mike
81
AfD und Rechtsextremismus wäre jetzt ein anderes Thema.
Wenn da Bedarf zum Austausch ist, bitte gerne in einem neuen Thema, sonst wird es verwirrend😉
Nun ja, das lässt sich schlecht voneinander trennen. Denn auf dem Lande wird im Durchschnitt sehr viel öfter (extrem) rechts gewählt, wie die Statistiken zeigen.
Und hier geht’s ja darum, ob (Groß-)Städter aufs Land ziehen sollten.
Jenseits fehlender Infrastruktur wäre ein u. U. vorherrschender rechtsextremer Ungeist noch ein weiteres Argument, warum das weitgehend zum Scheitern verurteilt ist.
Mike
83
So gesehen müsste man Wetter/Klima (Ahrtal, Nordseeküste) auch mit berücksichtigen 
Natürlich.
PS: Habe jetzt mal einen eigenen Themenvorschlag fürs Thema Rechtsextremismus eingestellt.
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Es kommt aber auch immer darauf an, was man für Ansprüche an die Stadt hat. Wir wohnen 25 Minuten von Rostock entfernt und klar: Rostock ist nicht Berlin oder München. Aber es gibt dort doch ein großes Angebot für Kultur, Bildung und Freizeit, inklusive Uni/Uniklinik. Von unserem kleinen 1000-Einwohner-Dorf aus sind wir in einer halbe Stunde an diversen Ostseestränden oder in der Stadt, es gibt fußläufig einen Dorfladen, Tankstelle, Schule, Kita, Restaurant, Physiotherapie, Friseur und ein reges Vereinsleben inklusive Festivitäten, falls man das mag. Das ist für ein Dorf dieser Größe sicher die Ausnahme, aber man ist auf dem Land nicht automatisch am A… der Welt und kann durchaus eine tolle Lebensqualität haben.
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Es gibt bereits Beispiele, dass Orte neuen Einwohnern Geld zahlen, Grundstücke verschenkt werden oder andere Boni verteilt werden.
Und wie viel bezahlbaren Leerstand gibt es in eurem Dorf? Oder was kosten aktuell erhältliche Bauplätze? Ich denke das diese Dörfer mit solcher Stadtnähe und Infrastruktur nicht wirklich Probleme haben oder für Zuzug Werbung gemacht werden muss.
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Eis
88
Die Idee finde ich gut dass Leute sich großflächiger verteilen.
Es tut mir weh bei meinen Großeltern viel verweisten Wohnraum zu sehen der deutlich hübscher ist als die Betonwürfel die man in Metropolen in den Himmel baut um die Nachfrage möglichst preisgünstig zu decken.
Das kann aber nur funktionieren mit einer großangelegten Infrastruktur Kampagne.
Wieso veröden denn Landstriche? Mangel an Arbeit, ÖPNV, ärztlicher Versorgung , Mobilfunk , Glasfaser und anderer wichtiger Infrastruktur.
HomeOffice ist eine gute Vorrausetzung diese Idee umzusetzen, es muss aber die obigen flankierenden Maßnahmen geben.
Wenn man selbst am Rande einer großen Kreisstadt 4km ausserhalb vom Zentrum am Wochenende ohne Auto nirgends hinkommt und die deutsche Telekom nur innerhalb der Umgehungsstraße sich mit VF duelliert beim Ausbau von Glasfaser , wird das noch weiter draussen enorm düster.
Von einer Mobilitätswende weg vom großen Verbrennerauto mal ganz zu schweigen.
Ich würde sagen, ist wie Gebäudeenergiegesetz, guter Ansatz, aber zu früh kommuniziert ohne wichtige Details zu klären und mitzuverkünden. So hat sie sich leider Hohn und Spott ausgesetzt unnötig.
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Offen gestanden bin ich über die Umsiedlungspläne im großen Stil hier doch mindestens mittelschwer entgeistert, to say the least.
Warum sollen Menschen, die darin keinen Anreiz sehen, denn sonst wären sie bereits aufs Land gezogen, dorthin gelockt werden? Und dann auch noch mit ökologisch schädlichen Bauplätzen für Einfamilienhäuser.
Ich stimme zu, dass niemand gegen seinen Willen dazu gebracht werden darf, auf dem Land zu leben. Auch nicht dadurch, dass das Leben in der Stadt einfach so teuer gemacht wird, dass vernünftigerweise nur eine Flucht auf’s Land bleibt.
Andererseits vertrete ich die Meinung, dass wir den ländlichen Raum durchaus durch gewisse Förderungen wesentlich attraktiver gestalten sollten, damit der ländliche Raum für mehr Menschen eine realistische Alternative ist. Das bedeutet für mich in erster Linie die Anbindung an die Stadt über den ÖPNV so auszubauen, dass das wirklich eine Alternative ist, auch wenn dieser ÖPNV nicht „wirtschaftlich“ betrieben werden kann und deshalb gefördert werden muss.
Grundsätzlich wird es aber nie möglich sein, den ländlichen Raum genau so attraktiv wie die Stadt zu machen, daher bleibt es auch wichtig, Städte sinnvoll zu planen. Meines Erachtens sollte es im Umfeld von Großstädten gar keine neuen Einfamilienhaus-Siedlungen mehr geben (was natürlich eine kontroverse Meinung ist ^^), wer diesen Platzbedarf hat soll wirklich auf’s Land gehen. Also einfach ein dickes Nein zur Sub-Urbanisierung, denn diese Suburbs sind es, die dazu führen, dass eine Stadt nicht sinnvoll wachsen kann (schließlich will man nicht „hinter dem Speckgürtel“ wieder dichte Besiedelung bauen, also agieren die Suburbs im Speckgürtel so wie früher Stadtmauern als Grenze für das Stadtwachstum). Wenn das Einfamilienhaus in den Suburbs grundsätzlich aus Platzgründen nicht mehr möglich ist wird alleine das schon das Land attraktiver machen, zumindest für die Gruppe, die am meisten Platz haben will (und deshalb für die Stadt am problematischsten ist).
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@Mike , der den Thread eröffnet hat, schrieb ja schon öfter, es wäre wichtig, wie Gleywitz das gemeint hat und so richtig konkretisieren konnte das keiner.
Konkrete Umsiedlungspläne im großen Stil scheint es also eher nicht zu geben, auch ging es nicht um neue Bauplätze, sondern Leerstand, der genutzt werden soll.
Hier wurde einfach ein Nebenschauplatz aufgemacht, weil da jemand 400.000 neue Wohnungen versprochen und nicht geliefert hat.
So wie Söder nun auch lieber über Wahlrecht, Gendern und Cannabis redet als über 10.000 neue Wohnungen.
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Mike
92
Ja, es ging nicht um Zwangsumsiedlungen, sondern eher um die Idee, einen Umzug von der Stadt in ländliche Gegenden attraktiver zu machen.
Wie das geschehen soll, bleibt aber offen, bis auf Homeoffice kam da nicht viel.
Das der Hintergrund die nicht erreichten Wohnungsbauziele sind, dürfte schon zu vermuten sein.
Vor allem, wie @Daniel_K schon andeutet, liegt Attraktivität immer im Auge des Betrachters.
Man muss wohl einiges tun, um einem Städter das Landleben attraktiv zu machen, genauso braucht es erhebliche Anreize, um einem Landei die Stadt attraktiv zu machen.
Da ja offenbar dafür grundsätzlich kein Geld da ist, frag ich michhalt was aus Frau Geywitz‘ Sicht die Anreize sein sollen (um zu Pendeln ggf)
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pbf85
93
Komisches Framing!
Ich glaube einige haben sich da bisher gar keine so genauen Gedanken gemacht. Viele Besucher aus der Stadt sind bei uns in der Kleinstadt immer wieder über die vorhandenen Infrastruktur überrascht. Sind überrascht, dass man mit dem Zug in die Großstadt nur unwesentlich länger braucht als aus dem Randbezirk der Großstadt selbst.
Glaube so ausgiebig mit der Option haben sich dann viele gar nicht beschäftigt.
Und wie gesagt ist ja auch der Faktor Perspektive wesentlich. Wer dort Eigentum erwirbt oder mit Kindern auch deren soziales Umfeld bestimmt möchte dann schon wissen, dass man dort auch auf die nächsten 15-20 Jahre eben diese Bedingungen hat.
Auch im Bereich von Dörfern und Kleinstädten findet momentan viel Nachverdichtung statt. Sowohl indem Häuser ausgebaut werden als auch indem neue Häuser auf großen Grundstücken gebaut werden.
Gegen diese großen EFH Siedlungen auf der grünen Wiese bin ich auch. Zumindest in der Form von heute mit freistehenden EFH auf 600 qm Grundstück.
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pbf85
94
Meinst du mit genau so, dass alles Angebot gleich ist oder meinst du mit genauso, dass die Attraktivität im Schnitt gleich ist?
Kleinere Städte und Dörfer bieten Vorzüge die keine Stadt bieten kann, wie auch andersrum. Da spielt dann oft auch die persönliche Präferenz eine Rolle. In der Kleinstadt ist man z.B. dort trotzt Infrastruktur in wenigen Minuten zu Fuß in der Natur. Man brauch dazu kein Auto und keinen ÖPNV. Das kann die Großstadt eher nicht bieten.
Ich verstehe deinen Gedanken, aber auch diese Orte im Speckgürtel haben ja Motivation Leute zu locken. Und das Wie sollten die auch selbst entscheiden dürfen. Denn mit Mehrfamilienhaussiedlungen locken die dann ja auch wieder niemanden, denn da kann man oft in der Stadt selbst am Rand auch noch was finden, von wenigen Städten ausgenommen.
Edit:
Ein Problem ist auch, dass z.B. in meiner Heimatstadt (samt Eingemeindungen) 2/3 oder eher mehr der Wohnungen nie auf irgendwelchen Portalen auftauchen. Selbst wenn die mal ein paar Monate leerstehen warten viele Vermieter eher darauf einen Mieter mit Referenzen aus dem eigenen Umfeld zu finden. Für den Auswärtigen der das in Betracht zieht sieht es dann erstmal so aus als sei der Markt dort leergefegt.
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LagEr
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Vielleicht heißt es auch „übersetzt“: für die Städte haben wir keine Ideen mehr. Wenn euch was stört, zieht aufs Land.
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